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Krankheit am Arbeitsplatz: Die 10 häufigsten Irrtümer

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Zehn Irrtümer zu Krankheit am Arbeitsplatz

07.07.2011, 14:23 Uhr | t-online.de, ciw, t-online.de

Krankheit am Arbeitsplatz: Die 10 häufigsten Irrtümer. Krank im Job: Diese Regeln sollten Sie kennen (Foto: imago)

Krank im Job: Diese Regeln sollten Sie kennen (Foto: imago)

Dürfen Kranke einfach vom Job zu Hause bleiben, schützt Krankheit wirklich vor Kündigung? Ganz so einfach ist das nicht. Wer sich mit den geltenden Regeln nicht auskennt, riskiert zu allem Überfluss auch noch Ärger mit dem Chef. Wir haben in unserer Klick-Show die zehn häufigsten Irrtümer zu Krankheit am Arbeitsplatz zusammengefasst und erklären Ihnen, was tatsächlich gilt.

Bedingte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Krank, na und - der Chef zahlt doch weiter! Diese Behauptung stimmt nicht grundsätzlich. Normalerweise gilt zwar tatsächlich § 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) und der Arbeitgeber muss seinem Mitarbeiter trotz Krankheit weiterhin sein Gehalt überweisen. Dreht es sich aber um eine selbstverschuldete Krankheit, ist das Unternehmen keinesfalls zu einer Lohnfortzahlung verpflichtet. Als selbstverschuldete Krankheiten gelten laut www.arbeitsrecht.org etwa Verkehrsunfälle mit grober Fahrlässigkeit, wenn Sie nicht angeschnallt waren oder etwa betrunken gefahren sind.

Krank und kein Grund zu arbeiten?

Und wie sieht es aus, wenn Sie krank sind und von der Arbeit zu Hause bleiben wollen? Aufgepasst, auch das ist nicht jederzeit erlaubt. "Das ist nur der Fall, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner Krankheit nicht in der Lage ist, seine vertraglich geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen. Zum Beispiel kann der Arbeitnehmer mit gebrochenem Fuß seine Arbeitsleistung erbringen, wenn sie sitzend zu erfolgen hat", erläutert Arbeitsrechtlerin Kati Kunze von der Kanzlei Steinkühler in Berlin.

Ein krankes Kind im Urlaub - was gilt?

Und wenn Sie im Urlaub krank werden - kein Problem: Da gilt § 9 des Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG). Wenn Sie dem Chef ein ärztliches Attest für die Krankheitstage im Urlaub vorlegen können, dann werden diese nicht auf den Jahresurlaub angerechnet. Was passiert aber, wenn nicht Sie, sondern Ihr Kind in der Zeit erkrankt? Da sieht es laut arbeitsrecht.org leider deutlich schlechter aus. Das Arbeitsgericht Berlin entschied (Az.: 2 Ca 1648/10), dass Arbeitnehmer das Risiko urlaubsstörender Ereignisse selbst tragen müssen - und dazu gehört nach Ansicht des Gerichts wohl auch die Krankheit des eigenen Kindes.

Die Genesung vorantreiben, darauf kommt es an

Wer nun aber denkt, er bleibt bei Krankheit am besten komplett im Bett und geht nicht vor die Tür, der übertreibt es mit der Vorsicht doch etwas. Denn nur daheim sitzen müssen Krankgeschriebene laut Arbeitsrechtlerin Kunze auch wieder nicht: "Wird ärztlich keine Bettruhe angeordnet, ist dies auch nicht zwingend einzuhalten. Je nach Art der Erkrankung kann das Verlassen des Hauses auch den Heilungsverlauf unterstützen, zum Beispiel kann ein Spaziergang an der frischen Luft die Genesung fördern."

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