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Champions League heute: FK Rostow, Auftaktgegner des FC Bayern München

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CL-Neuling will "Große ärgern"  

Das ist Bayerns Auftaktgegner FK Rostow

13.09.2016, 10:52 Uhr | sid, dpa, t-online.de

"Der FC Bayern trifft auf ein echtes Abwehrbollwerk"

Unser Reporter Max Miguletz analysiert den Gegner des Rekordmeisters. Dabei warnt er vor der geschlossenen Einheit des russischen Teams.

"Der FC Bayern trifft auf ein echtes Abwehrbollwerk". (Quelle: t-online.de)


Der FC Bayern startet mit einem Heimspiel gegen den FK Rostow in seine 20. Champions-League-Saison (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de). "Eine Mannschaft, die keinem so richtig bekannt ist", wie Münchens Kapitän Philipp Lahm sagte. Die Russen wollen aber "die Großen ärgern".

Im vergangenen Mai kam der sensationelle Höhenflug des FK sogar der FIFA seltsam vor. Nach dem 3:1-Erfolg des Tabellenzweiten der russischen Premjer Liga bei Dynamo Moskau rückten mitten im Titelkampf die Dopingjäger des Weltverbandes in der Gästekabine an - und testeten alle Spieler aus der Startelf. Die FIFA hatte Hinweise auf kollektives Meldonium-Doping erhalten.

Russlands Sportminister Witali Mutko protestierte. "Die Geschichte über Doping beim FK Rostow ist ausgedacht", sagte er. Assistenzcoach Witali Kafanow meinte: "Wir haben ja noch nicht mal Geld für normale Medizin." Tatsächlich gab es bald Entwarnung, alle Tests waren negativ. Rostow ging unbelastet ins Meisterschaftsfinale, konnte ZSKA Moskau aber nicht mehr abfangen.

Griechisch-russischer Geldgeber

Die Vize-Meisterschaft ist neben dem Pokalsieg 2014 dennoch der größte Erfolg dieses Klubs, der zuvor weder als Traktor, Torpedo oder Rostselmasch größere Triumphe gefeiert hatte. Rostow am Don, das "Tor zum Kaukasus" rund 1100 Kilometer südlich von Moskau, war bislang tiefste Fußball-Provinz. Dennoch entschloss sich das WM-OK, die zehntgrößte Stadt des Landes (1,1 Millionen Einwohner) zum Spielort 2018 zu machen - inklusive Neubau der Rostow-Arena für 45.000 Zuschauer. Wohl auch wegen Hauptsponsor Ivan Savvidis.

Dem griechisch-russischen Unternehmer gehört nicht nur PAOK Saloniki, er war auch Präsident des FK Rostow. Savvidis ist Chef des größten russischen Tabakherstellers und zog für Putins "Vereinigtes Russland" zweimal in die Duma ein. Als Besitzer des Vereins firmiert jedoch die Regionalregierung.

"Rostows Märchen" soll weiter andauern

Noch wird im wenig schmucken Olimp-2-Stadion vor bis zu 15.840 Fans gespielt - teils begeisternd. In der Qualifikation zur Champions League schaltete Rostow den RSC Anderlecht (2:2, 2:0) und Ajax Amsterdam (1:1, 4:1) aus. Der Lohn für den Neuling in der Königsklasse: ein Gastspiel zum Auftakt in Gruppe D bei Mitfavorit Bayern München.

"Wir wollen die Großen ärgern", sagt Christian Noboa. Der Nationalspieler aus Ecuador ist Mittelfeldchef und war mit drei Treffern gefährlichster Schütze in der Quali. Daneben sind der iranische Stürmer Sardar Azmoun und die offensiven Russen Dimitri Poloz (beide zwei Treffer) sowie Aleksandr Jerochin zu beachten. "Viele glauben, dass Rostows Märchen auserzählt ist, aber wir wollen weitermachen", sagt ihr Teamkollege Igor Kirejew.

Berdjew als Architekt, Kiritschenko als Strohmann

Autor der sagenhaften Story ist Kurban Berdjew. Der 64-jährige Turkmene, 2008 und 2009 mit Rubin Kasan Meister, übernahm Rostow 2014 als Kellerkind und rettete es vor dem Abstieg, ehe der sensationelle Lauf einsetzte. Berdjew war nicht nur Trainer, sondern Scout, Cheforganisator und Ein-Mann-Marketingabteilung. Im Juni forderte er von der Klubführung strukturelle Verbesserungen, doch die sagte "njet". Berdjew warf hin, ist inzwischen aber als Vizepräsident wieder dabei.

Sein ehemaliger Assistent Dimitri Kiritschenko, der nun auf der Bank sitzt, gilt vielen als Strohmann. "Ich habe noch nicht einmal die Pro-Lizenz, bin aber schon in der Champions League", sagte der 39-Jährige. Von Berdjew habe er "viel gelernt - und ich werde weiter genau aufpassen".

Zuletzt hatte Kiritschenko aber damit zu tun, seine Spieler bei Laune zu halten. Noboa und Innenverteidiger César Navas sollen sich wegen angeblich ausstehender Zahlungen geweigert haben, zu spielen. In Wahrheit, betonte Generaldirektor Wladimir Krupin, seien beide für die Bayern geschont worden.

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