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Lob für Olympia-Star: "Andreas Wellinger kann das Skispringen prägen"

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Lob für deutschen Olympia-Star  

"Wellinger bringt alles mit, um das Skispringen zu prägen"

Ein Interview von Tobias Ruf, Pyeongchang

19.02.2018, 11:22 Uhr
Lob für Olympia-Star: "Andreas Wellinger kann das Skispringen prägen". Andreas Wellinger: Mit Gold von der Normalschanze und Silber von der Großschanze hat der 22-Jährige alle Erwartungen übertroffen. (Quelle: imago/GEPA pictures)

Andreas Wellinger: Mit Gold von der Normalschanze und Silber von der Großschanze hat der 22-Jährige alle Erwartungen übertroffen. (Quelle: GEPA pictures/imago)

Andreas Wellinger ist mit seinem Olympiasieg auf der Normalschanze und der Silbermedaille auf der Großschanze einer der Protagonisten der Olympischen Spiele. Auch Andreas Goldberger, österreichische Skisprung-Legende und Experte für den österreichischen Fernsehsender ORF, ist von den Leistungen des 22-Jährigen angetan. Und traut Wellinger noch viel mehr zu.

t-online.de: Herr Goldberger, wie beurteilen Sie die bisherige Leistung von Andreas Wellinger bei den Olympischen Spielen?

Andreas Goldberger (45): Ich freue mich wahnsinnig für den Andi. Er ist oft Zweiter geworden und hatte in der Vergangenheit auch mit einer schweren Verletzung zu kämpfen. Diese Erfolge hat er sich verdient. Und die Art und Weise war beeindruckend. Auf der Normalschanze springt er Schanzenrekord und der zweite Durchgang auf der Großschanze war ebenfalls ein sehr starker Sprung.

Was steckt noch in dem erst 22-jährigen Olympiasieger?

Wellinger bringt alles mit, um das Skispringen über Jahre zu prägen. Er hat eine hervorragende Grundtechnik, hat schon schwere Rückschläge verarbeitet und trotz seines jungen Alters schon viel Erfahrung. Er ist ein sehr positiver Charakter, das macht sich auf der Schanze bemerkbar. Hinzu kommt die Bodenständigkeit. Wellinger weiß, wo er herkommt. Das ist ganz wichtig, um über Jahre erfolgreich zu sein. 

Vater des Erfolgs ist Werner Schuster. Sie kennen den deutschen Bundestrainer gut. Was macht ihren Landsmann aus?

Werner ist ein akribischer Arbeiter, der nichts dem Zufall überlässt. Er kennt alle Daten und Fakten und ist immer bestens vorbereitet. Das war schon früher so, als wir noch gemeinsam gesprungen sind. Den konnte man sogar Fußball-Ergebnisse aus der dritten Liga fragen. Er hatte sie parat. Zudem hat er eine klare Ansprache, mit der er seine Springer erreicht. Er stellt sich immer vor die Mannschaft. Ganz egal, ob es gut oder schlecht läuft. Und er fordert viel von den Athleten. Das ist extrem wichtig bei der heutigen Generation. 

Andreas Goldberger (links) und t-online.de-Reporter Tobias Ruf an der Olympiaschanze von Pyeongchang. (Quelle: t-online.de)Andreas Goldberger (links) und t-online.de-Reporter Tobias Ruf an der Olympiaschanze von Pyeongchang. (Quelle: t-online.de)

Am Montag steht mit dem Mannschaftspringen das letzte Olympia-Event der Springer an. Wie geht ein Individualsportler wie ein Skispringer in ein Team-Event?

Das ist schon etwas anderes als im Einzelspringen. Man trägt für die ganze Mannschaft die Verantwortung, entsprechend geht man nicht ans ganz äußerste Risiko-Limit, wie man es vielleicht manchmal im Einzel tut. 

Wer sind die Favoriten im Team-Wettbewerb?

Norwegen, Deutschland und Polen sind die mit Abstand stärksten Mannschaften. Nach den Eindrücken von der Großschanze geht Norwegen als Top-Favorit ins Springen. 

Was braucht es, um ein Team-Event zu gewinnen?

Drei Springer müssen konstant sein und es braucht einen Ausreißer nach vorne. Das ist in der Regel der Schlüssel zum Erfolg. Von enormer Bedeutung ist, dass der erste Springer gleich gut in den Wettbewerb kommt. Das setzt eine unheimliche Dynamik für die gesamte Mannschaft in Kraft. Deswegen nominieren viele Nationen ihre zwei besten Springer auch oft an Position eins und vier. Das wird Deutschland wohl auch so machen. Ich denke, dass Freitag und Wellinger von eins und vier starten. Die Reihenfolge sei dahingestellt.

Im Gegensatz zu den Deutschen läuft es bei Österreich so gar nicht in dieser Saison. Was sind die Gründe?

Das setzt sich aus mehrere Faktoren zusammen. Österreich ist erfolgsverwöhnt, da wird der öffentliche und mediale Druck schnell groß, wenn es mal nicht so läuft. Man neigt dann dazu, den Erfolg erzwingen zu wollen. Da gehen das Intuitive und die Lockerheit abhanden. Hinzu kommen Verletzungspech und einfach die fehlende Form. Zu Saisonbeginn hat es ja noch gepasst.

Welche Konsequenzen muss man aus der Saison ziehen?

Ich würde das nicht überbewerten. Es kann doch von heute auf morgen nicht alles schlecht sein, was im letzten Jahr noch super funktioniert hat. Österreich befindet sich einfach gerade in einem Negativstrudel. Natürlich muss man jetzt jedes Detail genau prüfen und die Fehlerquellen minimieren. Ein Ansatz wäre sicherlich, die Sommer-Events noch konsequenter anzugehen. Die Polen gehen da mit gutem Beispiel voran. Das Wichtigste aber ist, dass die Lockerheit zurückkommt. Nur mit positiver Stimmung, lässt es sich befreit springen

Wie gefallen Ihnen die Olympischen Spiele in Südkorea?

Von den Sportstätten bin ich begeistert. Die sind bestens präpariert. Auch die ganze Infrastruktur ist super. Die Koreaner sind tolle Gastgeber und geben sich sehr viel Mühe.

Die Stimmung hingegen wird in Europa scharf kritisiert...

Das muss man differenziert betrachten. Zum einen sind die Tickets extrem teuer und die Witterungsbedingungen nicht einfach für die Fans. Die Events finden teilweise spät am Abend statt, auch das ist nicht zuschauerfreundlich. Und die Sportarten, die in Korea beliebt sind, haben ja große Resonanz.

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