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Christoph Kramer im Interview: "Bin immer in Alarmbereitschaft"

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WM-Debüt gegen die USA?  

Kramer: "Ich bin immer in Alarmbereitschaft"

25.06.2014, 07:55 Uhr | , t-online.de

Christoph Kramer im Interview: "Bin immer in Alarmbereitschaft". Der deutsche Nationalspieler Christoph Kramer brennt im Gruppenspiel gegen die USA auf seinen ersten WM-Einsatz. (Quelle: imago/Team 2)

Der deutsche Nationalspieler Christoph Kramer brennt im Gruppenspiel gegen die USA auf seinen ersten WM-Einsatz. (Quelle: Team 2/imago)

Vor wenigen Wochen kannte ihn in Deutschland kaum jemand. Gegen die USA (Donnerstag, ab 17.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) könnte seine große Stunde schlagen. Christoph Kramer steht kurz vor seinem WM-Debüt. Sami Khedira nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, Bastian Schweinsteiger kein Mann für 90 Minuten und Philipp Lahm sowie Toni Kroos bisher voll beansprucht: Der letzte verbliebene defensive Mittelfeldspieler könnte noch sehr wichtig werden für Joachim Löw. Zumal der 23-Jährige als stärkster Läufer der Bundesliga gilt.

Im Interview mit t-online.de gibt sich der Fährensänger und Tagebuchschreiber selbstbewusst und vor allem schon sehr reflektiert für seine erste WM-Teilnahme.

Das Interview führte Thomas Tamberg

Herr Kramer, Sie haben sich in der Heimat zu einer heißen Aktie entwickelt. Nicht wenige wünschen sich einen Einsatz von Ihnen.

Christoph Kramer: Ehrlich? Das habe ich noch gar nicht mitbekommen. Aber das ist natürlich schön. Ich lasse mich mal überraschen.

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Wie sehen Sie Ihre Situation?

Ich habe die ersten beiden Spiele nicht gespielt. Und ich weiß natürlich auch, dass hier etwas überraschend gelandet bin. Ich fühle mich aber als Teil einer gut funktionierenden Mannschaft. Alle haben mich super aufgenommen.

Der Teamgeist ist ein großes Thema. Ist das Klima wirklich so gut?

Gerade in Auswahlmannschaften ist es nicht selbstverständlich, dass man so gut aufgenommen wird. Das ist hier schon etwas Besonderes. Nach wenigen Tagen hat man sich willkommen gefühlt, alles ist stimmig. Man fühlt sich direkt total integriert, akzeptiert und respektiert.

Es wird in Deutschland auch diskutiert, ob Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira die nötige Fitness haben, ein ganzes Turnier durchzustehen. Wie ist Ihr Eindruck?

Ich sehe sie tagtäglich im Training, die beiden machen einen guten Eindruck.

Ebenfalls wird darüber diskutiert, ob Philipp Lahm wieder auf die rechte Außenverteidiger-Position zurückkehren soll. Dann wäre ein Platz im Mittelfeld frei...

Ich finde Philipp Lahm richtig gut. Ob als Außenverteidiger oder auf der Sechs. Es wäre nicht schlecht, wenn man ihn klonen könnte. Ich habe keine richtige Meinung dazu, wo Philipp wertvoller ist.

Glauben Sie, dass Ihr großer Moment noch kommt?

Es kribbelt schon, aber ich kann es nicht einschätzen. Wenn mich der Bundestrainer aufstellt, sage ich bestimmt nicht nein. Sollte ich zum Einsatz kommen, dann freue ich mich riesig, wenn nicht, dann bin ich echt nicht enttäuscht.

Sind Sie in Alarmbereitschaft?

Klar, ich bin immer in Alarmbereitschaft.

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Wie muss man sich das vorstellen?

Das ist man automatisch, wenn man jeden Tag trainiert. Dann ist man auf einem fitten Level und hofft, dass man irgendwann ran darf. Ich bin jedenfalls bereit.

Man hat den Eindruck, dass alle Mannschaften bei dieser WM volle Pulle gehen. Wie wichtig ist die Fitness?

Die Fitness ist sehr wichtig. Und Ihr Eindruck ist so auch nicht präzise. Es sieht nur ein Stück weit nur so aus, dass alle volle Pulle gehen, weil ab der 60. Minute bei jeder Mannschaft die Kräfte schwinden. Dann ist man nicht mehr konzentriert genug und hat viele Ballverluste. Dann entsteht ein offener Schlagabtausch und deswegen sieht das Ganze nach hohem Tempo aus. Wenn man sich aber hinterher die Laufleistung anguckt, sieht man, dass die Intensität gar nicht so hoch ist, wie der Anschein glauben lässt.

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Aber man hat schon den Eindruck, dass alle Spieler wahnsinnig viel rennen würden?

Mir ist bei diesem Turnier aufgefallen, dass das Feld unheimlich groß ist. In der Bundesliga finden die Spiele immer auf 40, 50 Metern statt. Hier stehen die Mannschaften ab der 60. Minute teilweise 70 Meter auseinander. Sie schieben nicht mehr richtig raus. Wenn man vorne den Ball verliert und kein Mittelfeld mehr hat, muss man unheimlich viele Wege gehen und viele Sprints machen. Deswegen sieht es immer so aus, als würden die Spieler so unfassbar viel rennen.

Man sagt Ihnen die Fähigkeiten nach, dass Sie über den Schmerz hinweg laufen können. Können Sie das erklären?

Es kommt irgendwann immer ein Punkt, an dem man denkt, man kann nicht mehr. Das Gefühl kennt jeder. Diesen Moment habe ich beim Laufen irgendwie nicht so richtig. Ich kann immer noch ein relativ zügiges Tempo weiterlaufen. Das ist typbedingt. Ich bin eher der Ausdauernde als der Schnellkräftige. Wenn ich Liegestütze mache und ich kann nach 30 nicht mehr, dann kann ich machen, was ich will. Die 31. bekomme ich einfach nicht mehr hin.

Sie sollen auf der Fähre nach dem 4:0-Sieg gegen Portugal gesungen haben. Stimmt das?

Ja, ich habe gesungen. Und zwar 'When you say nothing at all' - und das unter freiem Sternenhimmel.

Wie waren die Reaktionen?

Na riesig.

Und wie kam es dazu?

Nach dem ersten Länderspiel muss man eigentlich eine Rede halten, da habe ich mich ein bisschen drum herum geschlichen. Bevor ich eine trockene Rede halte, habe ich vorgeschlagen, lieber etwas zu singen. Das war zwar nicht mein Lieblingslied, aber auf der Fähre unter dem Sternenhimmel nach so einem Sieg - da fiel mir nichts anderes ein.

Gibt es eigentlich tatsächlich dieses Tagebuch, in das Sie alle Ihre Spiele notieren?

Ja, das gibt es. Aber ich habe es nicht dabei. Die Einträge hole ich aber alle im Urlaub nach. Es ist nichts Spektakuläres. Ich schreibe da immer nur einen Zehnzeiler zu jedem Spiel rein. Das ist eine schöne Erinnerung.

Wann haben Sie zuletzt etwas eingetragen?

Oh, ich habe geschludert. Der letzte Eintrag ist vom Bayern-Spiel zum Bundesliga-Rückrundenauftakt. Ich habe also noch 16 Spiele nachzutragen. Und dann noch hier alles. Bei einer WM kann man auch mal was schreiben, wenn man nicht gespielt hat.

Wie weit wird es für die deutsche Mannschaft bei der WM gehen?

Bei dieser WM kommt es ganz extrem auf die Tagesform an. Ich habe mich hier schon oft vertippt. Alle Mannschaften sind auf einem hohen Niveau. Dann hängt es von vielen Kleinigkeiten ab, die am Ende viel ausmachen. Die muss man alle richtig machen, dann kann es richtig weit gehen.

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