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Gefährlicher Trend? Das boomende Geschäft mit den Gentests

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Gefährlicher Trend?  

Das boomende Geschäft mit den Gentests

20.11.2017, 10:47 Uhr | Christoph Zeiher, dpa

Gefährlicher Trend? Das boomende Geschäft mit den Gentests. DNA-Röhrchen in einem Behälter (Quelle: dpa/Symbolbild/Uwe Anspach/lsw )

Ärzte warnen davor, DNA-Tests ohne fachliche Begleitung durchzuführen. (Quelle: Symbolbild/Uwe Anspach/lsw /dpa)

Welcher Partner passt zu mir? Welche Ernährung ist gut für mich? Immer mehr Menschen suchen die Antwort auf diese Fragen in ihren eigenen Genen. Kommerzielle DNA-Analysen liegen in den USA schon lange im Trend. Und auch in Deutschland boomt der Markt.

Der Ablauf der meisten Gentests für zuhause ist dabei recht simpel: Der Kunde bestellt sich online ein sogenanntes Test-Kit – meist ein Paket mit Wattestäbchen. Anschließend schickt er seine Speichelprobe ins Labor und erhält per Post die Analyse seiner DNA – verbunden mit der Empfehlung zur passenden Sportart oder dem persönlichen Vitamin-C-Bedarf.

Oft haben Unternehmen, die derartige Tests in Deutschland anbieten, ihren Sitz im benachbarten Ausland – vorzugsweise in der Schweiz oder in Österreich. Weder Marktforscher noch das für Gentechnik zuständige Robert-Koch-Institut wissen so genau, wie viele Tests hierzulande verkauft werden. Fragt man die Anbieter selbst, berichten diese aber von einer deutlich steigenden Nachfrage.

Genetisches Profil abgleichen für eine lange Partnerschaft

"Wir haben sehr viele deutsche Kunden, rund 30 Prozent sind aus Deutschland", sagt etwa Joëlle Apter, deren Schweizer Firma Gentests für die Partnersuche anbietet. "Basierend auf dem genetischen Profil des Kunden bestimmt die GenePartner-Formel die genetische Kompatibilität zweier Personen", so verspricht es das Unternehmen auf seiner Internetseite. "Hohe genetische Kompatibilität bedeutet eine größere Wahrscheinlichkeit, eine andauernde und erfolgreiche Partnerschaft zu bilden." Knapp 250 US-Dollar verlangt die Firma pro Analyse. Im Jahr 2016 habe sich die Zahl der Tests verdoppelt.

Die Firma Bioxtic aus Berlin hingegen bietet Tests zu den Themen Sport und Ernährung an. Die Analysen enthalten etwa Vorschläge für die perfekte Sportart – passend zur DNA. Als eher kleiner Anbieter verkauft das Unternehmen nach eigenen Angaben monatlich rund 20 bis 50 solcher Tests. Deutschland sei aber ein Markt mit viel Potenzial, teilt die Firma mit. Durchgeführt würden die Analysen aber nicht in Deutschland, sondern in zwei Labors in Osteuropa.

Krankheitsrelevante Gen-Analysen nicht über das Internet

Experten sehen die kommerziellen Genanalysen skeptisch: "Der Rat, sich gesund zu ernähren, Sport zu treiben und auf das Rauchen zu verzichten, ist immer gut. Dazu braucht es keinen genetischen Test", meint Professor Bernhard Horsthemke vom Institut für Humangenetik der Uniklinik Essen. "Viele Tests sind unseriös und helfen nicht weiter."

Neben Lifestyle-Tests zu Fitness und Ernährung sind hierzulande auch viele medizinische Gen-Analysen erhältlich. So bietet etwa die Firma Progenom auch krankheitsrelevante Analysen an – beispielsweise zu Risiken für Brustkrebs, Osteoporose oder Morbus Crohn. Alle Tests seien aber grundsätzlich nicht online erhältlich, sondern nur über Vertriebspartner – stets verbunden mit einer persönlichen Beratung durch Fachpersonal. Firmenchef Wilhelm Schöfbänker spricht für den Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz generell von einer "stark steigenden Tendenz".

Testergebnisse können für falsche Sicherheit sorgen

In Deutschland unterliegen Ernährungs- und Fitnesstests keiner strengen Kontrolle. Lediglich für DNA-Untersuchungen zu medizinischen Zwecken gilt ein Arztvorbehalt. Das bedeutet, dass diese Tests nur von Ärzten durchgeführt werden dürfen. Ernährungs-Analysen oder ähnliches fallen laut Gesundheitsministerium nicht unter diese Regelung.

Dennoch warnen Ärzte generell davor, DNA-Tests ohne fachliche Begleitung durchzuführen. "Das Risiko besteht darin, dass die Testergebnisse nicht im Rahmen einer genetischen Beratung erläutert werden", warnt Professor Horsthemke. "Die Ergebnisse können Besorgnisse auslösen, wo sie nicht begründet sind. Oder den Probanden in falscher Sicherheit wiegen. Beides ist schlecht."

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