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Säuglingsbotulismus: Kein Honig und Ahornsirup für Babys

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Gefahr einer Infektion  

Säuglingsbotulismus: Kein Honig und Ahornsirup für Babys

10.09.2014, 10:15 Uhr | hl, dpa

Säuglingsbotulismus: Kein Honig und Ahornsirup für Babys. Babybrei sollte im ersten Lebensjahr Ihres Babys nicht mit Honig gesüßt werden, um eine bakterielle Infektion zu vermeiden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Babybrei sollte im ersten Lebensjahr Ihres Babys nicht mit Honig gesüßt werden, um eine bakterielle Infektion zu vermeiden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eltern sollten Babys keinen Honig oder Ahornsirup geben. Denn darin können gefährliche Keime enthalten sein. "Lebensmittelvergiftungen mit Clostridium botulinum, die den sogenannten Botulismus auslösen, sind in Deutschland zwar sehr selten, aber aufgrund der hohen Sterblichkeit gefährlich", warnt Professor Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Köln. Die Erreger können schwere Lähmungen oder Muskulatur verursachen und schließlich zur Atemlähmung führen.

Betroffene Babys brauchen schnell medizinische Hilfe

"Eine Sonderform ist der Säuglingsbotulismus, da die Sporen bei den ganz Kleinen noch den Darm besiedeln und dort auskeimen können", erklärt Nentwich. Dort produzieren sie ein muskellähmendes Gift, welches über den Darm in den Blutkreislauf gelangt.

Infizierte Säuglinge zeigen Muskelschwäche, sie können den Kopf kaum halten und haben Schwierigkeiten beim Atmen. Das kann sich durch Röcheln oder Schnarchgeräusche äußern. Die Reflexe sind schwach, so dass das Kind schlecht saugen und schlucken kann, der Speichel vermehrt aus dem Mund rinnt und die Pupillen verzögert auf Licht reagieren. Betroffene Kinder müssen rasch intensiv-medizinisch behandelt werden. Unerkannt und unbehandelt kann der Säuglingsbotulismus zum Tod des Babys führen.

Honig gefährlich für Babys

Clostridium botulinum ist in der Umwelt weit verbreitet und kommt öfter in landwirtschaftlichen Produkten vor. Gerade in Honig konnte das Bakterium häufiger nachgewiesen werden. Für Erwachsene ist die enthaltene Dosis völlig ungefährlich. Da die Darmflora von Neugeborenen jedoch noch nicht voll entwickelt ist, haben es Bakterien leicht, sich dort anzusiedeln.

Aus diesem Grund empfiehlt die Landesärztekammer Baden-Württemberg, im ersten Lebensjahr des Babys auf jegliche Verwendung von Honig bei der Ernährung zu verzichten. Besonders hoch ist das Infektionsrisiko in den ersten sechs Lebensmonaten. Brustwarzen sollten bei Saughemmungen des Babys daher nicht mit Honig bestrichen werden. Auf das Süßen von Babybrei mit Honig sollte ebenfalls verzichtet werden.

Bei Kleinkindern ab einem Jahr mit einer stabilen Darmflora ist Honig hingegen unbedenklich, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitteilt.

Auch Ahornsirup kann Säuglingsbotulismus auslösen

Aus den USA sind weiterhin einige Fälle bekannt, in denen Ahornsirup den Säuglingsbotulismus verursacht hat. Als Naturprodukt können auch hier Clostridien enthalten sein. Daher sollte auf die Gabe von Ahornsirup bei Säuglingen ebenfalls verzichtet werden.

Fertignahrungsmittel, die Honig oder Ahornsirup enthalten, sind für Babys hingegen unbedenklich, wie die Online-Ausgabe der "Pharmazeutische Zeitung" berichtet. Diese werden bei der Herstellung hoch erhitzt, wodurch mögliche Bakterien abgetötet werden.

Gefahr einer Infektion reduzieren

Die "Ärzte Zeitung" empfiehlt, angebrochene Babynahrung nicht zu lange bei Raumtemperatur aufzubewahren, am besten sollten Sie nur den benötigten Anteil aus dem Gläschen entnehmen und den Rest des Breis im Kühlschrank lagern, jedoch höchstens für einen Tag.

Längeres Erhitzen der Nahrung bei Temperaturen von 100 Grad Celsius können das Bakterium schnell unschädlich machen. Wenn Clostridien Temperaturen um die 80 Grad ausgesetzt sind, sterben sie nach etwa sechs Minuten ab.

Besondere Vorsicht ist bei selbsteingekochten Konserven geboten, da die Bakterien auch ohne Luft auskommen und in vakuumverpackten Lebensmitteln überleben können. "Konserven, die Verformungen, insbesondere Ausbeulungen, zeigen, sollten in den Müll", sagt Nentwich. "Denn Beulen in einer Dose könnten durch Gase des Botulismus-Erregers entstanden sein." Selbsteingekochtes sollte grundsätzlich zweimal erhitzt werden, um eventuell ausgekeimte Sporen zu zerstören.

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