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Hörsturz: Kleines Implantat lässt Taube wieder hören

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Nach Hörsturz und Tinnitus  

Kleines Implantat lässt Taube wieder hören

13.11.2013, 15:08 Uhr | dpa

Hörsturz: Kleines Implantat lässt Taube wieder hören. Hörsturz: Seit Dieter Schmitz die Hörprothese trägt, hat sich sein Leben vollkommen verändert. (Quelle: dpa)

Hörsturz: Seit Dieter Schmitz die Hörprothese trägt, hat sich sein Leben vollkommen verändert. (Quelle: dpa)

Es begann mit einem Hörsturz, gefolgt von einem ständigen Pfeifen im Ohr. Sieben weitere Hörstürze folgten dem Tinnitus, danach war Dieter Schmitz nahezu taub. Hörgeräte halfen ihm nicht weiter. Die Folge: Schmitz zog sich immer mehr zurück und fühlte sich oft alleine mit sich selbst. Das Leiden ertrug er jahrelang - bis er sich ein kleines Implantat einsetzen ließ, das ihn zurück ins Leben holte.

Hörnerv wird elektrisch stimuliert

15 Jahre lang trug Schmitz ein Hörgerät. Dann ließ sich der ehemalige Banker in diesem Jahr eine elektronische Hörprothese, ein sogenanntes Cochlea-Implantat (CI), einsetzen. Dabei wird hinter der Ohrmuschel ein Elektrodenträger in das Innenohr eingesetzt. Über ein kleines Mikrofon am Ohr werden die Töne und Laute über ein Kabel von außen zum Elektrodenträger geleitet - und der Hörnerv so elektrisch stimuliert. Das Gehirn erkennt dann den Schall.

"Ich habe vor Freude geweint"

"Als ich das erste Mal das Implantat mit dem Mikro verbunden habe, habe ich vor Freude geweint", erzählt Schmitz nach seiner Operation im CI-Zentrum des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier. "Ich habe von der ersten Sekunde an wieder gehört." Seine eigene Stimme klinge zwar ein wenig metallisch-blechern: "Als ob ich durch ein Stahlrohr spreche, aber das ist nicht wichtig. Hauptsache ich höre", sagt der 66-Jährige.

Patienten müssen Hören oft erst wieder lernen

Für hochgradig Schwerhörige, Gehörlose oder Ertaubte könne ein Hörimplantat eine Rettung sein, sagt Oberarzt Titus Kaldenbach, der am Klinikum Mutterhaus das CI-Zentrum leitet. Unter der Voraussetzung: Der Hörnerv ist vorhanden. "Bei 98 Prozent ist das der Fall", sagt der gebürtige Aachener, der das Zentrum 2006 gegründet hat. Allerdings müssen die Patienten mit dem Hörimplantat häufig erst wieder hören lernen. "Vor allem, wenn sie lange nicht gehört haben, müssen sie sich erst wieder erinnern."

OP ist mit lebenslanger Nachsorge verbunden

Es gebe immer mehr CI-Operationen, sagt Professorin Annerose Keilmann, Leiterin des Schwerpunkts Kommunikationsstörungen an der Universitätsmedizin Mainz. Dies liege auch daran, dass die Geräte besser werden und für mehr Patienten infrage kommen. Es bleibe dennoch ein besonderer Eingriff. "Man muss sich im Klaren darüber sein, dass solch eine Operation mit einer lebenslangen Nachsorge verbunden ist."

Implantat auch für Kinder geeignet

Bundesweit lebten inzwischen rund 33.000 Menschen mit solchen Implantaten, sagt der Präsident der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft, Franz Hermann, im bayerischen Illertissen. Im Jahr würden rund 3.500 Patienten in Deutschland operiert, die Technik werde immer besser. "Das ist ein großer Fortschritt", sagt Hermann. Rund 70 Kliniken, vor allem Unikliniken oder Landeskliniken, bieten diesen Eingriff plus Nachsorge an.

In Trier liegt die Zahl der Eingriffe bei etwa 20 im Jahr, Tendenz steigend. "Ab 2014 werden wir erstmals auch Kinder behandeln." Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern sei eine rasche Behandlung wichtig. Wenn man ein Kind unter zwei Jahren rechtzeitig versorge, dann habe es die Chance, später weitgehend normal eine Schule zu besuchen, sagt der Hals-Nasen-Ohren-Facharzt Kaldenbach.

Hörprothese holt Patienten zurück ins Leben

Bei Dieter Schmitz hat die Hörprothese das Leben vollkommen verändert. Rechts hört er wieder 90 Prozent, links 70 bis 80 Prozent. "Ich gehe ins Theater, ins Kino, in die Kirche und in die Kneipe. Und ich bekomme alles mit", sagt er. Nur das Telefonieren klappe nicht so gut. "Es ist ein ganz anderes Leben", sagt Ehefrau Marlies Schmitz. Früher hätten sie beide eher non-verbal kommuniziert. Aber trotz aller Vorteile: "Das normale Hörempfinden kann das Gerät einem nicht zurückgeben. Wenn er das CI auszieht, ist er taub."

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