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Champions Lague: FC Bayern - PSG – Ancelotti wollte das Gehirn von Paris holen

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Bayern wollte Verratti  

Wie Ancelotti versuchte, das Gehirn von Paris zu holen

27.09.2017, 13:57 Uhr | Valeria Meta, t-online.de

Champions Lague: FC Bayern - PSG – Ancelotti wollte das Gehirn von Paris holen. Neymar (l.) mit einem der - neben ihm - wichtigsten Spieler von Paris: Marco Verratti. (Quelle: imago/PanoramiC)

Neymar (l.) mit einem der - neben ihm - wichtigsten Spieler von Paris: Marco Verratti. (Quelle: PanoramiC/imago)

Es ist das Topspiel des zweiten Champions-League-Spieltags: Paris St. Germain empfängt den FC Bayern München (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei t-online.de). Seit Monaten reden alle nur über den Super-Angriff von Paris mit Neymar, Edinson Cavani und Kylian Mbappé – dabei ist ein Spieler vielleicht noch wichtiger für die Mannschaft: Marco Verratti.

Valeria Meta beschreibt den Italiener in ihrer Kolumne über internationalen Fußball als das Gehirn von PSG. Und sie erklärt, wie Bayern-Trainer Carlo Ancelotti versuchte den 24-Jährigen, den er selbst einst entdeckte, nach München zu lotsen.

Die Kolumne von Valeria Meta bei t-online.de.

„Dass ich hier bin und große Spiele bestreiten kann, das habe ich Carlo Ancelotti zu verdanken“. So äußerte sich PSG-Mittelfeldspieler Marco Verratti nach dem torlosen Remis in Montpellier am Wochenende, als er auf die kommende Champions-League-Begegnung mit seinem alten Mentor angesprochen wurde. Keine Überraschung: Es war der heutige Trainer des FC Bayern, der den Italiener 2012 in seiner Mannschaft in Paris haben wollte. Überraschend war eher, dass Verratti damals erst 19 Jahre jung war und noch kein einziges Serie-A-Spiel absolviert hatte.

"Nach dem Training musste ich brechen"

Doch das passt zur merkwürdigen Geschichte des mittlerweile 24-Jährigen aus Pescara, der sich mit nur 1,65 Meter Körpergröße im Weltfußball behauptet hat, was heute nur noch ganz wenige kleine Spieler schaffen – gerade in der Mittelfeldzentrale.

In Pescara galt Verratti als Wunderkind, als er mit nur 15 Jahren im Profifußball in der italienischen dritten Liga debütierte. Er war noch nicht volljährig, da hatte er schon 28 Serie-B-Spiele unter Trainer Eusebio Di Francesco absolviert. Nachdem der heutige AS-Rom-Trainer in Pescara weg war, kam 2011 Zdenek Zeman. Im ultraoffensiven 4-3-3-System agierte der junge Mittelfeldspieler plötzlich nicht mehr als Zehner, sondern als Sechser.

„Zeman hat mein Leben verändert“, erzählte Verratti 2015 im Interview mit dem französischen Magazin „So Foot“. Und weiter: „Niemand arbeitet wie er. Manchmal musste ich nach einem 20-Kilometer-Lauf beim Training brechen. Aber damals begann ich langsam, wirklich rund um die Uhr nur an Fußball zu denken und auf Details zu achten“.

Das Ergebnis: 31 Spiele, 9 Torvorlagen und der Aufstieg in die Serie A – zusammen mit dem späteren Dortmunder Ciro Immobile und Lorenzo Insigne, heute ebenfalls ein Star in Italien. Doch während die beiden Stürmer in Italien blieben (Immobile beim FC Genua und Insigne bei Neapel), zog es Verratti ins Ausland, und zwar zu Paris Saint-Germain.

Und zu Trainer Carlo Ancelotti. „Für mich war er ein Fußball-Vater“, sagt Marco. Trotzdem lief es zwischen dem jungen Spieler und dem erfolgreichen Trainer nicht immer einfach. Einst sagte ihm Ancelotti: „Heute mache ich den größten Fehler: Ich lasse dich spielen!“ Noch heute erinnert sich Verratti daran: „Er sprach viel mit mir. Manchmal war er auch sehr streng, aber dadurch bin ich gewachsen, auf und neben dem Feld“.

Lob von Barcelona-Star Xavi

Im Parc des Princes trifft Verratti nun zum ersten Mal als Gegner auf seinen alten Mentor. Unter ihm lernte er, Verantwortung zu übernehmen. Einige Qualitäten, die ihn heute auszeichnen, hatte er schon damals: Eine hervorragende Spielübersicht und Pässe, die immer exakt auf den Fuß der Mitspieler kamen. Dazu lernte er im Laufe der Zeit, bei Zweikämpfen den Ball zu halten, auch wenn seine Gegner doppelt so groß schienen wie er.

„Seine Spielweise erinnert an meine“, sagte 2015 Barcelona-Star Xavi. Noch wichtiger sind seine Eigenschaften beim PSG-Starensemble aber heute: Er hält Defensive und Offensive zusammen. Seine Pässe gelten als wertwolle Waffe gerade gegen Mannschaften, die sich zurückziehen. Am besten kann er das ausspielen, wenn man ihn als Sechser aufstellt.

Aber: Nach dem Abschied von Blaise Matuidi spielt Thiago Motta vor der Abwehr. Verratti spielt – wie auch Adrien Rabiot – leicht vorgezogen auf der Acht. Dass er auch damit zurecht kommt, bewies er mit einer glanzvollen Leistung beim 5:0 bei Celtic Glasgow zum Auftakt der Champions League. Trotz des starken Pressings der Schotten spielte er insgesamt 153 Pässe, wovon 96,1 Prozent ankamen.

Trainer Unai Emery ist übrigens noch auf der Suche nach der Lösung, all seine Stars in der Offensive zusammen spielen zu lassen. Dabei könnte ihm Verratti helfen, indem er im 4-2-3-1 neben Rabiot vor der Abwehr agiert. Die Formation mit einem Mann weniger im Mittelfeld hat Emery schon ausprobiert, allerdings mit Thiago Motta statt dem gesperrten Verratti: Das Ergebnis war bisher nicht so überzeugend, aber mit Marco könnte es besser funktionieren.

Ancelotti wollte Verratti zu Bayern holen

Das Spiel im Parc des Princes hätte Verratti auch auf der anderen Seite im Bayern-Trikot absolvieren können. Anfang 2017, so wurde es in Frankreich berichtet, rief Ancelotti bei Verratti an. „Komm nach München, du wärst der Nachfolger von Xabi Alonso“, soll ihm der Trainer gesagt haben.

Ein Wechsel kam nicht zustande. Ancelotti kürzlich im Interview mit „Le Figaro“: „Während des Transferfensters wollen einige Spieler wechseln. Aber ich weiß nicht, ob sie wirklich ihren Klub verlassen oder einfach ihren Vertrag verbessern wollen.“ Und fügte lachend hinzu: „Verratti? Er wollte den Vertrag verbessern, den Kerl kenne ich gut…“

Der damalige Paris-Trainer Ancelotti mit Verratti (3. v. l.) sowie Ibrahimovic (l.). (Quelle: imago/PanoramiC)Der damalige Paris-Trainer Ancelotti mit Verratti (3. v. l.) sowie Ibrahimovic (l.). (Quelle: PanoramiC/imago)

Zweifellos aber schätzt Ancelotti den Mittelfeldspieler sehr. „Er ist der beste italienische Spieler“, sagte er 2015. Die italienischen Medien stimmen ihm nicht zu. Immer, wenn Verratti das Trainingszentrum der Nationalmannschaft betritt, stößt er auf Kritik, besonders weil er kein Leader sei. Genau das ist er eigentlich auch bei PSG nicht. Da ist er weder das Herz der Mannschaft noch ihre Seele, sondern einfach ihr Gehirn.   

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