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EM 2016: So knackt Deutschland Italien heute - Taktik-Analyse

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Taktik-Analyse  

Wie das italienische Team zu knacken ist

02.07.2016, 17:12 Uhr | t-online.de

EM 2016: So knackt Deutschland Italien heute - Taktik-Analyse. Mario Gomez kommt gegen Italien eine wichtige Rolle zu.    (Quelle: imago/Panoramic)

Mario Gomez kommt gegen Italien eine wichtige Rolle zu. (Quelle: Panoramic/imago)

Von Mark Weidenfeller

Der Angstgegner wartet: Die deutsche Nationalmannschaft trifft im Viertelfinale der Europameisterschaft am Samstag (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker von t-online.de) auf Italien und hat dabei wieder einmal die Chance auf Revanche für vergangene Pleiten. WM 1970, WM 1982, WM 2006, EM 2012 – immer brachte Italien einen Titeltraum zum Platzen.

Von insgesamt acht Aufeinandertreffen mit der Squadra Azzurra bei großen Turnieren durfte nicht einmal in Schwarz-Rot-Gold gejubelt werden, die Spieler von Bundestrainer Joachim Löw sollten also gewarnt sein.

Die Favoritenrolle liegt zwar bei der DFB-Elf, leicht wird die Aufgabe gegen das älteste und erfahrenste Team der EM aber nicht. Die Gefahr, dass sich die Italiener erneut zum nicht zu überwindenden Hindernis entwickeln, ist alles andere als klein. "Das ist ein sehr unangenehmer Gegner", urteilt Taktik-Experte Christian Titz. "Sie haben mittlerweile alle Facetten des Spiels drauf."

Deutschland gegen Italien 
"DFB-Elf muss Spielaufbau früh unterbinden"

Unser Taktik-Experte Christian Titz analysiert den starken Viertelfinal-Gegner. Video

Italien erfindet sich neu

Nachdem frühere italienische Jahrgänge meist durch ihren berühmten Catenaccio bestachen und alle Energie in Defensivarbeit steckten, kann die aktuelle Mannschaft von Trainer Antonio Conte deutlich mehr. "Angriffs-Pressing, Kombinationen, schnelle Konter. Die haben das alles drauf", so Titz, der diese Variabilität nicht zuletzt im Spiel gegen Spanien ausmachte. Der amtierende Europameister war im Achtelfinale von der Spielweise der Italiener völlig überrascht worden und hatte letztlich hochverdient mit 0:2 verloren.

"Dieser Auftritt war sehr beeindruckend", so Titz, der vor allem die extreme Ballsicherheit der Italiener hervorhebt. Selbst unter Druck eröffneten die Italiener das Spiel von hinten spielerisch, lange Bälle gab es vergleichsweise selten, vieles wurde mit einem Kontakt gelöst. "Es gab oft den Ball auf einen der Außenspieler, der dann sofort die Spitze bediente. Einer der beiden Stürmer ließ klatschen oder bediente seinen Nebenmann. Das ging alles sehr schnell."

Taktik und Formation

Die in Italien handelsübliche und leicht hausbacken wirkende 1-3-5-2-Formation steht dabei zwar auch bei Coach Conte ganz oben im Taktik-Block, seine Interpretation macht es allerdings zu einem System des modernen Fußballs. Die zwei Stürmer binden stets die gegnerischen Innenverteidiger, bei Flanken von außen sind immer drei bis fünf Spieler im gegnerischen Strafraum, hinzu kommen die gefährlichen Standards. "Bei Ballbesitz spielen die Italiener sehr geduldig. Sobald die Möglichkeit da ist, schalten sie aber blitzschnell um", warnt Titz. "Da muss die DFB-Elf hellwach sein."

 

Doch nicht nur die neubelebte italienische Offensive bietet Grund zur Sorge, auch die Abwehr gehört weiterhin zum Besten, was Europa zu bieten hat. Die Dreierkette wird schnell zu einer Fünferkette, alle Spieler beteiligen sich an der Defensivarbeit. Räume, wie sie Spanien unter Umständen geboten hätte, wird es nicht geben. "Sobald die deutsche Elf den Ball hat, werden sich auch die beiden Angreifer zurückziehen", sagt Titz. "Dann wird versucht zu doppeln und mit zehn Mann aktiv gegen den Ball verteidigt."

 

Abwarten ist das falsche Mittel

Doch was muss die DFB-Elf tun, um gegen Italien zum Erfolg zu kommen und nicht wie Spanien als Favorit auszuscheiden? "Die Spanier haben in der ersten Halbzeit die Italiener das Spiel in Ruhe aufbauen lassen", so Titz. "Das darf nicht passieren." Heißt: Das Pressing muss schon am gegnerischen Strafraum beginnen. Mario Gomez muss umgehend den ballführenden Spieler attackieren und dabei von allen anderen unterstützt werden. Die oberste Prämisse ist es, den Spielaufbau der Italiener zu stören und sie zu unkontrollierten Bällen zu zwingen.

 

Nach eigenem Ballgewinn muss es dann schnell gehen. Die Offensivspieler müssen die Dreierkette beschäftigen und gemeinsam mit den beiden nachrückenden Achtern Toni Kroos und Sami Khedira möglichst viele Spieler binden. Die Außenspieler müssen ebenfalls einrücken und Platz machen für die Außenverteidiger. Auch schnelle Seitenwechsel sind ein Mittel, um für Unruhe zu sorgen. "So können Räume entstehen, die es zu nutzen gilt", so Titz. "Aber das ist leichter gesagt als getan."

Über Christian Titz:

Unser Taktikexperte Christian Titz ist DFB-Fußballlehrer und Autor mehrerer Fußballfachbücher. Aktuell ist er U17-Trainer beim Hamburger SV. Mehr Infos zu seinen Tätigkeiten finden Sie unter www.coaching-zone-portal.de oder in diesem Video.

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