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Arbeitsrecht: Die zehn größten Arbeitsrecht-Mythen

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Die zehn größten Arbeitsrecht-Mythen

02.11.2011, 13:55 Uhr | t-online.de, sia, t-online.de

Arbeitsrecht: Die zehn größten Arbeitsrecht-Mythen. Die zehn größten Arbeitsrechtmythen. (Foto: Imago)

Die zehn größten Arbeitsrechtmythen. (Foto: Imago)

"Sie sind gefeuert, Müller!", brüllt der Chef - ist er den unliebsamen Mitarbeiter damit wirklich schon los? Müller wiederum denkt sich: "Ich gehe nicht ohne eine fette Abfindung!" Aber kann man sich den Rauswurf tatsächlich immer vergolden lassen? Manche Irrtümer zum Thema Arbeitsrecht halten sich hartnäckig, sagen Experten. Wir räumen in unserer Klick-Show mit den zehn größten Arbeitsrecht-Mythen auf.

Rauswurf immer schriftlich

Um zunächst den oben genannten Fall zu enträtseln: Arbeitsverträge dürfen zwar mündlich abgeschlossen, aber nicht ebenso beendet werden. Das deutsche Arbeitsrecht verlangt immer eine schriftliche Entlassung. Auch von Kündigungen per Mail oder per SMS raten die Anwälte des Verbands deutscher ArbeitsrechtsAnwälte (VdAA) ab. Mitarbeiter, die eine Kündigung in dieser Form erhalten, sollten sich ebenfalls arbeitsrechtlich beraten lassen.

Kein grundsätzlicher Anspruch auf eine Abfindung

Ebenso schief gewickelt sind auch Mitarbeiter, die glauben, sie hätten immer einen Anspruch auf eine Abfindung. Das stimmt nicht. Gesetzlich geregelt ist der Handel Geld gegen Job im Kündigungsschutzgesetz (Paragraf 1a KSchG). Steht eine Kündigung rechtlich auf sicheren Füßen, sind Firmen nicht zu der Sonderzahlung verpflichtet. Ein Abfindungsanspruch besteht nur eindeutig, wenn der Chef betriebsbedingt kündigt und die Abfindung im Kündigungsschreiben unter der Voraussetzung anbietet, dass der Arbeitnehmer die dreiwöchige Klagefrist gegen die Kündigung verstreichen lässt. Für die Höhe gibt es keine feste Regel, sie muss verhandelt werden. Die so genannte Regelabfindung - ein halbes Bruttomonatseinkommen pro Beschäftigungsjahr - kann nur als grobe Richtschnur gelten.

Kündigung trotz Krankheit

"Ein krankgeschriebener Arbeitnehmer kann nicht gekündigt werden" - mancher arbeitsunfähige Mitarbeiter wähnt sich damit in Sicherheit. Ein laut VdAA-Experten fataler Fehler. Eine Krankmeldung kann demnach nicht verhindern, dass der Chef grundsätzlich einem Angestellten auch während der Krankschreibung die Kündigung präsentiert. Die Krankmeldung mache den Rauswurf nicht generell unwirksam.

Attest gleich am ersten Tag einer Krankheit

Gleich am ersten Tag muss ein kranker Mitarbeiter dem Chef einen Krankenschein präsentieren - ein weiterer Irrglaube. Laut dem deutschen Arbeitsrecht ist spätestens nach drei Kalendertagen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Form eines ärztlichen Attests vorzulegen, erläutern die Experten des Portals arbeitsratgeber.com. Erkrankte Arbeitnehmer sollten allerdings unbedingt darauf achten, ob im Arbeitsvertrag, in der Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag eine frühere Frist festgeschrieben ist. Ansonsten sei der Arbeitgeber berechtigt, die Lohnzahlung einzustellen.

Streit um den Urlaub

Wenn der Chef dem Urlaub abgenickt hat, kann nichts mehr schiefgehen, glauben Sie? Ganz falsch. "Erst wenn der Chef dem Urlaub schriftlich zugestimmt, also einen Urlaubsschein ausgestellt hat, hat der Beschäftigte tatsächlich einen Anspruch darauf", warnt Joachim Piezynski, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Düsseldorfer Arbeitnehmer-Kanzlei SWP, gegenüber rp-online.de. Mitunter gebe es zwar Betriebsvereinbarungen, nach denen Urlaub etwa als bewilligt gilt, wenn der Arbeitnehmer auf seinen Antrag hin binnen zwei Wochen nichts Gegenteiliges hört. Das müsse aber festgehalten sein, erst dann könne sich der Beschäftigte bei einer kurzfristigen Streichung des Urlaubs vom Arbeitgeber Storno- oder Umbuchungskosten erstatten lassen. Den Urlaub abblasen darf der Chef sowieso nur aufgrund einer "betrieblichen Notwendigkeit" - die Anwesenheit des Mitarbeiters absolut notwendig ist.

Sonderurlaub, wenn die Natur streikt?

"Wenn ich bei Eis und Schnee nicht in die Firma kommen kann, muss der Chef mir Sonderurlaub geben" - netter Gedanke, aber leider an der Realität vorbei. Denn der Grund für eine bezahlte Freistellung muss sich individuell auf den Mitarbeiter beziehen. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts sind Chefs deshalb nicht verpflichtet zu zahlen, wenn Mitarbeiter etwa wegen Schneeverwehungen, Glatteis, Vulkanasche, Hochwasser oder allgemeinen Verkehrsstörungen der Arbeit fernbleiben.

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