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BMX X1 xDrive 20d tritt gegen Seat Ateca 2,0 TDI 4Drive an

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BMX X1 xDrive 20d vs. Seat Ateca 2,0 TDI 4Drive  

Lässt der Seat Ateca den BMW X1 alt aussehen?

20.09.2016, 08:52 Uhr | Wolfgang Gomoll, Press-Inform

BMX X1 xDrive 20d tritt gegen Seat Ateca 2,0 TDI 4Drive an. Der Seat Ateca fordert dem BMW X1 heraus. (Quelle: Hersteller)

Der Seat Ateca fordert dem BMW X1 heraus. (Quelle: Hersteller)

Neuer Spanier oder bewährter Bayer? Der frische Seat Ateca fordert den etablierten BMW X1 heraus. Wer hat im Duell der Kompakt-SUV die Nase vorne?

München gegen Barcelona - das ist im Fußball ein würdiges Champions-League-Finale. Bei den Autos trennen die spanische VW-Tochter vom Münchner Hersteller im Selbstverständnis ein bis zwei Preis- und auch Anspruchs-Klassen. Hier bayerisches Mia-san-mia-Premium, dort die flippig-jugendlichen Deutsch-Spanier.

BMW X1 und Seat Ateca mit Allradantrieb

Trotzdem sind die technischen Voraussetzungen recht ähnlich, seitdem sich BMW beim X1 mit dem internen Code F48 vom Heckantrieb verabschiedet hat, während der Ateca sich die Plattform mit dem VW Tiguan teilt, also aktuelle VW-Technik an Bord hat. Alleine das macht ihn schon zum Konkurrenten für den BMW. Beide Test-SUVsind mit Allradantrieb ausgestattet.

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Der Ateca hat zum Beispiel einen Spurwechsel-Assistenten, den man in der X1-Preisliste vergeblich sucht und Handy-Besitzer freuen sich über ein induktives Ladefeld, bei dem auch noch das Telefon-Signal verstärkt. Unter der Motorhaube herrscht dagegen Gleichstand: Die beiden Vierzylinder-Diesel leisten jeweils 190 PS. Selbst das maximale Drehmoment ist mit 400 Newtonmetern identisch.

Keine leisen Diesel in beiden Fahrzeugen

Kein Wunder, dass die Fahrleistungen sich ebenfalls gleichen: Den Sprint von null auf 100 km/h absolviert der etwas leichtere Spanier um einen Wimpernschlag schneller in 7,5 Sekunden (BMW: 7,6 Sekunden), während bei der Höchstgeschwindigkeit der BMW den Seat mit 219 km/h um sieben Stundenkilometer abhängt. Die Vierzylinder sind bei beiden Fahrzeugen keine Leisetreter und bei beiden Aggregaten ist ein Turboloch spürbar, ehe es ab 2000 Umdrehungen forsch vorangeht.

Auf der Straße zeigen sich dagegen durchaus Unterschiede. Der BMW wirkt leichtfüßiger, beim Seat sind die Fahrmodi deutlich gespreizt. Wo beim Ateca "Eco" draufsteht, ist auch "Eco" drin, da der Spanier in dieser Einstellung deutlich gemächlicher unterwegs ist.

Im Sport-Modus agiert das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe knackiger und auch die Lenkung ist straffer, ist aber nach wie vor indifferenter, nicht ganz so präzise und gibt weniger Rückmeldung als das bayerische Steuer.

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Neuer Allradantrieb macht den BMW X1 zum Spritsparer

(Quelle:DW)


BMW X1 kommt spritziger rüber

Der BMW X1 spielt die dynamische Karte mit Verve und ist vor allem im Athletik-Modus spitzer, präziser und bleibt auch in engen Kurven neutral, während der Seat seinen Unmut mit scharrenden Vorderrädern kundtut. Das bedeutet nicht, dass der Ateca kein gutes Auto ist. Auch ohne variable Dämpfer macht der Spanier eine gute Figur, nur in forsch angegangenen Kurven neigt sich der Ateca spürbar zur Seite. Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk zeigt seine Stärke vor allem bei schlechten Straßen und langen Strecken.

Das schafft der grundsätzlich straffer abgestimmte BMW auch, allerdings mit adaptiven Dämpfern, die 500 Euro extra kosten. Beim Gestühl setzt sich die Unterscheidung fort: Im X1 umklammern einen die Sportsitze, im Ateca fehlt der Seitenhalt weitgehend.

Viele Extra-Ausstattungen beim Seat erhältlich

Die Bedienung des Seat gibt keine großen Rätsel auf. Das meiste läuft wie bei anderen Modellen des VW-Konzerns über den Acht-Zoll-Touchscreen, der Teil des Top-Infotainment-Pakets für 1355 Euro ist. Bei den Assistenzsystemen hilft das Technikregal des Bruder-Konzerns: Stau-Assistent bis 60 km/h, adaptiver Tempomat, beim Parken wird der Fahrer unterstützt (im Paket für 945 Euro, bei BMW sind für ein ähnliches Paket 1120 Euro fällig), Voll-LED-Licht (990 Euro nur für die Top-Ausstattung), eine 360-Grad-Kamera (550 Euro) und sogar eine ausklappbare Hängerkupplung (für immerhin 790 Euro).

Der BMW hat viele dieser Details ebenfalls an Bord, kontert mit Annehmlichkeiten wie einem Head-Up-Display (ist in Navigations-Plus für teure 2.690 Euro enthalten) oder einem Concierge-Service, bei dem eine Hotline dem Fahrer zur Seite steht. Ein dickes Minus gibt es allerdings für den Tempomaten, der ab 140 km/h viel zu früh den Dienst quittiert. Die Bedienung über den Drehknopf ist einfach und die Möglichkeit der Spracheingabe sehr gut. Da ist der BMW deutlich besser als der Seat, der den Fahrer bisweilen ermahnt, leiser zu sprechen.

Seat Ateca ist sauber verarbeitet

Auch bei der Wertigkeit enttäuscht der Spanier, der gut ausgestattet 44.230 Euro kostet, nicht. Im Cockpit findet man Klavierlack, unterschäumte Flächen und ein paar Hartplastik-Knöpfe. Solide und sauber verarbeitet, aber nicht ganz so anmutig, wie beim BMW, wo Holzapplikationen die Wohnlandschaft veredeln.

Allerdings findet man auch beim Münchner die Auswirkungen des Spar-Rotstifts der Controller. Einige Knöpfe und das Innere des Handschuhfachs sind aus Hartplastik. Was aber bei einem Auto, für das man mit kompletter Ausstattung stattliche 57.520 Euro hinlegen muss, und erst knapp 7000 Kilometer auf dem Tacho hat, wirklich sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass eine Kante der Hutablage schon abgewetzt ist.

Beim Platz schneidet der Seat, der mit 4,36 Meter um acht Zentimeter kürzer ist als der BMW, gut ab. Im Fond haben die Beine genügend Raum. Das maximale Fassungsvermögen des Ateca-Gepäckabteils ist mit 485 bis 1579 Litern ähnlich dimensioniert wie beim BMW (505 bis 1.505 Liter). Dazu kommt eine niedrigere Ladekante, aber eine deutliche Stufe im Ladeboden, sobald man die Rückbanklehnen umlegt. Beide bieten eine elektrische Heckklappe nur gegen Aufpreis.

Fazit Seat Ateca gegen BMW X1

Sowohl der BMW als auch der Seat leisten sich keine großen Schwächen. Der Münchner macht einiges ein bisschen besser als der Spanier und überzeugt vor allem im Fahrdynamik- und Vernetzungskapitel.

Ob das einen Mehrpreis von rund 13.000 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Nur ein Teil davon dürfte sich beim Wiederverkauf reinholen lassen. 

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