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Presse zu Doping-Bericht: "Russland hat äußerstes Verbrechen begangen"

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Presse zum Doping-Report  

"Russland hat äußerstes Verbrechen begangen"

19.07.2016, 13:51 Uhr | t-online.de, dpa

Presse zu Doping-Bericht: "Russland hat äußerstes Verbrechen begangen". Die internationale Presse kommentiert die Doping-Enthüllungen mit harschen Worten. (Quelle: AP/dpa)

Die internationale Presse kommentiert die Doping-Enthüllungen mit harschen Worten. (Quelle: AP/dpa)

Der McLaren-Report zu staatlich gelenktem Doping in Russland hat für Aufruhr gesorgt - auch im Blätterwald. Die internationalen Zeitungen kommentieren den von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) initiierten Bericht mit teils harschen Worten.

So schreibt etwa der britische "Daily Telegraph" vom "äußersten Verbrechen", das Russland begangen habe, und fordert die "äußerste Strafe".

Die Zeitungen in Russland sehen die Angelegenheit teilweise gänzlich anders. So enthalte der WADA-Bericht laut dem Blatt "Rossijskaja Gaseta" "keine konkreten Beweise, die Dopingverstöße während Olympia in Sotschi belegen".

Hier finden Sie die internationalen Pressestimmen im Überblick:

Großbritannien

"The Guardian": Russland in Rio auszuschließen ist zwingend notwendig, um die Glaubwürdigkeit der Olympischen Spiele zu retten. Wenn Russische Sportler unter ihrer Fahne in Rio antreten dürfen, wird die Glaubwürdigkeitslücke, die die Spiele und ihre Sportarten schon so lange begleitet, ins Unermessliche wachsen.

"The Times": Es ist Zeit, Russland rauszuwerfen. Die jüngsten Enthüllungen über das enorme Ausmaß des russischen Dopings lassen keinen Raum für Ausflüchte oder Ausweichmanöver. Russland muss auf unbestimmte Zeit von der olympischen Bewegung ausgeschlossen werden.

"The Independent": Nur wenn der Ausschluss bei Sportereignissen absolut ist, einschließlich Olympischer Spiele, Weltmeisterschaften, internationaler Turniere, werden Russland und Putin anfangen zu begreifen, dass die Sauberkeit des Sports nicht verhandelbar ist.

"Daily Telegraph": Ein Ausschluss Russlands würde auch die treffen, die nicht gedopt waren. Aber es wäre weitaus schlimmer, ein Land zuzulassen, dessen gesamte Philosophie und Vorgehensweise auf Lügen gebaut sind. Russland hat das äußerste Verbrechen begangen, jetzt muss es die äußerste Strafe erhalten.

Niederlande

"De Telegraaf": Russland hat den Sport als Vehikel seines Machtdenkens missbraucht und jedes Mittel war recht, um Medaillen zu holen. Das ist eine Strategie, die an die Hoch-Zeiten der DDR erinnert. Wenn hier jetzt nicht Grenzen gesetzt werden, verlieren die Olympischen Spiele an Glaubwürdigkeit und jede russische Medaille stünde von vorneherein unter Verdacht.

Belgien

"Le Soir": Für Russland wird die Luft vor Rio immer dünner. Der Bericht von McLaren lässt keinen Platz mehr für Missverständnisse. Das staatlich organisierte Doping und die Betrügereien Russlands könnten den Athleten teuer zu stehen kommen.

Russland

"Sport-Express": Der WADA-Bericht ist ausgewogen und durchdacht, aber nicht ohne Schwachstellen. Präsident Wladimir Putin hat nun die Suspendierung der Schuldigen angekündigt - aber ob uns dies vom Ausschluss von Olympia in Rio retten wird, ist eine große Frage. Die Möglichkeit eines traurigen Endes ist leider sehr real.

"RBK": Der WADA-Bericht kann zum Ausschluss Russlands von Olympia in Rio führen. Zwar hat Chefermittler Richard McLaren dies nicht explizit gefordert, aber es gibt Stimmen, Russland für internationale Wettbewerbe zu sperren - "bis zur Veränderung der Kultur" im Land.

"Rossijskaja Gaseta": Der WADA-Bericht enthält keine konkreten Beweise, die Dopingverstöße während Olympia in Sotschi belegen. Alles stützt sich auf Aussagen des Ex-Chefs des Moskauer Anti-Dopinglabors, Grigori Rodschenkow. Angesichts seines zweifelhaften Rufs kann man seinen Erklärungen kaum vertrauen.

Tschechien

"Pravo": Die Enthüllungen über unlautere Praktiken im russischen Sport nehmen kein Ende. Der neueste Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission der Anti-Doping-Agentur WADA beschreibt das Vorgehen bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi. Dessen Lektüre gibt keinen Grund zur Freude.

"MF Dnes": "Schuld und Sühne" ist ein russischer Klassiker. Jetzt kämpft das Land darum, dass seine Dopingverbrechen nicht bestraft werden. Falls das Verbot für zwei der schmutzigsten Sportarten tatsächlich fallen sollte, wäre das der reine Hohn. In einer Welt, in der leere Politikergesten gang und gäbe sind, und Phrasen immer wieder ergebnislos gedroschen werden, muss die internationale olympische Bewegung beweisen, dass sie anders sein kann.

"Lidove noviny": Russische Journalisten verweisen darauf, dass man nicht das Prinzip der Kollektivschuld anwenden dürfe, selbst dann, wenn der Staat sich am Doping beteiligt haben sollte. Darüber, ob die Teilnahme an den Olympischen Spielen allen russischen Sportlern ohne Unterschied verboten wird, muss aber das Internationale Olympische Komitee entscheiden.

Italien

"La Repubblica": Der Verfall des militärischen Apparates und des Geheimdienstes KGB in der post-sowjetischen Ära hat auch den russischen Sport und sicher die unterstützenden chemischen Labore geschwächt. Es war Putin, der den Niedergang der UdSSR die größte Tragödie der Geschichte genannt hatte, und der die Wiederkehr der sportlichen Größe zur Vorgabe gemacht hatte. (...) Die Olympischen Spiele in Sotschi waren die große Wiedergutmachung des Zars. (...) Wenn Russland nicht in Rio dabei ist, ist der Zar nackt. Aber genau deshalb ist er noch furchterregender.

Österreich

"Kronen Zeitung": Es ist der vielleicht größte und umfangreichste Doping-Skandal seit den Zeiten der ehemaligen Sowjetstaaten!

"Kurier": Das Doping-Beben bringt vor allem das Internationale Olympische Komitee (IOC) in die Bredouille.

"Die Presse": Doping unter staatlicher Aufsicht. (...) Die dunkle Seite des Sports wurde am gestrigen Montag auf 97 Seiten zusammengefasst.

Ungarn

"Népszabadság": Das IOC und die Welt stehen nun vor dem Dilemma, ob sie Russland zum ersten Mal von einer Olympiade ausschließen sollen oder ob sie es hinnehmen wollen, dass einzelne Nationen erneut das Doping in den Rang einer staatlichen Politik erheben. Letzteres gab es schon einmal. Am meisten konnte man diesbezüglich über die Sportler der Sowjetunion und der DDR hören, aber es gab auch andere. Zur Zeit des Kalten Krieges war der Erfolg so wichtig, dass man dafür alles geopfert hat, auch die Moral. Jetzt ist wieder Kalter Krieg, zumindest empfindet das Moskau so.

Polen

"Przeglad sportowy": Der am Montag in Toronto vorgelegte Bericht bringt solche Details ans Licht, die einfach umhauen. Kein Wunder, dass die internationalen Gremien nun verlangen, das ganze Olympia-Komitee Russlands zu sperren und die Sportler dieses Landes nicht zu den Spielen in Rio de Janeiro zuzulassen.

Spanien

"El Mundo": Raketenkrise: Putin droht mit einem Boykott der Spiele.

"Mundo Deportivo": Russland mit dem Rücken zur Wand. "Sport": "Für Russland gibt es kein Entrinnen.

Schweiz

"Neue Zürcher Zeitung": Staatsdoping? Man darf sich ruhig die Augen reiben ob der realen Existenz eines Konstrukts, das man längst beerdigt glaubte. (...) Die jüngsten Erkenntnisse aus dem russischen Spitzensport legen denn auch ein sehr archaisches Denken offen - eines, das zum Treiben der politischen Führung auf internationalem Parkett passt: Hauptsache, Terraingewinne, egal zu welchem Preis. Diese Dreistigkeit der Staatsdoper darf nicht folgenlos bleiben.

"Blick": Das IOC kann nicht anders. (...) Nach dem McLaren-Bericht können sich auch das IOC und dessen Präsident Thomas Bach nicht länger naiv geben. Wenn Bach Null-Toleranz predigt, muss er sie auch umsetzen. Das heißt: Alle russischen Sportler von Rio ausschließen!

"Tages-Anzeiger": Dass bei einem Ausschluss auch saubere russische Athleten bestraft würden, die es zweifellos gibt, wäre unvermeidbar. Angesichts der Dimension des Betrugs und des knappen Zeitrahmens bis Rio bleibt kein alternativer Fahrplan.

"Basler Zeitung": Russland ist natürlich nicht das einzige Land auf diesem Planeten, wo die Doping-­Bekämpfung ihren Namen nicht verdient. Jamaika, Kenia, China, Bulgarien und noch viele mehr - man könnte zahllose weitere Beispiele nennen, bei denen nicht alle, aber viele schon seit Langem vermuten, dass dort systematisch und ungestraft betrogen wird.

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