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Der Deutsche Olympische Sportbund entzieht dem Curling-Verband die Fördergelder

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DOSB streicht Verband aus der Förderung  

Deutsche Curler vor dem Aus

21.10.2014, 21:59 Uhr | dpa, sid

Der Deutsche Olympische Sportbund entzieht dem Curling-Verband die Fördergelder. Die deutschen Curler bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi im Februar 2014. (Quelle: imago/Chai v.d. Laage)

Die deutschen Curler bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi im Februar 2014. (Quelle: Chai v.d. Laage/imago)

Es ist eine Zäsur im deutschen Sport: Der Deutsche Curling-Verband (DCV) wird voraussichtlich als erster olympischer Fachverband wegen fehlender Finanzmittel aus der staatlichen Förderung fallen, um die anderen Wintersportarten nicht stärker zu belasten. Verbandspräsident Dieter Kolb bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"

Dadurch verliert erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik ein olympischer Sportverband die öffentliche Förderung. "Das ist dramatisch. Hier wird eine komplette Sportart aufs Abstellgleis geschoben", sagte Kolb. Es fehle lediglich der endgültige Bescheid des BMI, dass die Entscheidung zum 1. Januar 2015 in Kraft trete.

"Rückfall in die Steinzeit"

Für den Curling-Sport in Deutschland habe dies laut Kolb verheerende Folgen: "Wir haben gegenüber dem DOSB und BMI klar kommuniziert, dass ein solcher Schritt fürs deutsche Curling ein Rückfall in die Steinzeit bedeutet. Der Leistungssport im Deutschen Curling-Verband ist am Ende und hat so wahrscheinlich für lange Zeit keine Chance mehr zurückzukommen."

UMFRAGE
Wie beurteilen Sie die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), die Fördergelder für den Deutschen Curling-Verband (DCV) zu streichen?

Paradigmenwechsel im deutschen Sport

Der Einschnitt ist auch ein möglicher Hinweis auf einen Paradigmenwechsel im deutschen Sport. Eine Konzentration der Gelder auf die erfolgsversprechenden Sportarten wird immer wahrscheinlicher. "Der Leistungssport steht am Scheideweg", sagt DOSB-Präsident Alfons Hörmann: "Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen nicht aus, um in der vollen Breite und notwendigen Tiefe und Professionalität zu fördern."

Erste Leidtragende sind die Curler. Um den Verband vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren, seien die Verträge aller Trainer und des Sportdirektors bereits fristgerecht gekündigt worden. Die Finanzierung von Sportstätten und Trainingslagern ist mehr als ungewiss.

Streit zwischen Sport und Politik

Doch die Curler dürften nicht die letzten sein, denen in Zukunft Einschnitte drohen. "Solange der deutsche Sport nicht mehr Mittel erhält, der Bedarf aber an allen Stellen wächst, sind wir gezwungen, Prioritäten zu setzen", erklärte Hörmann: "Wir sehen an diesem aktuellen und wenig erfreulichen Beispiel, welcher Stein ins Rollen kommt, wenn es uns nicht gelingt, mit dem BMI und der Politik zu anderen und neuen Formen der Förderung zu kommen."

Hintergrund der Entscheidung ist der seit langem schwelende Streit zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Bundesinnenministerium (BMI) um die staatliche Unterstützung des Leistungssports. Zum Verhängnis wird dem DCV offenbar eine vergleichsweise geringe Finanzlücke von rund 350.000 Euro für die gesamten deutschen Wintersportverbände. "Da das BMI nicht bereit ist, diese Mittel aufzustocken, wird der DCV aus der Gesamtförderung genommen, um die Lücke zu stopfen", sagte Kolb.

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