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Sollte es für Autofahrer eine Altersgrenze nach oben geben?

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Autofahren im Alter  

Sollte es auch eine obere Altersgrenze geben?

02.05.2017, 11:37 Uhr | dpa-tmn

Sollte es für Autofahrer eine Altersgrenze nach oben geben?. Am 7. Mai 2016 fuhr ein 85 Jahre alter Rentner in die Fußgängerzone von Bad Säckingen: Zwei Tote und 27 Verletzte. Am 2. Mai 2017 beginnt der Prozess wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. (Quelle: dpa/Achim Keller)

Am 7. Mai 2016 fuhr ein 85 Jahre alter Rentner in die Fußgängerzone von Bad Säckingen: Zwei Tote und 27 Verletzte. Am 2. Mai 2017 beginnt der Prozess wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. (Quelle: Achim Keller/dpa)

Während das Einstiegsalter in die Welt des Individualverkehrs hierzulande bei mindestens 14 Jahren liegt, gibt es nach oben bislang noch keine Einschränkungen. Dabei fallen immer wieder Senioren auf, die Unfälle verursachen. Ist Autofahren ab einem gewissen Alter überhaupt noch vertretbar?

Es ist ein Schreckensszenario: Ein alter Autofahrer verursacht einen Unfall, bei dem mehrere Menschen verletzt werden und sterben. Die Frage, ob Senioren noch Auto fahren sollten, polarisiert. Die Forderung nach Eignungstests ab einem gewissen Alter steht schon länger im Raum. Doch sollten Senioren das Auto ab einem gewissen Alter vielleicht ganz stehen lassen?

Was spricht gegen das Autofahren im Alter?

Mit dem Alter steigt die Gefahr, einen Unfall beim Autofahren zu verursachen. Daten des Statistischen Bundesamtes von 2015 zeigen, dass mehr als 64 Jahre alte Autofahrer sehr häufig die Hauptschuld trugen, wenn sie in einen Unfall verwickelt waren (67 Prozent). Bei den mindestens 75-Jährigen waren sogar 75 Prozent Unfallverursacher.

UMFRAGE
Sollte die Eignung zum Autofahren ab einem gewissen Alter gesetzmäßig überprüft werden?

Die Daten zeigen auch, dass ältere Menschen in komplexen Situationen schneller den Überblick verlieren als jüngere. Mehrere Verkehrstatistiken belegen außerdem, dass die Zahl der von Senioren verursachten Unfällen seit vielen Jahren steigt.

Bereits ab 50 Jahren verschlechtern sich die Sinne

Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen weist auf die altersbedingten Einschränkungen von Autofahrern hin: "Das Altern ist ein schleichender Prozess. Bereits ab 50 Jahren verschlechtern sich Sinne wie Sehen und Hören." Gerade bei Menschen mit einer Erkrankung sieht sie das Autofahren kritisch – auch unabhängig vom Alter.

Ein Problem ist außerdem, dass viele Autofahrer ihre Fahrtüchtigkeit selbst nicht richtig einschätzen können. Deshalb ist es wichtig, dass Senioren auf ihre Eignung geprüft werden: Mangelnde Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit, Bewegungseinschränkungen oder Krankheiten wie Demenz und Diabetes werden sonst zur Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer.

Was spricht für das Autofahren im Alter?

Entscheidend für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr sei nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand des Fahrers, meint der ADAC. Deshalb könne man älteren Autofahrern nicht pauschal ihre Fahrtüchtigkeit absprechen. Sie verfügten oft über genügend Erfahrung, um vorausschauend zu fahren und ihren Fahrstil der jeweiligen Verkehrssituation anzupassen. Gegen einen Eignungstest, wie es ihn in anderen europäischen Ländern gibt, spricht nach Ansicht des ADAC, dass bisher entwickelte Verfahren nicht aussagekräftig genug seien.

ADAC rät zu freiwilligen Tests der Fahrtauglichkeit

Dazu kommt, dass ein positives Testergebnis den Fahrer möglicherweise dazu verleite, die eigenen Fähigkeiten im Straßenverkehr zu überschätzen. Deshalb lautet der Rat des ADAC: Ältere Autofahrer sollten sich freiwillig ärztlich auf ihre Fahrtauglichkeit untersuchen zu lassen.

Gesundheitliche Defizite könnten außerdem zum Teil durch Fahrassistenzsysteme wie eine Einparkhilfe ausgeglichen werden. Auch Ursula Lenz rät: "Mindestens einmal im Jahr sollten sich ältere Autofahrer vom Arzt durchchecken lassen."

Radfahren ist keine sichere Alternative

Außerdem betont sie, wie wichtig die Eigenständigkeit ist, die das Autofahren im Alter gewährleistet: Da der öffentliche Nahverkehr gerade in ländlichen Gegenden teilweise nicht gut ausgebaut sei, fielen mit dem Auto zugleich Selbstständigkeit und soziale Kontakte der Senioren weg. Der Umstieg auf das Fahrrad sei zumindest keine sichere Alternative: Fast jeder zweite verunglückte Radfahrer ist 65 Jahre oder älter.

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