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Joachim Löw verzichtet auf weiteren Stoßstürmer bei WM 2014

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Joachim Löw hat sich entschieden

21.03.2013, 19:29 Uhr | t-online.de

Joachim Löw verzichtet auf weiteren Stoßstürmer bei WM 2014. Joachim Löw (li.) hat seine ganz eigenen taktischen Vorstellungen. (Quelle: imago/MIS)

Joachim Löw (li.) hat seine ganz eigenen taktischen Vorstellungen. (Quelle: imago/MIS)

Bundestrainer Joachim Löw bleibt sich in der Stürmerfrage treu. Am Rande der Vorbereitung auf die beiden WM-Qualifikations-Länderspiele gegen Kasachstan (erstes Spiel am 22. März ab 18.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) hat sich Joachim Löw endgültig festgelegt. Entweder schaffen es Mario Gomez und Miroslav Klose bei der WM in Brasilien fit zu sein oder es fährt kein weiterer Stoßstürmer mit nach Südamerika. Dann würde Deutschland ohne Mittelstürmer spielen. "Das System ohne Zentrumsstürmer bietet Vorteile", sagt auch Mario Götze im Interview mit t-online.de.

Die Tatsache, dass Klose bei den Quali-Spielen verletzt passen muss, Löw aber auf eine Nachnominierung Stefan Kießlings verzichtet hat, offenbart die Pläne des Bundestrainers. Sollte das derzeitige Sturm-Duo aus welchen Gründen auch immer bei der WM nicht spielen können, wird Löw ohne gelernten Mittelstürmer versuchen, den Titel zu erringen und stattdessen auf einen Mittelfeldspieler zurückgreifen.

Bald ohne Mittelstürmer?

"Da haben wir sehr viel spielerisches Potenzial“, sagte der Bundestrainer und zählt auf: "Götze, Özil, Müller, Reus, bald vielleicht auch noch Draxler." Sie alle seien "bewegliche und vielseitige Spieler" und daher auch Alternativen fürs Angriffszentrum.

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Die Spielidee ohne Mittelstürmer ist indes nicht neu. Der FC Barcelona agiert ohne Stoßstürmer, hat dafür aber mit Messi einen Akteur in den Reihen, der ohnehin ein Spiel ganz alleine entscheiden kann. Auch Spanien hat es bei der EM 2012 mal ohne klassischen Angreifer versucht, aber das Experiment schnell wieder beendet.

In der Bundesliga greift vor allem Freiburgs Christian Streich auf ein System ohne Stürmer zurück. Auch Armin Veh hat es bei Eintracht Frankfurt schon probiert und sagt: "Man hat Jahre gebraucht, um ein Mittel gegen die Abwehrkette zu finden. Das ist ein Mittel, eine Weiterentwicklung des Spiels." Das mag wohl stimmen. Dennoch bleibt die Frage, warum sich Löw zu so einem frühen Zeitpunkt bereits festlegt hat und sich so ohne Not jeglicher Alternativen beraubt.

Klopp glaubt nicht an System ohne echten Neuner

Als bei Borussia Dortmund Robert Lewandowski nach einer Roten Karte für einige Spiele nicht zur Verfügung stand, hatte es Jürgen Klopp ebenfalls mit seinen Offensivkräften Marco Reus und Mario Götze in vorderster Front versucht. Grundsätzlich aber sei dies keine Lösung, sagte der Borussen-Coach. Auf Dauer könne man laut Klopp nicht ohne den klassischen Stoßstürmer, der sich aufreibt und Wege schafft und auch im Luftkampf als Abnehmer von Flanken taugt, auskommen.

"Mindestens 95 Prozent der Topteams im Weltfußball spielen immer noch mit einem richtigen Stürmer. Und 99 Prozent der Trainer sind froh, wenn sie einen Killer im Team haben", sagt auch Mario Gomez gegenüber dem "Express". "Irgendwann benötigt jede Mannschaft einen, der Tore schießt. Sonst gewinnst du nämlich kein Spiel", sagte der Bayern-Angreifer weiter. "Ich denke, jede Mannschaft braucht einen Killer, unabhängig davon, ob der groß oder klein, schwer oder leicht ist."

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Verzockt sich Löw erneut?

International bevorzugt sogar das große Vorbild Spanien im 4-3-3-Sytsem mit David Villa oder Fernando Torres den Einsatz eines gelernten Stürmers. In allen anderen Mannschaften ist eine Variante ohne wirkliche Spitze sowieso nicht vorgesehen. Bei Frankreich gibt Karim Benzema den Stoßstürmer, bei Italien erfüllen Balotelli, Gilardino oder Osvaldo diese Rolle, bei den Niederländern streiten van Persie und Huntelaar um den Platz in der Spitze. Und bei Argentinien oder Brasilien stellt sich nicht die Frage, ob es einen Stürmer gibt, sondern wer dort zum Einsatz kommt.

Bei der EM 2012 hat sich Löw bereits gewaltig verzockt, als er gegen Italien plötzlich eine neue Taktik aus dem Hut zauberte und sich zu sehr nach dem Gegner richtete. Das Ende ist bekannt. Mit dem schwächsten Auftritt bei dem Turnier schied Deutschland sang- und klanglos im Halbfinale gegen Italien mit 1:2 aus.

Nie mehr Brechstange?

Mit seiner Maßnahme bereits jetzt auf Kießling zu verzichten, raubt er sich eine zusätzliche Alternative für die WM 2014 in Brasilien. Sollten Gomez und Klose nicht zur Verfügung stehen oder Formschwäche zeigen, muss Löw auf einen Mittelfeldspieler zurückgreifen. Ob das auch fruchtet, wenn Deutschland in einem K.o.-Spiel in der Schlussphase einen Rückstand wettmachen muss?

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