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Tour de France: Ein Guide für Tour-Fans

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Das Verlangen nach Tour-Erlebnissen

22.06.2012, 17:09 Uhr | t-online.de

Tour de France: Ein Guide für Tour-Fans. Los geht es: Bereits 2004 wurde der Prolog der Tour de France in Lüttich ausgetragen. (Quelle: imago)

Los geht es: Bereits 2004 wurde der Prolog der Tour de France in Lüttich ausgetragen. (Quelle: imago)

Von Oliver Strerath

Ssssrrrrrrr - unvergessen dieses Surren der Ketten. Das Erlebnis ist zwar schon 32 Jahre her. Der erste Kontakt mit der Tour de France, die 1980 in Frankfurt startete und sich durch die Region Richtung Frankreich schlängelte, hat sich aber eingeprägt. Auch wenn das Peloton in Sekunden vorbeigerauscht war. Sssssrrrrrr - es ist geblieben. Wie das Verlangen nach neuen Tour-Erlebnissen. Alle News und Infos im Tour de France 2012 Special

Am Samstag nun startet die 99. Auflage der Frankreich-Rundfahrt. In Lüttich, Belgien. Beste Gelegenheit gerade für deutsche Radsport-Fans, das Spektakel Tour de France hautnah zu erleben. Und es gibt weitere Möglichkeiten. Warum das Ganze mit ein paar Tipps nicht ein bisschen schmackhaft machen? Wer sich also entscheidet, sich sein eigenes Tour-Erlebnis zu holen, sollte immer eines einkalkulieren: Viel Zeit mitzubringen und rechtzeitig anzureisen, denn die Strecke wird frühzeitig für den Verkehr gesperrt.

Doppeltes Vergnügen in Lüttich

Luik, Liege oder eben Lüttich. Bereits 2004 war die Stadt Startort der Tour. Es schien, dass jeder den Prolog und vor allem das Duell Lance Armstrong gegen Jan Ullrich sehen wollte. Schnellster auf der 6,1 Kilometer langen Strecke war übrigens damals der Schweizer Fabian Cancellara. Und obwohl Lüttich voller Menschen war, es blieb eigentlich immer ein Blick auf die Fahrer. So sollte es auch diesmal wieder sein, schließlich geht es exakt auf derselben Strecke zur Sache.

Start ist in der Avenue Rogier, Wendepunkt am Quai de la Goffe, Ziel auf dem Boulevard d' Avroy. Ein überschaubarer Kurs - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn zum großen Teil nutzen die Fahrer beide Seiten der jeweiligen Straße. Einer fährt hin, einer zurück. Doppeltes Vergnügen. Das Sssssrrrrr ist also fast pausenlos geboten.

Autogramme holen, Souvenirs ergattern

Die Stimme der Tour: Daniel Mangeas. (Quelle: imago) Die Stimme der Tour: Daniel Mangeas. (Quelle: imago) Der erste Profi geht um 12 Uhr auf die Strecke, der letzte um 17.17 Uhr. So die offizielle Marschtabelle. Dank dreier Überquerungen – Brücken führen über die Strecke - sollte der Standort gut zu wechseln sein. Die Wahl unterschiedlicher Perspektiven ist daher möglich. Mal ne Kurve, mal ne Gerade. Wer da übrigens um die Sekunden kämpft, ist übrigens leicht auf dem Namensschild am jeweiligen Begleitfahrzeug zu lesen. Nachname und Nationalität der Fahrer sind während der gesamten Tour zudem auf der Rückennummer zu erkennen.

Noch ein Tipp: Auch ein Blick ins Fahrerlager lohnt sich. Die Profis fahren sich vor ihren Teambussen warm, schreiben dennoch Autogramme. Wer Glück hat, ergattert vielleicht sogar das eine oder andere Souvenir.

Erst beim Start, dann im Ziel

Die ersten 6,1 Kilometer sind geschafft. Doch die Region um die Stadt bietet auch in den folgenden Tagen reichlich Tour de France. So startet die erste Etappe ebenfalls in Lüttich. In einer großen Schleife im Süden der Stadt geht es wieder zurück zum Ziel in Seraing – einem Vorort. Bei Rennkilometer 42 steht mit der Côte de Cokaifagne die erste Bergwertung der Rundfahrt auf dem Programm – und das rund 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Wer gut plant, könnte es sogar schaffen: erst beim Start, dann im Ziel.

Die zweite Etappe. Diesmal geht es in Visé los. Ein weiterer Vorort von Lüttich. Also noch einmal Gelegenheit, sich das Treiben vor dem Start anzuschauen. Das Einschreibezeremoniell zum Beispiel. Daniel Mangeas, die Stimme der Tour, stellt quasi jeden Fahrer vor, der gerade seine Unterschrift in die Startliste setzt. Dann setzt sich der Tross in Bewegung. Erst die Werbekarawane (in der Regel 1:45 Stunden vor dem Feld). Dann das Peloton. Sssssrrrrr….

Ein Katzensprung von Saarbrücken

Kaum hat sich die Tour Richtung Westen bewegt, kommt sie wieder zurück – und damit einmal mehr in die Nähe von Deutschland. Etappe sechs, Startort Metz. Ein Katzensprung von Saarbrücken entfernt. Wieder eine günstige Gelegenheit, der Frankreich-Rundfahrt einen Besuch abzustatten.

Am nächsten Tag wartet etwas nördlich von Belfort ein Leckerbissen: die erste Bergankunft der Tour. Ziel: La Plache des belles Filles, eine ordentliche Erhebung im Naturschutzgebiet Des Ballons Comtoir. Es geht hinauf auf 1035 Meter. Kategorie 1. Es geht um erste Abstände in der Gesamtwertung. Das Gute daran. Der Berg ist keine 50 Kilometer von Mulhouse entfernt, und damit kaum weiter von der deutschen Grenze. Die nächste Gelegenheit also einen Blick in die von den Anstrengungen gezeichneten Gesichter der Fahrer zu werfen. Sssssssrrrrrr – da ist es wieder.

Man hat auch Tony Martin für sich

Zeitfahrspezialist: Tony Martin würde nur gerne in Besancon auftrumpfen. (Quelle: imago) Zeitfahrspezialist: Tony Martin würde nur gerne in Besancon auftrumpfen. (Quelle: imago) Die Tour nähert sich den Alpen. Bevor die ersten Riesen zu erklettern sind, geht es zum zweiten Mal gegen die Uhr. Etappe neun. Zeitfahren in Besancon. Wer auf einen deutschen Etappensieg hofft, könnte auf seine Kosten kommen. Weltmeister Tony Martin gilt als einer der Favoriten. Und Zeitfahren ist immer ein Erlebnis. Über Stunden. Man hat jeden Fahrer für sich.

Es folgt der 12. Juli, Tagesabschnitt elf, die Königsetappe der ersten Tour-Hälfte. Bergankunft in La Toussuire. Wer im Ziel auf 1705 Meter Höhe dabei sein will oder zumindest auf den letzten Kilometern dorthin, sollte dies rechtzeitig in Angriff nehmen. Am besten schon am Tag zuvor. Es lohnt sich. Der Berg wird von Stunde zu Stunde bevölkerter. Und bunter. Menschen aus unzähligen Ländern treffen sich, fachsimpeln, feiern mit einander. Verewigen sich auf der Straße, die zum Ziel und zum Glück des Tagessiegers führt. Und wieder zurück in die Normalität. Das kann aber Stunden und noch länger dauern, schließlich wollen alle die, die hoch wollten, auch wieder runter.

Ins Cafe oder zum freundlichen Berg-Nachbarn

Wer also flexibler sein möchte, postiert sich auf der elften Etappe am Col de la Madeleine oder am Col de Croix de Fer. Beides Berge der Ehrenkategorie, die im Feld ihren Tribut zollen werden. Haben sich die Rennfahrer vorbeigequält, empfiehlt es sich ein Cafe mit Fernseher zu suchen, um das Etappenfinale sehen zu können. Oder einen freundlichen Berg-Nachbarn – sofern man selbst kein TV-Gerät dabei hat.

Hoch oben in den Pyrenäen: Die Fans warten auf der Passhöhe des Tourmalet auf das Peloton. (Quelle: imago) Hoch oben in den Pyrenäen: Die Fans warten auf der Passhöhe des Tourmalet auf das Peloton. (Quelle: imago) Was für die Alpen gilt, gilt auch für die Pyrenäen. Die Berge im französischen Grenzgebiet zu Spanien bringen noch mehr Tradition mit, stehen sie doch schon länger im Streckenplan. Und die spanischen Fans, besonders die Basken, verleihen den Etappen eine spezielle Note.

Das Ssssssssrrrr wirkt langsamer

Stichwort speziell. Das ist der Col de Tourmalet, dessen Passhöhe die Fahrer auf 2115 Meter Höhe passieren. Diesmal während der 16. Etappe. Die Luft ist deutlich dünner, was die Anstrengungen noch größer macht. Das Ssssssrrrr wirkt langsamer. Dennoch kämpfen sich die Fahrer mit voller Kraft durch das immer enger werdende Spalier der Zuschauer. Was sie zuvor am Col d’Aubisque tun werden, und danach am Col d’Aspin und am Col de Peyresourde. Die Fans kommen also auf ihre Kosten – gleich, an welchem Berg. Wenngleich die letzte Haarnadelkurve am Peyresourde etwas Besonderes bietet.

Sie gönnt einen Blick ins Tal und damit auf das Peloton, das sich Pedaltritt für Pedaltritt nähert. Ein Indikator dafür, dass die Fahrer in der Nähe sind, liefert übrigens regelmäßig der Hubschrauber des übertragenden Fernseh-Senders ab. Ist er zu hören, ist es bald auch das Ssssssrrrrr des Pelotons. Noch ein Hinweis: Der Col de Peyresourde wird auch auf der  17. Etappe passiert.

Paris  ist immer eine Reise wert

Das Große Ziel: Die Champs-Élysées in Paris - auch für die Fans. (Quelle: imago) Das Große Ziel: Die Champs-Élysées in Paris - auch für die Fans. (Quelle: imago) Das Fahrerfeld, also das, was von den einst 198 Startern übrig geblieben ist, nimmt Kurs auf das große Ziel. Zuvor, auf der 19. Etappe, stehen noch einmal 53,5 Kilometer Zeitfahren an. Wer sich also auf das große Finale konzentrieren möchte, ist hier gut aufgehoben. Zumal am nächsten Tag, dem letzten der Tour de France 2012, Paris wartet. Und die französische Hauptstadt ist immer eine Reise wert. Vor allem dann, wenn das Surren der Ketten auf den Champs-Élysées erklingt – sssssssrrrrrr….

Termine und Ergebnisse Radsport-Kalender 2012

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