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Wieso Deutschland gegen Portugal "den Kürzeren ziehen" wird

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Portugals Presse vor Duell mit DFB-Elf  

"Deutschland wird diesmal den Kürzeren ziehen"

16.06.2014, 15:00 Uhr | t-online.de

Wieso Deutschland gegen Portugal "den Kürzeren ziehen" wird. Stürmer Helder Postiga (re.) gelang bei der EM 2008 das bislang letzte Tor für Portugal gegen Deutschland. Hier gerät er im Viertelfinale mit dem am Boden liegenden Per Mertesacker aneinander.  (Quelle: imago/MIS)

Stürmer Helder Postiga (re.) gelang bei der EM 2008 das bislang letzte Tor für Portugal gegen Deutschland. Hier gerät er im Viertelfinale mit dem am Boden liegenden Per Mertesacker aneinander. (Quelle: MIS/imago)

Von Ricardo Da Silva Campos

Ganz Portugal freut sich auf das mit Spannung erwartete WM-Auftaktspiel gegen Deutschland. Auch der 48-jährige Joaquim Ferreira befindet sich mental schon im Fußballrausch. Der namhafte Sportjournalist aus Porto wird für mehrere Zeitungen über die WM 2014 in Brasilien berichten. Und wer das erste Spiel in Gruppe G am 16. Juni (ab 17.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) gewinnen wird, steht für ihn bereits eindeutig fest. "Deutschland wird diesmal den Kürzeren ziehen. Wir haben nicht nur eine Rechnung mit ihnen offen", sagt Ferreira.

Der DFB-Elf fehle diesmal ein echter Antreiber, um auch dieses "Duell auf rein sportlicher Ebene" für sich zu entscheiden. "Kevin-Prince Boateng hatte Recht mit seinen Aussagen, sie sind einfach zu lieb. Und wenn sie in Rückstand geraten, lassen sie sich hängen", glaubt Ferreira. Einzig und allein Thomas Müller sei ein Spieler, der in solchen Situationen Verantwortung übernehme.

"Lahm & Co. wirkten wie Slalomstangen"

Zum Thema Cristiano Ronaldo hat er ebenfalls eine klare Meinung: "Unser Kapitän ist zurück! Ein fitter Ronaldo ist derzeit einfach nicht zu stoppen. Das hat er mit seinen beiden Treffern im Halbfinal-Rückspiel der Champions League von Real Madrid gegen den FC Bayern (4:0) gezeigt. Und da waren etliche deutsche Nationalspieler wie Philipp Lahm, Jerome Boateng, Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger oder auch Manuel Neuer involviert", sagt er.

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Der Real-Stürmer habe im Semifinale der Königsklasse mehrere DFB-Profis "wie Slalomstangen" aussehen lassen. Ronaldo werde in dem Duell aber auch aus einem anderen Grund brennen wie nie. "Ein Titel mit der Nationalelf fehlt ihm schließlich noch in seiner Sammlung", so Ferreira. Zudem habe kein anderer Spieler einen derart starken Siegeswillen.

Dass Portugal allerdings allein von ihm abhängig sein soll, will er so nicht stehen lassen. "Klar ist CR7 wichtig für das Spiel der Portugiesen. Aber wir haben ja auch noch weitere Spieler im Kader. Ein Nani kann genauso ein Spiel entscheiden wie ein Joao Moutinho. Also Vorsicht, Deutschland!", mahnt er.

"Druck liegt bei Deutschland"

Das Team von Nationaltrainer Paulo Bento werde in Brasilien endlich Revanche für die drei knappen Pleiten bei der WM 2006 (3:1 für Deutschland), der EM 2008 (3:2 für Deutschland) und der EM 2012 (1:0 für Deutschland) nehmen. "Es ist an der Zeit, dass Portugal endlich mal erntet, was es sät. Spieler wie Ronaldo, Pepe, Fabio Coentrao oder Torhüter Bento reisen mit europäischen Titeln im Gepäck nach Brasilien. Das wird ihnen eine Extraportion Selbstvertrauen geben", so der Fußball-Fachmann weiter.

Der Druck liege schließlich ohnehin bei Bundestrainer Joachim Löw und seiner DFB-Auswahl, denn "sie sind in der Favoritenrolle." Und wenn der DFB-Coach glaube, dass Deutschlands letzter Testspielgegner Armenien (6:1) taktisch so spiele wie Portugal, dann sei dies ziemlich blauäugig. "Taktik hin oder her: Bentos Truppe mit den Armeniern zu vergleichen spricht nicht unbedingt für Löws Fachkompetenz", so Ferreira.

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"Heimvorteil" für Portugal?

Als weiteren Pluspunkt sieht Ferreira den vermeintlichen "Heimvorteil" der Portugiesen im WM-Gastgeberland. "Wir fühlen uns in Brasilien zu Hause. Es gibt etliche Verbindungen zwischen beiden Völkern - nicht nur auf sprachlicher oder historischer Ebene, sondern auch auf kultureller Basis."

Die Unterstützung der brasilianischen Fans habe das Team zudem mehrfach bei Stippvisiten im Land erlebt. "Wenn Brasilien nicht spielt, werden sie auch uns emotional tragen, sie werden unser zwölfter Mann sein". Man schätzt, dass heute rund 1,2 Millionen Portugiesen in der ehemaligen Kolonie leben. Portugal wäre damit die bevölkerungsstärkste ausländische Nation in Brasilien.

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Da Einwanderer in Brasilien allerdings nicht zur Registrierung im Konsulat verpflichtet sind, gibt es hierzu keine verlässlichen Zahlen. Der Zuwachs pro Jahr ist allerdings enorm: Beispielsweise 2012 verließen etwa 52.000 Portugiesen nach Angaben der Nationalen Statistikbehörde das Land in Richtung Zuckerhut. Mehr als die Hälfte davon waren junge Leute zwischen 20 und 34 Jahren.

"Als Portugal das Monster weckte"

Die portugiesische Tageszeitung "Record" erinnert sich derweil gerne zurück an die EM 2000. Damals besiegte Sergio Conceicao mit seinem Hattrick die deutsche Elf quasi im Alleingang (3:0), die Seleccao schloss die Gruppe mit insgesamt drei Siegen (gegen Deutschland, England und Rumänien) als Tabellen-Erster ab.

Der frühere Bundestrainer Erich Ribbeck und Stars wie Michael Ballack, Lothar Matthäus und Co. mussten derweil als Gruppenletzter die Segel noch vor dem Viertelfinale streichen. "Als Portugal das Monster weckte", titelte das Blatt in Anlehnung an die bislang höchste Pflichtspielniederlage der Deutschen gegen die Lusitaner. Dieser Prestigeerfolg ist allerdings 14 Jahre her; eine enorm lange Zeit im ständigen Wandel des Weltfußballs.

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"Ronaldo wird die Zukunft vergolden"

Und dennoch stellt sich die Mehrheit der portugiesischen Presse auf einen Triumph im Auftaktspiel ein. Dass ihr "Nationalheld" dabei den Unterschied machen wird, ist für sie klar. "Der 'Oberschenkel der Nation' ist wieder da - Ronaldo wird die Vergangenheit der Selecao am Zuckerhut vergessen machen und Portugals Zukunft vergolden", titelte derweil "O Jogo".

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