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Rollladenkasten dämmen: So spart man teure Heizenergie

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Rolladenkasten dämmen spart teure Heizenergie

16.09.2017, 14:10 Uhr | dpa-tmn

Rollladenkasten dämmen: So spart man teure Heizenergie. Rollladenkästen können einfach nachträglich gedämmt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rollladenkästen können einfach nachträglich gedämmt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rollläden helfen normalerweise, Heizenergie zu sparen. Denn ist der Rollladen geschlossen, bildet er eine zusätzliche Dämmschicht vor dem Fenster. Doch umgekehrt kann ein Rollladenkasten zur Energieschleuder werden, wenn er selbst nicht gedämmt ist. So wird es gemacht.

Undichte Stellen erkennen

Bei vielen alten Fenstern ist noch keine ausreichende Isolierung vorhanden. Die Folge: kalte Zugluft während des ganzen Winters, da kann man die Heizung noch so sehr aufdrehen. Wer bei seinen alten Fenstern bleibt, sollte den Rollladenkasten daher unbedingt nachträglich dämmen, wie Energieberater Jörg Gurski empfiehlt. Mit etwas Geschick lässt sich dies sogar leicht selbst bewerkstelligen. Und wer sich neue Fenster zulegen möchte, für den hat der Experte einen Tipp, wie sich Zugluft noch effektiver vermeiden lässt.

"Ungedämmte Rollladenkästen wurden bis in die 80er Jahre verbaut", sagt Jörg Gurski. Wenn es im Winter im Wohnzimmer trotz dichter Fenster immer noch von den Fenstern her zieht, kann das ein Hinweis darauf sein. Klarheit schafft ein einfacher Test: Bewohner halten eine brennende Kerze an den Kasten und an die Gurtdurchführung. Flackert die Flamme, besteht Handlungsbedarf.

Vorher den Vermieter fragen

Die meisten alten Rollladenkästen lassen sich nachträglich dämmen. Die Kosten sind nicht hoch. Beim Discounter gibt es ein Dämm-Set zuweilen als Aktionsware bereits für ungefähr 18 Euro. Doch Vorsicht: Dämmen gilt als Eingriff in die Bausubstanz. "Bevor ein Mieter am Rollladenkasten selber Hand anlegt, sollte er den Vermieter um Erlaubnis fragen", rät Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Ohne Genehmigung könne ein Vermieter den Mieter haftbar machen, wenn später Probleme mit Feuchtigkeit auftreten oder sich Schimmel bildet. Ein Vermieter könne auch entscheiden, dass nur ein Handwerker dämmen dürfe.

Zuerst den versteckten Rollladen-Zugang finden

Grundsätzlich schafft das aber auch ein Heimwerker selbst. Er muss als erstes die Revisionsöffnung aufschrauben, erläutert Gurski. Das ist ein Zugang zu versteckten oder verkleideten Installationen, der beim Rollladenkasten meist unten oder zum Raum hin liegt. Im offenen Kasten müssen Heimwerker bei aufgerollten Rollladenpanzer ausmessen, wie stark die Dämmung maximal sein darf. Denn auch mit Dämmung muss der Rollladen ohne Schwierigkeiten hinauf- und heruntergehen. Beim Abmessen kann es helfen, Kartonschablonen genau zuzuschneiden und anschließend diese auszumessen.

Rollladenkasten vollständig auskleiden

Bei der Dämmung gilt: Je dicker der Kasten ausgekleidet ist, umso besser ist der Energiespareffekt. "Als Material für die Rollladenkasten-Dämmung in Eigenregie eignen sich Styrodurplatten", sagt Gurski. Diesen Hartschaum sollte der Heimwerker möglichst exakt zuschneiden, damit keine unnötigen Fugen entstehen. Anschließend werden die Dämmplatten mit Spezialkleber an die Wände des Kastens geklebt. "Um Wärmebrücken zu vermeiden, dürfen auf keinen Fall die Seitenwände der Kästen vergessen werden", betont der Experte. Die Dämmmatten sind schon für unter 20 Euro im Handel erhältlich.

Beim Dämmen so exakt wie möglich arbeiten

Es gibt im Fachhandel für Rollläden und im Baumarkt spezielle biegsame Dämmelemente, die nicht zugeschnitten werden müssen. Diese lassen sich nach Angaben des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt leicht in den Kasten schieben. Dennoch sei es wichtig, für eine gute Wirkung die flexiblen Elemente möglichst exakt einzupassen. Wenn nötig, müsse der Heimwerker die Dämmplatte an den Seitenwänden abdichten.

"Um Zugluft zu vermeiden, muss er vor dem Einbringen des Dämmmaterials immer die Fugen und Ritzen im Kasten mit Silikon ausspritzen und auf diese Weise abdichten", rät Gurski dem Heimwerker. Ein Problem kann Kondenswasser sein. Damit es im Kasten nicht unbemerkt schimmelt, sollten alle Tapetenreste daraus entfernt werden. Reduzieren lässt sich auch die Zugluft, die durch die Schlitze des Gurts kommt. Hierfür gibt es bürstenartige Dichtungen, so das IWU.

Dämmung reduziert auch den Straßenlärm

Durch eine Dämmung bleiben Räume grundsätzlich wärmer, und es zieht nicht mehr. "Auch Straßenlärm dringt nicht mehr in die Räume", nennt Gurski einen weiteren Vorteil. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Heimwerker wirklich präzise die Platten zuschneidet. Deshalb könne das Dämmen eines einzigen Kastens bis zu vier Stunden dauern.

Experte empfiehlt den Elektroantrieb

Die Arbeit lohne sich immer, wenn nicht in Kürze ein Fenstertausch geplant sei, sagt der Energieberater. Denn wer ein neues Fenster einbaut, sollte auch den alten Rollladenkasten gegen einen neuen, gut gedämmten austauschen. Erwägenswert ist dann auch ein Elektroantrieb für die Rollladen statt des herkömmlichen Gurtwicklers, so Gurski. Denn der automatische Antrieb braucht nur kleines Loch für das Elektrokabel in der Wand – und er ist daher keine mögliche Wärmebrücke mehr.

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