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Olympische Spiele 2016: Sicherheit genießt in Rio de Janeiro höchste Priorität

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Martialisches Szenario  

Sicherheit in Rio: Schuhe dürfen anbleiben

16.08.2016, 09:23 Uhr | t-online.de

Olympische Spiele 2016: Sicherheit genießt in Rio de Janeiro höchste Priorität. Sicherheitskräfte prägen derzeit das Stadtbild von Rio. (Quelle: imago/GEPA Pictures)

Sicherheitskräfte prägen derzeit das Stadtbild von Rio. (Quelle: GEPA Pictures/imago)

Aus Rio de Janeiro berichtet Johann Schicklinski

Metallabsperrungen, wohin das Auge blickt. Bereits in hunderten Meter Entfernung zum Maracana. Über dem altehrwürdigen Stadion kreisen Hubschrauber. Rund um die Arena laufen hunderte Polizisten Patrouille, dazu sind überall Soldaten positioniert, die ihre Maschinengewehre mit grimmigem Gesichtsausdruck vor der Brust halten.

Was fast wie ein Bürgerkriegsszenario klingt, waren die Sicherheitsvorkehrungen bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Natürlich ein absolutes Highlight und als solches ein Hochsicherheitsevent. Doch die kompletten Spiele stehen unter dem Eindruck schärfster Kontrollen.

Höchste Sicherheitsstufe

In Zeiten, in denen eine Bedrohung durch Terror oder fehlgeleitete Einzeltäter leider omnipräsent ist, gilt in der Zuckerhut-Metropole natürlich die oberste Sicherheitsstufe. Dementsprechend fallen die Maßnahmen aus: Zuschauer werden bis auf die Unterwäsche gefilzt, lange Schlangen entstehen an den Eingängen zu den Wettkämpfen.

Die Schuhe dürfen anbehalten werden

Doch nicht nur die Besucher müssen Geduld auf- und mitbringen. Für Medienschaffende, Volunteers, Offizielle oder auch Funktionäre gibt es in den Stadien und Hallen einen Check-in wie am Flughafen. Das bedeutet: Röntgenkontrolle der Taschen und Rucksäcke, Metalldetektoren, Abtasten, sogar das obligatorische Gürtelausziehen gehört zum Routineprogramm. Ebenso wie an den Airports dürfen auch keine Flüssigkeiten mit in die Arenen genommen werden. Immerhin: Die Schuhe dürfen anbleiben.

Diese Maßnahmen betreffen nicht nur den Zutritt zu den Wettkampfstätten, sondern auch das "Main Press Centre" (Medienzentrum) oder die Pressebereiche vor Ort. Scharfe Kontrollen, die jedes Länderspiel und jede Champions-League-Partie in Europa in den Schatten stellen.

Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben, das hat sich in der Vergangenheit leider viele Male gezeigt. Die Veranstalter in Rio sind bestrebt, das Risiko zu minimieren. Neben der Sicherheit soll auch ein möglichst reibungsloser Ablauf gewährleistet sein. Mit allen Mitteln: So wurde kurz vor der Eröffnungsfeier ein Anti-Olympia-Protestmarsch rund zwei Kilometer vor dem Stadion kompromisslos unter Einsatz von Tränengas gestoppt.

Es wird nicht lange gefackelt

Der martialische Auftritt der brasilianischen Soldaten und der grimmige Gesichtsausdruck, den auch die Polizisten zur Schau stellen, gibt den Besuchern der Spiele das Gefühl, sich besser an die Regeln zu halten und nicht aus der Reihe zu tanzen. Das dürfte auch der gewünschte Effekt sein. Dass während der Eröffnungsfeier nahe dem Maracana ein Straßendieb von Polizisten erschossen wurde, passt ins Bild. Die Botschaft dahinter: Es wird nicht lange gefackelt.

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Eine spezielle Passkontrolle soll etwa die Einreise erleichtern. Video

Beim Straßenradrennen der Männer wurde auch nicht zögerlich gehandelt. Nachdem im Zielbereich an der Copacabana ein verdächtiges Objekt gefunden wurde, sprengte man es kurzerhand in die Luft. Eine intensivere Prüfung wurde rasch verworfen, obwohl noch über 100 Kilometer zu absolvieren waren.

Mega-Event mit maximaler Aufmerksamkeit

Rio de Janeiro ist berüchtigt für seine hohe Kriminalitätsrate. Den zwischen 500.000 und 600.000 Besuchern von Olympia soll indes eine möglichst hohe Sicherheit geboten werden. Diese Sicherheit soll nicht nur an den Wettkampfstätten gegeben sein. Zwei der wichtigsten Touristenziele in Rio, der Cristo Redentor und der Zuckerhut, werden während der Olympischen Spiele von patrouillierenden Einheiten des bewaffneten Militärs bewacht.

Neben den Touristen gibt es einen zweiten Aspekt, der eine derart rigide und konsequente Vorgehensweise der Sicherheitskräfte wohl notwendig macht: Ein Mega-Event wie die Olympischen Spiele erfährt weltweit eine maximale Aufmerksamkeit. Milliarden sitzen vor den TV-Geräten. Ein Anschlag hätte in seiner medialen Wirkung eine maximale Reichweite.

Auch wenn Südamerika oder Brasilien bisher noch nicht im Visier von Terrororganisationen wie dem IS standen, die weltweite Bühne dürfte auch sie reizen. Deshalb machen die Olympia-Verantwortlichen alles richtig, trotz der im Einzelfall lästigen Kontrollen und der langen Wartezeiten.

Änderung im Sicherheitskonzept?

Immerhin: Bei den Zuschauern scheint sich jetzt eine Überarbeitung des Sicherheitskonzepts anzubahnen. Angesichts der oft erschreckend leeren Zuschauerränge an den ersten Wettkampftagen und vielen unzufriedenen Fans sind die Organisatoren ins Grübeln gekommen. "Wir glauben, dass die Sicherheitskontrollen viel dazu beigetragen haben, dass viele zu spät ankamen", sagte Mario Andrada, Kommunikationsdirektor von "Rio2016": Gleichzeitig kündigte er an: "Wir glauben aber auch, dass wir die Probleme lösen können ohne, dass wir die Sicherheit zurückschrauben müssen." Sichtbaren Erfolg, sprich kürzere Schlangen, brachten die Änderungen allerdings bislang noch nicht.

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