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Taktik-Analyse: So kann die DFB-Elf Portugal schlagen

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Taktik-Analyse  

So kann die DFB-Elf Portugal schlagen

15.06.2014, 05:31 Uhr | t-online.de

Taktik-Analyse: So kann die DFB-Elf Portugal schlagen. Deutschlands Thomas Müller (re.) kommt gegen Portugals Moutinho und Co. wohl eine ganz besondere Rolle zu. (Quelle: imago/Bernd König)

Deutschlands Thomas Müller (re.) kommt gegen Portugals Moutinho und Co. wohl eine ganz besondere Rolle zu. (Quelle: Bernd König/imago)

Die deutsche Nationalmannschaft startet am Montagabend gegen Portugal ihre Mission Titelgewinn bei der WM in Brasilien. Im Vorfeld des Turniers hat sich Taktik-Experte Christian Titz beide Mannschaften genau angesehen und die jeweiligen Stärken und Schwächen der Teams analysiert. Bei t-online.de erklärt der 43-jährige Fußballlehrer exklusiv, worauf die DFB-Elf höllisch aufpassen muss, wie sie Superstar Cristiano Ronaldo stoppen kann und welche entscheidende Rolle auf Thomas Müller zukommen wird.

Das Interview führte Mark Weidenfeller

t-online.de: Herr Titz, der deutsche Gegner Portugal wurde von Bundestrainer Joachim Löw als "Weltmeister im Kontern" bezeichnet - zehn der letzten zwölf Tore haben sie nach schnellen Tempogegenstößen erzielt. Wie kann die DFB-Elf verhindern, dass dieser Hochgeschwindigkeitszug ins Rollen kommt?

Christian Titz: Das wird ein ganz entscheidender Punkt der Partie. Denn obwohl auch die deutsche Mannschaft ihre Stärken im schnelle Umschaltspiel hat, erwarte ich, dass sie dominant auftreten und hoch stehen wird. Sollte dann ein Ball in der gegnerischen Hälfte verloren gehen, wird es sehr gefährlich und es gibt eigentlich nur noch ein Mittel: das direkte Gegenpressing.

Können Sie erklären, was das bedeutet?

Der ballführende Spieler des Gegners muss umgehend unter Druck gesetzt, am Spielaufbau gehindert und zu einem Rückpass oder einem Ball auf die Außen gezwungen werden. Wenn das nicht gelingt und die Portugiesen Bälle in die Schnittstellen spielen können, geht es in einem Höllentempo in Richtung deutsches Tor. Spieler wie Cristiano Ronaldo oder Nani haben einen unglaublichen Speed, das kann man dann fast nicht mehr verteidigen.

Real Madrids Superstar Ronaldo wird aller Voraussicht nach im direkten Duell auf Jerome Boateng treffen. Was muss der deutsche Rechtsverteidiger beachten?

Prinzipiell muss man sagen, dass ein Spieler wie Ronaldo nie komplett ausgeschaltet werden kann, das wird auch Boateng nicht schaffen. Hier kommt es extrem auf die Hilfe seiner Mitspieler an. Boateng hat oft Probleme, wenn seine Gegenspieler in die Mitte ziehen, da fehlt ihm einfach aufgrund seiner Größe ein wenig die explosive Antrittsschnelligkeit. Also müssen Sami Khedira und Philipp Lahm – es sieht ja vieles danach aus, dass diese beiden im zentralen Mittelfeld auflaufen werden – diese Räume zustellen und den Weg nach innen verhindern. Es geht nur mit Gemeinschaftsarbeit.

Hat Portugal denn noch andere Stärken als ihre schnellen Konter und die individuelle Klasse von Ronaldo?

Definitiv ja. Sie sind passsicher, kombinationsstark und finden auch in engen Räumen oft einen Ausweg. Zudem sind sie enorm gefährlich bei Standards.

Baut Löw deshalb womöglich auf vier gelernte Innenverteidiger in der Viererkette – will er die Lufthoheit gewinnen?

Es ist durchaus möglich, dass das genau seine Überlegung ist. Mit Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Per Mertesacker und Boateng hätte er gleich vier kopfballstarke Spieler in der Verteidigung, die bei Eckbällen oder Freistößen aus dem Halbfeld erst einmal überwunden werden müssten.

Klingt nach einem arbeitsreichen Tag für die deutsche Defensive.

Allerdings. Arbeit kommt aber auch auf die Offensive zu. Vor allem auf den rechten Außenspieler, hier wäre Thomas Müller der ideale Mann. Denn die linke Seite der Portugiesen ist ganz klar ihre Sahneseite. Hier haben sie mit Außenverteidiger Fabio Coentrao und Joao Moutinho auf der Halbposition zwei exzellente Spieler, die immer wieder Ronaldo suchen oder selbst Druck machen. Deswegen kommt auf Müller, sollte er rechts spielen, eine Sonderrolle zu. Er hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er in der Defensive gut arbeiten kann und das wird er auch gegen Portugal tun müssen.

Was genau muss er tun?

Er sollte Coentrao schon im Spielaufbau stören und den Passweg auf Ronaldo zustellen. Es wird letztlich ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg sein, dass die DFB-Elf es schafft, die linke Seite der Portugiesen aus dem Spiel zu nehmen. Und hier ist an vorderster Front ein Spielertyp wie Müller gefragt.

Kommen wir zur Offensive: Ist es sinnvoll, gegen Abwehrkanten wie Ricardo Costa, Neto, Bruno Alves oder Pepe mit kleinen wendigen Spieler zu agieren oder sollte Miroslav Klose als echte Spitze vorne rein gehen?

Generell ist Portugal anfällig, wenn schnell durch die Mitte gespielt und mit Pässen in die Tiefe gearbeitet wird. Also dann, wenn Deutschland 25 bis 30 Meter vor dem Tor in zentraler Position in Ballbesitz ist, die Außenbahnspieler zusätzlich einrücken und sich dann mit Doppelpässen in den Rücken der Abwehr spielen. Für diese Kombinationen wäre mit Sicherheit ein Spielertyp wie Götze, der sich in den Zwischenräumen bewegt und Räume schafft, prädestiniert. Mit zunehmender Spieldauer könnte dann aber auch ein Spieler wie Klose, der über eine gewisse körperliche Präsenz verfügt, wichtig werden.

UMFRAGE
Wie weit kommt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien?

Wie sollte die deutsche Nationalmannschaft das Spiel denn generell angehen - erst einmal hinten sicher stehen und an Portugal orientieren? Oder selbst das Heft in die Hand nehmen?

Der deutsche Spielstil ist dominant, deswegen sollten sie möglichst oft den Ball haben und versuchen, Portugal unter Druck zu setzen. Aber die Defensive darf nicht vernachlässigt werden, die Mannschaft muss den richtigen Mix finden. Insgesamt wird es bei diesem Spiel sehr auf die Taktik, aber auch auf die Tagesform ankommen. Und natürlich darauf, wer den ersten Fehler macht. Die Fans können sich auf ein spannendes Spiel freuen, das eigentlich schon fast eines WM-Halbfinales würdig ist.

Mehr Informationen zu Christian Titz, der schon bei großen Vereinen wie Bayer Leverkusen, Schalke 04 oder Ajax Amsterdam hospitierte und den FC Homburg als Chefcoach 2012 in die Regionalliga Südwest führte, finden Sie bei Facebook (www.coaching-portal-zone.de) und seinem YouTube-Channel (https://www.youtube.com/watch?v=unV1795mTkA).

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