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Joachim Löw holt zum Rundumschlag aus

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Ungewohnt kritische Töne vom Bundestrainer

13.08.2012, 15:08 Uhr | dpa

Bundestrainer Löw kritisiert öffentliche EM-Schelte

In ungewohnt deutlicher Form hat sich Bundestrainer Joachim Löw zur Kritik an der Nationalmannschaft geäußert.

Diskussionen um fehlende Führungsspieler nerven ihn.


Joachim Löw hat vor dem Start der neuen Länderspiel-Saison gegen Argentinien (Mittwoch, ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) zum verbalen Rundumschlag ausgeholt und teilweise harsch auf die Kritik nach dem Halbfinal-Aus bei der EM gegen Italien reagiert. Die sportliche Kritik für seinen Matchplan nehme er zwar an. "Ich war mir auch des Risikos bewusst. Ich übernehme dafür die ganze Verantwortung", sagte Löw, dem Fehler in der Aufstellung vorgeworfen worden waren.

Eine Leitwolf-Debatte wolle er aber nicht aufkommen lassen. "Diese Diskussion werde ich nicht mehr führen. Wir haben keine flachen Hierarchien", sagte der Bundestrainer. "Die Spieler sind dem Führungsanspruch voll und ganz gerecht geworden. Glauben Sie, dass Millionen von Leuten vor den Fernsehern sitzen auf die Fanmeilen kommen würden, wenn auf dem Platz keine Siegertypen stehen würden?"

Löw: "Fehler abstellen uns besser machen"

Er selbst und auch die Mannschaft würden aus der EM für die Mission WM 2014 in Brasilien die richtigen Lehren ziehen. "Wir werden Fehler abstellen und noch ein Stück besser werden", versprach Löw, der vor dem Kräftemessen mit den Argentiniern um Superstar Lionel Messi noch ein Vier-Augen-Gespräch mit Mats Hummels führen wird, der in diversen Interviews unter anderem die Taktik des Italien-Spiels kritisiert hatte. "Es hat keiner in der Mannschaft von mir gehört, dass wir das Tempo verschleppen wollen", sagte Löw dazu recht moderat.

Auch eine mögliche "Hymnen-Pflicht" hält Löw für indiskutabel. "Ich halte es für fatal, den Spieler unterschwellig den Vorwurf zu machen, dass sie, wenn sie die Nationalhymne nicht singen, keine guten Deutschen sind", sagte der 52-Jährige. "Die Hymne zu singen ist schön, aber es ist noch lange kein Beleg für Qualität und schon gar kein Beweis für eine Unlust zu kämpfen." Löw hat nach eigener Aussage mit den Spielern gesprochen und kenne "ihre tiefsten Beweggründe und die Art, wie sie sich auf ein Spiel vorbereiten Das werde ich akzeptieren und respektieren."

Dem Vorwurf, die Nationalspieler seien zu verwöhnt, entgegnete Löw mit einem Vergleich zum Welt- und Europameister. "Auch die Spanier haben einen Koch, fahren nicht immer mit dem Bus und haben andere Voraussetzungen geschaffen", sagte er. "Wir erwarten eine Top-Performance und müssen die perfekten Voraussetzungen bieten. Die Spieler haben alles dafür getan, um erfolgreich zu sein."

Konter in Richtung Babbel

Die Kritik Markus Babbel nach der Nicht-Nominierung von Torwart Tim Wiese wies Löw scharf zurück. "Wie, wann und wo wir das machen, ist unsere Entscheidung. Das kann niemand anders", sagte Löw. Außerdem sei es "eine Respektlosigkeit gegenüber Andreas Köpke und Hansi Flick". Torwarttrainer Köpke sei in "allen sportlichen Fragen" der erste Ansprechpartner für die Torhüter. "Niemand hat gesagt, dass es ein Ausschluss für alle Zeiten ist", sagte Löw. "Das hätte selbstverständlich ich übernehmen müssen."

Zusammen mit Co-Trainer Flick hatte Köpke dem 30-Jährigen Wiese die Entscheidung in der vergangenen Woche in Hoffenheim mitgeteilt. Es sei aber eine sportliche Entscheidung gewesen. "Wir wissen, was er kann und wir wissen, dass wir immer auf ihn zurückgreifen können", sagte der 52-Jährige. Babbel hatte sich in der "Bild"-Zeitung die Ausbootung seines Torhüters aus der Nationalmannschaft scharf kritisiert. "Die Art und Weise, wie man Tim behandelt hat, ist nicht okay. Ich erwarte, dass der Cheftrainer so etwas selbst sagt und nicht seinen Assistenten schickt. Als Chef muss man auch unangenehme Gespräche führen", hatte Babbel gesagt.

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