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120 Jahre Aspirin: Karriere des Schmerzmittels

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"Keine Lutschbonbons"  

120 Jahre Aspirin: Karriere eines Schmerzmittels

17.08.2017, 12:39 Uhr | hex/cfm, AFP

120 Jahre Aspirin: Karriere des Schmerzmittels. 120 Jahre Aspirin: Karriere des Schmerzmittels (Quelle: Purestock)

In der Verbindung von Salicylsäure mit simpler Essigsäure fand Hoffmann die Formel für ein Medikament, das Schmerzen lindert, Fieber senkt und entzündungshemmende Eigenschaften hat: Aspirin. (Quelle: Purestock)

Es ist eines der populärsten Arzneimittel überhaupt: Aspirin hat wie kaum ein anderes Medikament Medizingeschichte geschrieben. Die Karriere des Schmerzmittels begann vor nunmehr 120 Jahren ganz unspektakulär mit der chemischen Formel Acetylsalicylsäure, kurz ASS.

Am 10. August 1897 gelang es dem jungen, bei Bayer beschäftigten Chemiker Felix Hoffmann erstmals, die Acetylsalicylsäure in einer chemisch reinen und stabilen Form zu synthetisieren. Salicylsäure ist ein Pflanzenhormon und galt als altbekanntes Naturheilmittel, dessen schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung seit über 2000 Jahren bekannt war. Schon Hippokrates soll seinen Patienten Aufgüsse aus der Rinde des Weidenbaums (lateinisch Salix) verordnet haben, in dem die Säure enthalten ist.

Anfangs gab es erhebliche Nebenwirkungen 

Salicylate bekam auch Hoffmanns Vater gegen sein Rheuma. Die Behandlung hatte allerdings erhebliche Nebenwirkungen: Die Säure verursachte Brechreiz und verätzte die Schleimhäute in Mund und Magen. Um das Leiden seines Vaters erträglicher zu machen, begann der Sohn zu experimentieren.

In der Verbindung von Salicylsäure mit simpler Essigsäure fand Hoffmann die Formel für ein haltbares und verträgliches Medikament, das Schmerzen lindert, Fieber senkt und entzündungshemmende Eigenschaften hat – ohne die unangenehmen Nebenwirkungen der Salicylsäure. Zwei Jahre später, 1899, brachten seine Arbeitgeber das Medikament auf den Markt – unter dem patentierten Handelsnamen Aspirin, mit dem bald alle Welt den Wirkstoff identifizierte.

Die genaue Wirkweise blieb lange unbekannt

Mehr als 70 Jahre blieb die Wirkweise von Aspirin ungeklärt. Erst 1971 wies der britische Pharmakologe John Vane nach, dass Acetylsalicylsäure die Synthese bestimmter Botenstoffe – sogenannter Prostaglandine – hemmt und damit die Schmerz- und Entzündungsreaktion lindert. Vane erhielt dafür 1982 den Nobelpreis für Medizin.

Aspirin als Alleskönner – auch Krebsvorbeugung wird erforscht 

Heute ist der Wirkstoff weder aus der Hausapotheke noch aus der Hightechmedizin wegzudenken. Das Mittel lindert nicht nur alle Arten des Kopfschmerzes vom Kater bis zur Migräne, wird gegen Rücken- sowie Gelenkschmerzen eingesetzt und wirkt fiebersenkend und entzündungshemmend. Erwiesen ist auch, dass ASS das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen senken kann, weil es blutverdünnend wirkt.

Auch eine mögliche vorbeugende Wirkung gegen bestimmte Krebsarten wird erforscht. So scheint Acetylsalicylsäure bei langjähriger Einnahme das Darmkrebsrisiko zu senken. Auch das Risiko, an Krebs zu sterben, war in Studien geringer. Der Mechanismus ist noch nicht ganz klar. ASS beeinflusst Entzündungsprozesse im Körper positiv. Diese wiederum können an der Krebsentstehung beteiligt sein.

Achtung: ASS wirkt blutverdünnend

Allerdings raten Experten unter anderem vom Deutschen Krebsforschungszentrum von einer dauerhaften Einnahme von Aspirin zur Krebsvorbeugung ab. Denn das Mittel kann erhebliche Nebenwirkungen haben. ASS bewirkt nicht nur eine Blutverdünnung und wird daher etwa nach einem Herzinfarkt gegeben. Es fördert zugleich die Blutungsneigung, was zu gefährlichen Blutungen im Gehirn und im Magen-Darm-Trakt sowie zu Geschwüren führen kann. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit oder Sodbrennen.

Ob jemand von den Vorteilen profitiert oder eher unter den Nebenwirkungen leidet, hängt den Forschern zufolge unter anderem von der genetischen Veranlagung ab. Schmerzmittel seien "keine Lutschbonbons", warnt daher die Deutsche Schmerzgesellschaft.

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