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Schwangerschaft: Toxoplasmose gefährdet das Ungeborene

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Toxoplasmose in der Schwangerschaft  

Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährdet Leben des Ungeborenen

04.03.2016, 11:57 Uhr | Grit König, dapd

Schwangerschaft: Toxoplasmose gefährdet das Ungeborene. Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährdet Leben des Ungeborenen.

Ein frühzeitiger Therapiebeginn senkt das Risiko, dass der Fötus geschädigt wird. (Bild: Archiv)

Ein winziger Parasit mit dem Namen Toxoplasma gondii kann ungeborenes Leben ernsthaft bedrohen. Während gesunde Menschen die Infektion meist überhaupt nicht wahrnehmen, können Föten schwer geschädigt werden. Das passiert, wenn sich werdende Mütter während der Schwangerschaft erstmalig infizieren und der Erreger auf das ungeborene Kind übertragen. Aber auch das geschieht meist unbemerkt.

Im schlimmsten Fall verursache der Parasit beim ungeborenen Kind schwere Missbildungen wie Wasserkopf, Verkalkungen der Hirngefäße oder eine Entzündung der Netzhaut, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Infektionen im Frühstadium der Schwangerschaft könnten Fehlgeburten auslösen. Uwe Groß vom Zentrum für Hygiene und Humangenetik der Universität Göttingen kritisiert, dass der Toxoplasmose-Nachweis in der Schwangerschaft in Deutschland im Gegensatz zu Nachbarländern wie Frankreich und Österreich nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge ist. Der Nachweis werde noch nicht einmal von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn kein begründeter Infektionsverdacht bestehe.

Jährlich etwa 20 Infektionen im Mutterleib

In Deutschland werden nach BfR-Angaben jährlich etwa 20 im Mutterleib erworbene Infektionen mit Toxoplasmen gemeldet. Die Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus, da meist klinische Symptome einer Infektion fehlen. "Bei mehr als 75 Prozent der betroffenen werdenden Mütter fehlen jegliche Symptome der Primärinfektion", warnt Groß. Ein Hinweis auf eine frische Toxoplasmose kann eine Schwellung der Lymphknoten im Nackenbereich sein. In diesem Fall sollte sofort der Frauenarzt zur Abklärung aufgesucht werden.

Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf das Kind

Ein frühzeitiger Therapiebeginn senkt das Risiko, dass der Fötus geschädigt wird. Je früher die Mutter während einer Schwangerschaft infiziert wird, umso geringer ist nach Angaben des Bundesinstituts die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf das Kind. Im ersten Schwangerschaftsdrittel beträgt sie weniger als 20 Prozent, während sie im letzten Drittel auf rund 70 Prozent wächst. Im gleichen Zeitraum aber sinkt die Gefahr einer Infektion mit schweren Schädigungen - von 50 Prozent im ersten Drittel auf nur ein Prozent im letzten Drittel.

Spätfolgen: Schielen, Taubheit, Epilepsie

Am weitaus häufigsten kommt es nach Angaben von Professor Groß vor, dass die im Mutterleib erworbene Toxoplasmose erst viel später ausbricht oder klinisch uncharakteristisch verläuft. In der Neugeborenenphase sind Fieber, Muskelkrämpfe und Gelbsucht zu beobachten. "Bei circa 80 Prozent der infizierten und bei der Geburt klinisch unauffälligen Kinder entwickeln sich oft erst nach bis zu zwanzig Jahren Spätfolgen der Toxoplasmose wie Schielen, Infektionen der Augen, Taubheit, psychomotorische Retardierung oder Epilepsie", sagt der Experte.

Einzelnen Studien zufolge haben 26 bis 54 Prozent der Schwangeren eine spezifische, lebenslange Immunität gegen den Erreger, weil sie sich bereits vor der Schwangerschaft infiziert hatten. Das kann auf mehreren Wegen geschehen. Auslöser ist aber immer infektiöser Katzenkot mit mehreren Millionen Parasiteneiern. Über Erdpartikel können sie auf Obst und Gemüse gelangen.

Darüber hinaus können im Freiland gehaltene Schafe, Ziegen und Schwein die sehr umweltresistenten Parasiten aufnehmen. Sie setzen sich im Fleisch der Tiere fest. Gewarnt wird deshalb vor roh zu verzehrendem Schweinefleisch. Toxoplasmen sterben beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren ab einer Temperatur von über 67 Grad Celsius innerhalb von ein bis zwei Minuten ab. Wichtig ist, dass die Temperatur gleichmäßig im gesamten Lebensmittel erreicht wird. Kurzes Erhitzen in der Mikrowelle reicht nicht aus. Beim Tiefgefrieren sollte das Fleisch mindestens acht Stunden bei minus 20 Grad Celsius durchgefroren werden.

Nachweis der Infektion

Der Nachweis einer Infektion erfolgt über labormedizinische Untersuchungen. Er ist nur über Antikörper im Blut möglich. Deren Menge steigt ab einer Woche nach der Infektion vier Monate lang an und sinkt danach wieder langsam ab. Anhand von Art und Anzahl der Antikörper kann ermittelt werden, wie weit die Infektion zurückliegt. Weist die Probe keine Antikörper auf, hat noch nie eine Infektion stattgefunden und die Schwangerschaft sollte alle acht bis zwölf Wochen weiterhin überwacht werden. Bei Verdacht auf eine Erstinfektion in der Schwangerschaft oder unmittelbar davor wird die Frau mit Antibiotika behandelt.

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