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Hausstaub-Allergie: Das hilft gegen die Milben

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 (Quelle: Milbopax)

Spinnentiere mögen es feucht und warm  

Schwüle Sommernächte sind ideal für Hausstaubmilben

24.07.2016, 11:24 Uhr | dpa-tmn

Hausstaub-Allergie: Das hilft gegen die Milben. Schlafende Frau.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schlafende Frau. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hausstaubmilben mögen es warm und feucht. in tropisch-heißen, schwülen Sommernächten, in denen es nicht merklich abkühlt, schwitzt der Körper. Auch wenn man die Bettdecke gegen ein leichtes Strandlaken austauscht. Das können Sie tun, um die Plagegeister in Schach zu halten.

Vor dem Zubettgehen sollten Sie die Temperatur im Schlafzimmer am besten unter 18 Grad bringen, zum Beispiel durch einen leistungsstarken Ventilator und Zuglüften. Auf keinen Fall künstliche Luftbefeuchter einsetzen, sondern die Luftfeuchtigkeit möglichst unter 50 Prozent halten. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, denn Hausstaubmilben leben überall dort, wo auch wir Menschen leben. Deshalb ist die Hausstauballergie auch so verbreitet.

Milben lieben Matratzen, Polster und Vorhänge

"Hausstaubmilben ernähren sich vorwiegend von menschlichen Hautschuppen und gedeihen am besten bei einer Temperatur von um die 24 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit", erklärt Professor Torsten Zuberbier vom Allergie-Centrum der Berliner Charité und Leiter der europäischen Stiftung für Allergieforschung. Das macht unsere Betten zum idealen Lebensraum für sie, da sie dort ihr bevorzugtes Klima und genug Nahrung finden. Und so leben je nach Alter und Zustand von Matratze und Bettzeug bis zu 1,5 Millionen Milben in unserem Bett. Daneben fühlen sich die Tiere zum Beispiel in Teppichen, Polstermöbeln und Vorhängen wohl.

Allergenhaltiger Kot gelangt über Staub in die Luft

Hauptproblem sind nicht die Milben selbst, deren Körper erst Allergene freisetzt, wenn er abstirbt und zerfällt, sondern ihr Kot: Er enthält den größten Teil der Allergene und gibt diese kontinuierlich ab. "Sobald er getrocknet ist, zerfällt er in feine Partikel, die sich an den Nistorten der Milbe anreichern und sich mit dem Hausstaub verbinden", erklärt Professor Thomas Fuchs, Leiter der Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen und Vorstandsmitglied des Ärzteverbandes deutscher Allergologen. Das passiert auch mit den zerfallenen Körpern toter Milben.

Das entstehende Staub-Gemisch wird immer wieder aufgewirbelt. "So gelangen die Milbenallergene in die Raumluft, werden eingeatmet und können sich auf den Schleimhäuten von Atemwegen und Augen ablagern."

Symptome morgens und nachts am heftigsten

Die meisten Menschen verkraften das problemlos. Viele Millionen Menschen bekommen durch die Milbenbelastung aber eine Haustauballergie. "Kurz gesagt ist eine Allergie eine überschießende Immunreaktion gegen einen meist ungefährlichen Stoff", erklärt Biologin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund.

Bei der Hausstauballergie handelt es sich um eine Inhalations-Allergie. "Sie ist vom Soforttyp, was bedeutet, dass sie innerhalb weniger Minuten zu einer Reaktion führt", erklärt Zuberbier. Die Folge: Entzündungsprozesse und Schleimhautreizungen sorgen für Dauerschnupfen, Niesanfälle, tränende Augen und Atemnot. "Typischerweise sind die Beschwerden nachts und morgens nach dem Aufstehen am heftigsten, weil im Bett besonders viele Milben leben und bis zu 20 Zentimeter über ihm milbenkothaltiger Staub schwebt".

Aufgewirbelter Staub verstärkt Allergie

Wenn Staub aufgewirbelt wird - wie etwa beim Bettenmachen - ruft das also auch die Hausstaubmilben auf den Plan. Aber auch die Heizperiode im Herbst und Winter treibt eine Hausstauballergie voran. Der Grund: Viele Milben sterben, weil die Luftfeuchtigkeit abnimmt. "Die toten Milben und ihr Kot, der in den beheizten Räumen vermehrt austrocknet, zerfallen und werden durch die Abluft der Heizkörper aufgewirbelt", erklärt Fuchs.

Unbehandelte Hausstauballergie kann gefährlich werden

Wer glaubt, eine Haustauballergie zu haben, sollte das überprüfen lassen. Denn unbehandelt kann sie ernste Folgen wie Asthma haben. Erster Schritt ist ein Prick-Test, bei dem Haustauballergene unter die Haut gelangen, wodurch sich im Fall einer Allergie Quaddeln bilden. "Wenn das Ergebnis nicht eindeutig ist, können zusätzlich Bluttests erfolgen - und Provokationstests, bei denen das zu testende Allergen direkt auf die Schleimhäute von Nase oder Auge aufgebracht wird", erklärt Fuchs. Beste Anlaufstelle für die Tests ist ein Allergologe. Er kann sie fachmännisch auswerten und weiß, wie eine effektive Allergie-Therapie aussieht.

Allergiker-Bettwäsche hält Milben fern

Diese besteht in aller Regel aus drei Bausteinen. Im ersten Schritt werden Antiallergika und gegebenenfalls anti-entzündliche Mittel wie Kortison verabreicht, die die Symptome lindern sollen. Die zweite Maßnahme ist, den Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden. Dies gilt als besonders wichtig und beinhaltet Veränderungen in der Wohnung - vor allem im Schlafzimmer: "Wichtigste Maßnahme ist es, die Matratze mit einem allergendichten Bezug zu umschließen, der als Encasing bezeichnet wird. Dies kann zusätzlich auch bei Bettdecken und Kissen erfolgen. Alternativ müssen diese regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden", sagt Schwalfenberg. Außerdem sollte man unnötige Staubfänger aus der Wohnung werfen und die Fußböden häufig saugen und wischen.

Hyposensibilisierung hilft bei schwerer Allergie

Der dritte Baustein der Therapie ist die ursächliche Behandlung. "Die Rede ist von der Hyposensibilisierung oder spezifischen Immuntherapie, bei der dem Betroffenen das Allergen über drei bis fünf Jahre in langsam steigender Dosis gespritzt oder per Schluckimpfung verabreicht wird", sagt Zuberbier. Ziel der Behandlung, die vor allem bei einer schweren Allergie ratsam ist, ist es, das Immunsystem für den Reizstoff zu desensibilisieren, was auch in etwa 70 Prozent der Fälle klappt.

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