19.11.2012, 10:17 Uhr | dpa-AFX, dapd
Die Elternzeit ist den Arbeitgebern offenbar ein Dorn im Auge. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat jetzt gefordert, die bisher dreijährige Dauer radikal zu verkürzen. "Sobald der Ausbau der Kinderbetreuung gewährleistet ist, sollte die Elternzeit stufenweise auf zwölf Monate abgesenkt werden", sagte Hundt der Zeitung "Die Welt". Deutschland habe mit bis zu drei Jahren die im europäischen Vergleich längsten Elternzeiten, das wirke sich negativ auf die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt aus.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wies die Forderung zurück: "Familien haben eigene Bedürfnisse und sind nicht ökonomische Verfügungsmasse." Der "Respekt vor den Familien" gebiete es, den Vätern und Müttern weiterhin Wahlfreiheit zu lassen, sagte Schröder im ARD-"Morgenmagazin". Wichtig sei, dass die Politik den Familien da keine Vorschriften mache.
Zudem verteidigte die Familienministerin das umstrittene Betreuungsgeld. 60 Prozent der Familien unter drei Jahren entschieden sich für einen anderen Weg als für eine Betreuung ihrer Kinder in einer Kita, sagte Schröder. Für sie werde es das Betreuungsgeld geben. Begriffe wie "Herdprämie" oder "Bildungsfernhalteprämie" regten sie da auf.
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Quelle: dpa-AFX, dapd
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