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Studie: Fastfood macht Immunsystem langfristig aggressiver

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Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall  

So schadet Fast Food dem Immunsystem

12.01.2018, 07:12 Uhr | AFP

Studie: Fastfood macht Immunsystem langfristig aggressiver. Eine Frau beißt in einen Burger: Die Universität Bonn hat die Auswirkungen von Fastfood auf das Immunsystem untersucht. (Quelle: Getty Images/Symbolbild/Cate Gillon)

Eine Frau beißt in einen Burger: Die Universität Bonn hat die Auswirkungen von Fastfood auf das Immunsystem untersucht. (Quelle: Symbolbild/Cate Gillon/Getty Images)

Burger, Pommes und Co. sind nicht nur fettig und ungesund, sondern schwächen die Immunabwehr des Körpers – auch lange nach der Umstellung auf gesunde Kost.

Eine aktuelle Studie der Universität Bonn liefert den Beweis: Fast Food macht nicht nur dick, sondern schwächt auch das Immunsystem des Körpers. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass es auch lange nach der Umstellung auf gesunde Kost schneller zu Entzündungen kommt. Diese fördern direkt die Entstehung von Diabetes und Arterienverkalkung, auch Arteriosklerose genannt.

Die Wissenschaftler setzten für ihre Studie Mäuse einen Monat lang auf eine sogenannte "westliche Diät" mit viel Fett, viel Zucker und wenigen Ballaststoffen. Die Tiere entwickelten daraufhin eine massive körperweite Entzündung – fast wie nach einer Infektion durch gefährliche Bakterien.

Fettreiche Ernährung aktiviert bestimmte Gene

Die Forscher untersuchten Vorläuferzellen von Immunzellen aus dem Knochenmark der Tiere und fanden heraus, dass durch die fett- und kalorienreiche Ernährung eine große Zahl von Genen aktiviert wurde. Betroffen waren unter anderem Erbanlagen für die Vermehrung der Zellen.

"Fast Food führt also dazu, dass der Körper rasch eine riesige schlagkräftige Kampftruppe rekrutiert", erklärte Joachim Schultze, einer der beteiligten Wissenschaftler. Nachdem die Nager vier weitere Wochen lang arttypische Getreidekost erhielten, verschwand zwar die akute Entzündung. Allerdings waren auch nach dieser Zeit in den Immunzellen noch viele der Erbanlagen aktiv, die in der Fast-Food-Phase angeschaltet worden waren.

Immunsystem merkt sich ungesunde Ernährung

Grund dafür ist ein sogenannter Fast-Food-Sensor in den Immunzellen. Erst seit Kurzem ist bekannt, dass das angeborene Immunsystem über ein Gedächtnis verfügt. "Nach einer Infektion bleibt die Körperabwehr in einer Art Alarmzustand, um dann schneller auf einen neuen Angriff reagieren zu können", erklärte Eicke Latz, Leiter des Instituts für angeborene Immunität der Universität Bonn. Bei den Mäusen wurde dieser Prozess nicht durch ein Bakterium, sondern durch ungesunde Ernährung ausgelöst.

Bei der Untersuchung von 120 Probanden fanden die Forscher genetische Hinweise darauf, dass an diesem Trainingseffekt ein sogenanntes Inflammasom beteiligt ist. Inflammasome sind Sensoren des angeborenen Immunsystems. Sie erkennen schädliche Substanzen und setzen in der Folge hoch entzündliche Botenstoffe frei. Das in der Studie identifizierte Inflammasom wird durch bestimmte Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln aktiviert.

Sogenanntes Inflammasom reagiert mit Entzündungen

Diese ungesunde Ernährung führt nun dazu, dass manche DNA-Teile, die die Erbsubstanz enthalten, langfristig leichter ablesbar sind. Wissenschaftler sprechen von epigenetischen Änderungen.

Das Inflammasom stößt Latz zufolge solche epigenetischen Änderungen an, weshalb das Immunsystem in der Folge schon auf kleine Reize mit stärkeren Entzündungsantworten reagiert. Diese wiederum können die Entstehung von Gefäßkrankheiten, die Schlaganfälle oder Herzinfarkte verursachen, oder auch Typ-2-Diabetes drastisch beschleunigen.

Quellen und weiterführende Informationen:
- AFP
Fachzeitschrift "Cell"

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