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Dachlawinen und herabfallende Eiszapfen: Hausbesitzer haften

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Wann Hausbesitzer haften  

Schnee auf dem Dach wird schnell zur Gefahr

24.01.2018, 07:21 Uhr | rw, dpa-tmn, t-online.de

Dachlawinen und herabfallende Eiszapfen: Hausbesitzer haften. Dach mit Schnee (Quelle: Getty Images/Astrid Gast)

Dach mit Schnee: Wenn Dachlawinen jemanden verletzen, haftet oft der Hauseigentümer. (Quelle: Astrid Gast/Getty Images)

Klirrende Kälte und zentimeterdicke Schneedecken auf den Häuserdächern: Was zunächst schön aussieht, kann schnell lebensgefährlich sein. Die Verantwortung trägt der Hauseigentümer oder die Mieter. So sorgen Sie für Sicherheit.

Während der Schneeperiode sollten Hausbesitzer ihr Dach nicht aus dem Fokus verlieren. Sonst drohen ihnen erhebliche Strafen für den Fall, dass Dritte durch Dachlawinen oder herab fallende Eiszapfen zu Schaden kommen. Denn dem Eigentümer obliegt die so genannte Verkehrssicherungspflicht.

Hausbesitzer haften bei Unfällen

Diese Pflicht legt fest, dass der Hausbesitzer alle vorhersehbaren Gefahren für Dritte vermeiden beziehungsweise sie umgehend beseitigen muss, sobald sie eintreten. Dazu zählt auch, dass bei akuter Gefahr von abgehenden Dachlawinen, Passanten unverzüglich durch die Platzierung eines Warnschilds auf dem Gehweg gewarnt werden müssen.

Darüber hinaus muss das Dach von Schnee und Eis befreit werden. Aus Sicherheitsgründen sollte eine solche Schneeräumung nur ein professioneller Dachdecker durchführen. Kommt ein Hausbesitzer seinen Pflichten nicht nach, muss er für die daraus resultierenden Schäden haften. Vor allem bei Unfällen mit Personenschaden kann das den finanziellen Ruin bedeuten.

Ein Vermieter kann Teile seiner Verkehrssicherungspflichten auf die im betreffenden Gebäude lebenden Mieter übertragen. Entsprechende Regelungen sollten genau im Mietvertrag festgehalten werden. Kommen Mieter ihren Pflichten nicht nach, kann aber im Schadensfall trotzdem auch der Vermieter in Regress genommen werden. Er hat als Eigentümer nämlich weiterhin eine Kontrollpflicht.

Kritische Stellen schon vorbeugend sichern

An sicherheitsrelevanten Bereichen des Daches – etwa über Eingängen, frei zugänglichen Wegen oder Verkehrsflächen – sollten möglichst schon vorbeugend Schneefangsysteme angebracht werden. Diese halten den Schnee auf dem Dach und minimieren die Gefahr abgehender Dachlawinen. Die Installation derartiger Systeme ist oft sogar in den kommunalen Bauordnungen vorgeschrieben – vor allem im schneereichen Süden Deutschlands. Dächer mit einer Neigung von über 45 Grad müssen generell mit Schneefangsystemen ausgerüstet sein.

Welche Schneefangsysteme gibt es?

Im Handel sind verschiedene Systeme erhältlich: Schneefanggitter oder in Haken eingehängte Rundhölzer, die an der Dachkante angebracht werden, halten den Schnee auf dem Dach, wenn er ins Rutschen kommt. Damit das gar nicht erst passiert sind vor allem in sehr schneereichen Regionen auch so genannte Schneestopper empfehlenswert.

Wegen der Schwerkraft verdichtet sich die Schneedecke auf geneigten Dächern sonst, je näher man der Dachkante kommt. Die Belastung kann dann so groß werden, dass es zu Schäden kommt. Schneestopper sind Metallbügel, die in regelmäßigen Abständen auf dem Dach verteilt installiert werden. Sie verhindern, dass der Schnee in Richtung Dachkante abrutscht, so dass die Traglast gleichmäßig auf das gesamte Dach verteilt bleibt. Wegen dieses Effekts helfen Schneestopper sogar beim Energiesparen, denn eine gleichmäßige Schneedecke isoliert sehr gut.

Traglast des Daches beachten

Für die Einschätzung, ob das Dach die Schneelast dauerhaft aushalten kann, ist nicht allein die Schneedicke auf dem Dach entscheidend, sondern vor allem die Zusammensetzung der weißen Schicht. Darauf weist Horst Lenz, Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz in Mainz, hin. Besonders schwer ist sehr nasser, schon etwas angetauter Schnee. Zehn Zentimeter Nassschnee könnten bis zu 40 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen, Eis sogar 90 Kilogramm.

Die maximale Tragfähigkeit können Hausbesitzer im Standsicherheitsnachweis ihres Daches nachlesen. Sind diese Unterlagen verloren, erteilt auch das örtliche Bauamt Auskünfte. Spätestens nach Erreichen der zulässigen Schneelast sollte das Dach geräumt werden. Lenz betont aber, wegen der Unfallgefahr solle man sich dafür beim professionellen Dachdecker oder der Feuerwehr Hilfe suchen.

Quellen:
- dpa
- Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz
- eigene Recherche

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