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Wärmedämmung: Experte beantwortet Fragen

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Dämmen: Sinnvoll oder teurer Unsinn?

21.10.2014, 15:23 Uhr | zuhause.de

Wärmedämmung: Experte beantwortet Fragen. Dämmung: Sinnvolle Maßnahme oder teurer Unsinn? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Dämmung: Sinnvolle Maßnahme oder teurer Unsinn? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Über Sinn und Unsinn von Dämmmaßnahmen wird derzeit heftig diskutiert. Energiesparende Lösung oder rausgeworfenes Geld? Es halten sich hartnäckig Vorurteile, die Hausbesitzer und Bauherren verunsichern. Unser Experte, Dipl.-Ing. Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB) hat sich Zeit genommen und die Fragen der User beantwortet. Als Energieberater, Bausachverständiger und Leiter des VPB-Regionalbüros in Fulda kennt Thomas Weber aus seiner täglichen Praxis die Vorbehalte, weiß was wirklich dran ist und wie man sinnvoll dämmt.

Hier nochmal alle Fragen und Antworten für Sie zum Nachlesen.

Frage: Wie sinnvoll ist das Dämmen von Dach und Fassade überhaupt? Gibt es nicht Einzelmaßnahmen, die sich schneller rentieren?

Experte: Die energetische Sanierung beginnt immer mit der Analyse des Bestandes. Wie sieht das Haus bauphysikalisch aus? Was passt dazu, was nicht? Und wie viel Geld kann und möchte der Hausherr für die Sanierung ausgeben. Daraus ergibt sich dann die sinnvollste Maßnahme – oder ein Stufenplan, bei dem die Hausbesitzer nach und nach, immer, wenn sie Geld übrig haben, Komponenten sanieren lassen. Dabei ist die Reihenfolge wichtig, damit zum Schluss alles aufeinander abgestimmt ist.

Aber natürlich ist das Dämmen des Daches, sofern es noch nicht gedämmt ist, auf alle Fälle sinnvoll, denn dort geht mehr Energie verloren, als durch die Außenwand. Nicht zuletzt deshalb erlegt die Energieeinsparverordnung Käufern von Altbauten sogenannte Nachrüstpflichten auf: So müssen etwa bislang ungedämmte oberste Geschossdecken gedämmt werden. Oder alte Heizungen ersetzt und warmwasserführende Leitung in ungeheizten Räumen ummantelt werden.

Wir haben 1996 ein Haus mit 35-er Gasbeton gebaut. Ist hier eine Dämmung sinnvoll?

1996 hatten wir schon relativ gute Steine. Entscheidend ist die Wärmeleitfähigkeit und auch 1996 gab es verschiedene Qualitäten an Gasbetonsteinen. Vermutlich sind hier 36,5-er Steine gemeint. Und da ist eine Wirtschaftlichkeit allein mit Dämmmaßnahmen eigentlich kaum zu erzielen. Da müsste man das dann einbetten in ein übergreifendes Sanierungskonzept.

An unserer 2007 mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) gedämmten Fassade zeigt sich seit diesem Jahr an der Nord-West-Seite starker Algenbefall. Ist der Algenbefall schädlich für die Fassade oder nur ein Schönheitsfehler? Was kann/muss man unternehmen?

Ursache für Algenbefall ist meist ein relativ dünner Putz und Tauwasserbildung. Die Feuchtigkeit bietet Algen gute Wachstumsbedingungen. Der Algenbefall schadet nicht. Das ist in erster Linie ein optisches Problem. Die einzige Möglichkeit zur Beseitigung besteht in einem Neuanstrich nach vorheriger Reinigung des Gesamtfassade. Vorbeugen kann man durch die Verwendung einer fungizid und/oder algizidhaltigen Fassadenfarbe.

Was halten Sie von Ökodämmstoffen für das Dach? Steht Mineralwolle im Verdacht krebserregend zu sein?

Diesen Verdacht gab es etwa in den 80er bis 90er Jahren. Seitdem wurden aber die Rezepturen der Mineralwolldämmstoffe geändert, so dass die Biolösklichkeit verbessert wurde und somit die Krebsgefahr mittlerweile ausgeschlossen ist.

Zu Ökodämmstoffen muss man generell die Fragen stellen: Was genau ist ökologisch? Ist es ein nachwachsender Baustoff wie Flachs, Schafwolle, Kokos, Hanf, Holz, Stroh oder Kork? Oder fällt darunter auch noch ein Material, das zwar aus der Natur kommt, aber mit industriellen Verfahren erst zum Dämmmaterial aufbereitet wird, wie etwa Blähton, Perlite, Zellulose? Oder ist das Recyceln von Altglas beispielsweise zu Blähglas auch ökologisch? Zählt nur das Ausgangsmaterial? Oder sind auch Verarbeitung, die dazu nötige Energie, der Transport zur Baustelle in der Ökobilanz enthalten? Bedenkenswert ist auch die Frage nach dem Hauskonzept an sich: Massiv- oder Holzbau? Und nicht jeder Dämmstoff eignet sich für jedes Bauteil.

Wer es ernst meint mit der Ökologie, der muss sich mit vielen Detailfragen beschäftigen und letzten Endes auch entscheiden, was er für sein Haus ausgeben kann, denn mit Ausnahme von Zellulose sind solche Dämmstoffe in der Regel deutlich teurer.

Man hört immer wieder, dass sich nach dem Dämmen Schimmel im Haus breitmacht. Woran liegt das und wie kann ich das verhindern?

Wenn nach dem Dämmen, vor allem aber nach dem Einbau neuer, dichter Fenster, nicht ausreichend gelüftet wird, dann kann es zu Schimmel kommen. Deshalb muss, sobald 30 Prozent der Fassadenflächen und der Dachfläche eines Hauses gedämmt werden, ein sogenanntes Lüftungskonzept (nach DIN 1946 Teil 6 "Lüftung in Wohnungen") erstellt werden. Darin wird geprüft, wie der hygienisch notwendige Luftwechsel zum Feuchteschutz in den Wohnräumen garantiert wird.

Reicht lüften nicht mehr aus, um die Feuchtigkeit aus der Wohnung zu transportieren, dann muss eine lüftungstechnische Maßnahme ergriffen werden. Auf dem Markt sind verschiedene Arten von Lüftungsanlagen, Systeme mit und ohne Ventilator. Die Lüftungsanlage muss nach der sogenannten Nennlüftung ausgelegt werden. Diese richtet sich nach der Wohnungsgröße. Standardmäßig muss eine Lüftungsanlage etwa 30 Kubikmeter Raumluft pro Bewohner und Stunde austauschen.

Nicht vergessen dürfen Hausbesitzer dabei aber: Lüftungsanlagen müssen regelmäßig gewartet werden, sonst gelangen Keime in die Innenluft. Und: Sie müssen auch tatsächlich in Betrieb sein. Wer sich am Geräusch der Anlage stört und sie deshalb immer wieder ausschaltet, der untergräbt sein Lüftungssystem – mit allen sich daraus ergebenden Nachteilen.

Wie lange behalten Dämmstoffe ihre volle isolierende Wirkung. Muss ich womöglich die Dämmung erneuern, bevor sie sich amortisiert hat?

Keinesfalls. Der Dämmstoff behält seine Dämmwirkung über die gesamte Lebensdauer. Eine Ausnahme gibt es: Und zwar sogenannte Vakuum Isolation Paneelen (VIP). Das sind Hochleistungsdämmplatten, die unter Vakuum stehen. Dieses Vakuum lässt über die Lebensdauer etwas nach. Dieser Effekt wird jedoch durch einen reduzierten Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit berücksichtigt. Wichtig ist auch, dass Dämmstoffe trocken bleiben. Denn wenn Wasser die Luftporen füllt, geht das Dämmvermögen verloren.

Wie werden Käufer von Altbauten zur Einhaltung der Energieeinsparverordnung kontrolliert?

Eine Kontrolle gibt es faktisch nicht. Das muss man klar sagen. Bei uns in Fulda ist es so, dass sich die Kreis-Baubehörde nicht dafür zuständig fühlt, derartige Maßnahmen zu kontrollieren.

Was tun gegen Spechtlöcher in der Fassadendämmung?

Erst einmal: Die Löcher sofort reparieren lassen, sonst dringt Feuchtigkeit in die Dämmung! Bei Neubauten am besten von vorneherein die Fassade gegen Spechte wappnen: Geeignet sind zum einen Platten, die als Verkleidung vor die Dämmung montiert werden, zum anderen dickere Putzkonstruktion, etwa eine sieben Millimeter starke Gewebespachtelung mit drei Millimetern Oberputz. Das ergibt eine Zentimeter starke Putzschicht, die den Schnabelhieben und auch anderen mechanischen Verletzungen gut standhält. Dies ist das Idealmaß gegen Beschädigungen. Im Schlüsselfertigbau sind allerdings lediglich zwei Millimeter Gewebespachtelungen üblich. Das ist preiswerter, aber eben auch zu wenig, um dem Specht zu widerstehen.

Wird die Dämmung mit Bauelementen aus Holz, Metall oder Kunststoff verkleidet oder mit Klinker, Ziegeln oder Natursteinen verblendet, muss die Fassade hinterlüftet werden. Dann müssen die Zu- und Abluftöffnungen mit Vogelschutzgittern versehen werden, sonst nisten sich die Vögel hinter der Fassade ein. Gleiches gilt übrigens auch für Dachvorsprünge und Pfettenüberstände. Ist eine ältere Fassade Gegenstand der Attacken, raten Vogelschützer dazu, die Spechte zu vertreiben. Sie mögen Ruhe und keine Störungen. Aber nicht übertreiben: Spechte sind geschützt!

Wann ist eine Innendämmung sinnvoll?

Immer dann, wenn die Außendämmung nicht möglich ist, zum Beispiel bei Stilfassaden, die unter Denkmalschutz stehen oder bei Fachwerkhäusern. Innendämmung ist allerdings eine sehr komplexe Facharbeit und lässt sich nicht machen, während das Haus bewohnt wird. Dazu müssen die Bewohner ausziehen.

Es gab in der Vergangenheit immer wieder Medienberichte über die erhöhte Brandgefahr durch Dämmung. Brennen wärmegedämmte Häuser tatsächlich schneller?

Zunächst einmal kommt das auf das Wärmedämm-Material an. Es gibt brennbare Materialien und solche, die schwer entflammbar sind oder sogar gar nicht brennen. Bundesweit sind nur vier Fälle bekannt, bei denen Wärmedämmung abbrannte. In drei Fällen befand sich das Haus noch im Bau. Das Wärmedämm-Verbundsystem aus Polystyrol war noch ohne Verputz – und damit ungeschützt. Im vierten Fall waren die vorgeschriebenen Brandbarrieren in der Fassade nicht eingebaut worden. Solche Brandbarrieren sind ab zwei Etagen Pflicht. In der Regel betrifft das also nicht das Einfamilienhaus – es sei denn, es steht am Hang, sondern das Mehrfamilienhaus.
       
Wer dennoch Angst vor Brand hat, kann sich auch im Einfamilienhaus Brandbarrieren einbauen lassen. Diese feuerfesten Bauteile werden über den Fenstern montiert, um ein Überschlagen des Brandes von einem ins nächste Geschoss zu verhindern. Diese Brandbarrieren muss der Bauherr allerdings selbst veranlassen, bestellen und bezahlen. Wenn Brandbarrieren laut Landesbauordnung nicht vorgeschrieben sind, dann werden sie von Schlüsselfertiganbietern auch nicht eingeplant. Der Bauherr muss sie zunächst in den Bauvertrag hinein verhandeln und dann darauf achten, dass sie auch korrekt eingebaut werden. Bei der Baukontrolle unterstützt ihn der unabhängige Sachverständige.

Der günstige Dämmstoff Polystyrol steht stark in der Kritik. Welche Alternativen gibt es dazu?

Alternativen gibt es, für die Fassade beispielsweise Holzfaserdämmplatten. Bei Holzhäusern werden Einblasdämmungen verwendet, die allerdings, weil sie trocken bleiben müssen, mit einer Holzschalung verkleidet werden müssen.Die Alternativen sind teurer - und man braucht sorgfältige Handwerker, um sie technisch korrekt einzubauen.

Rechnet sich Wärmedämmung überhaupt? Da muss man ja erstmal ganz schön tief für in die Tasche greifen.

Es kommt darauf an, wie das Haus aussieht. Ist es eine heruntergekommene Altimmobilie, die ohnehin ringsum aufwändig saniert werden muss, dann fällt neben Gerüst, neuem Putz und diffizilen Anschlussarbeiten der zusätzliche Preis für die Wärmedämmung nicht groß ins Gewicht. Das ist aber nicht der Alltag: Die meisten Hausbesitzer möchten etwas für die Umwelt tun und entschließen sich deshalb zur Dämmung. Meist ist ihr Haus gepflegt und gut im Schuss. Eine Außensanierung wäre nicht nötig. In solchen Fällen rechnen sich Wärmedämmverbundsysteme dann tatsächlich nicht oder zumindest erst nach sehr langer Zeit.

Generell gilt: Werden alte und defekte Dinge ersetzt, amortisiert sich das viel schneller. Besitzer gepflegter Immobilien sollten deshalb auch Alternativen erwägen, wie zum Beispiel eine neue Heizung. Darüber, was sich für sie lohnt und was zum Haus passt, sollten sie sich vom unabhängigen Experten firmen- und produktneutral beraten lassen – nicht vom Handwerker, denn natürlich neigt der Fassadenbauer dazu, das Wärmedämmverbundsystem zu empfehlen, während der Heizungsinstallateur die Heizung favorisiert.

Wir haben seit vier Jahren die Fassade gedämmt, nun bilden sich über den Fenstern schwarze Stellen. Was ist das, und wie kann man sie beseitigen, bzw. wodurch entstehen diese Stellen?

Sehr wahrscheinlich handelt es sich hierbei auch um eine Algenbesiedlung, die dadurch zustande kommt, dass sich insbesondere über Fenstern von Küche und Bad nach dem Fensterlüftungsvorgang feucht-warme Raumluft an der Fassadenoberfläche niederschlägt und somit zu einer Auffeuchtung der Fassadenoberfläche führt. Dadurch wird die Voraussetzung für den Algenbefall geschaffen.

Welche Zuschüsse gibt es aktuell?

Lohnend sind bei der Wärmedämmung die Zuschüsse der KfW. Bis zu 25 Prozent sind da an Zuschüssen drin. Aber die Investition in die eigene Immobilie ist im Augenblick ohnehin lohnend, denn in Zeiten, in denen der Spargroschen keine Zinsen trägt, bringt die mit Eigenkapital finanzierte energetische Sanierung bis zu zehn Prozent Rendite.

Muss man eine Lüftungsanlage einbauen, wenn gedämmt wird?

Man muss es nicht. Es ist aber empfehlenswert. Durch Dämmmaßnahmen werden sehr oft vorhandene Gebäude-Leckagen (Löcher in der Gebäudehülle) verschlossen und hierdurch der Luftwechsel, der vor der Dämmmaßnahme durch dieser erfolgte, nicht mehr möglich ist und durch eine häufigere Fensterlüftung kompensiert werden müsste. Diese würde aber eine Verhaltensänderung beim Nutzer erfordern.

Sobald mehr als 30 Prozent der Fenster bzw. des Daches abgedichtet werden, schreibt die Norm DIN 1946 T6 vor, dass ein so genanntes Lüftungskonzept erarbeitet wird. Dabei wird untersucht, ob nach der Dämmmaßnahme die Lüftung zum Feuchteschutz nutzerunabhängig noch gegeben ist. Erfahrungsgemäß ist dies dann sehr oft nicht mehr der Fall, so dass eine verntilatorgestützte Lüftung erforderlich wird.

Ich bin vor kurzem auf Glasschaum gestoßen. Welche Vor- und Nachteile bietet dieser Stoff gegenüber konventionellen Materialien? Bisher fand ich nur die Anwendung als Schüttung und zur Dämmung von Kellerwänden. Macht hier die Anwendung auf der Fassade überhaupt Sinn?

Nein, Glasschaum ist ein Produkt, das vor allem im Perimeter-Bereich (mit Erdkontakt) zum Beispiel als lastabtragende Wärmedämmung, etwa unter einer Bodenplatte, verwendet wird. Außerdem wird es im Dachbereich eingesetzt, wo es mit Heißbitumen vollflächig verklebt wird. Das Material ist außerdem sehr teuer.

Dämmen ist eine teure Angelegenheit. Was kann ich dabei in Eigenregie erledigen?

Zunächst kann ich viel selbst vorbereiten, etwa den Garten rings ums Haus frei räumen, damit das Gerüst zügig gestellt werden kann. Stehen dort Büsche und Bäume, was ja bei älteren Häusern der Normalfall ist, kann ich in Eigenregie einiges wegräumen und damit gutes Geld sparen. Auch an Stellfläche für Container und Baumaterial denken. Wer das auf dem eigene Terrain nicht lagern kann, der muss sich unter Umständen um Genehmigungen bei der Kommune kümmern, damit er die Dinge im öffentlichen Raum zwischenlagern kann.

Wenn ich das Dach von innen dämme, gilt das gleiche: Selbst möglichst viel ausräumen und die Wege frei machen, damit die Handwerker zügig arbeiten können. Natürlich kann ich das Dach auch selbst von innen dämmen. Dazu sollte ich mich aber vorher vom Energieberater genau instruieren lassen, damit ich technisch nichts falsch mache. Gleiches gilt für die Dämmung der Kellerdecken oder die Isolierung der Warmwasserleitungen im Keller. Das ist durchaus eine Arbeit für erfahrene Heimwerker – nur sorgfältig muss sie gemacht werden.

Kann ich an meine gedämmte Fassade überhaupt noch Hausnummern, Briefkästen usw. anbringen, ohne dass schädliche Wärmebrücken entstehen?

Ja, das geht, dazu gibt es Spezialbauteile.

Muss ich umfassende Dämm-Maßnahmen meiner Gebäudeversicherung melden? Erhöht sich z.B. der Wert der Immobilie, oder die Gefahrenlage durch eventuell brennbare Dämm-Materialien?

Der Wert wird sich sicherlich erhöhen. Ob man es deshalb melden muss, kann allerdings besser ein Versicherungsfachmann beantworten. Hinsichtlich der Brennbarkeit bin ich ziemlich sicher, dass sich hierdurch keine nachteiligen Folgen versicherungstechnisch niederschlagen werden.

Macht eine Fassadendämmung ohne gleichzeitigen Austausch der Fenster und Türen überhaupt Sinn?

Am besten wird alles gemeinsam gemacht, dann können zum Bespiel auch die Fenster gleich entsprechend nach vorne gesetzt und an die Wärmedämmung angeschlossen werden.

In unserem älteren Haus ist das Dach bisher noch nicht gedämmt. Sollte man in eine Zwischensparrendämmung investieren oder genügt es, die Geschossdecke zu dämmen?

Das kommt darauf an, ob Sie die das Dach auf Dauer zum Wohnen ausbauen möchten. Dann natürlich gleich die äußere Hülle dämmen. Wenn der Speicher weiter Speicher bleiben soll, reicht die Dämmung der obersten Geschossdecke.

Beim Dämmen wird das Haus ja abgedichtet. Können wärmegedämmte Häuser dann noch ausreichend "atmen"?

Ein Haus "atmet" nicht durch die Wände. 98 Prozent der Luftfeuchtigkeit im bewohnten Haus wird beim Lüften durch die Fenster abtransportiert. Die Wand lässt Feuchtigkeit ohnehin praktisch nicht durch. Sobald 30 Prozent der Fassadenflächen und der Dachfläche eines Hauses gedämmt werden, muss ein sogenanntes Lüftungskonzept (nach DIN 1946 Teil 6 "Lüftung in Wohnungen") erstellt werden. Darin wird geprüft, wie der hygienisch notwendige Luftwechsel zum Feuchteschutz in den Wohnräumen garantiert wird. Reicht lüften nicht mehr aus, um die Feuchtigkeit aus der Wohnung zu transportieren, dann muss eine Lüftungsanlage eingebaut werden.

Habe ich beim Hausbau automatisch Anspruch darauf, dass der Neubau ordentlich gedämmt ist oder muss ich das extra verhandeln (und bezahlen)?

Grundsätzlich ist als Mindeststandard das Dämmniveau der aktuellen Energieeinsparverordnung geschuldet. Ob dieses dann auch an der Baustelle richtig umgesetzt wird, kann nur durch fachlich geschulte Sachverständige geklärt werden.

Es gilt, dass zum Zeitpunkt der Bauabnahme die "allgemein anerkannten Regeln der Technik" geschuldet sind. In Bezug auf den Wärmeschutz bedeutet das, dass die Mindestwärmedämm-Werte der zum Zeitpunkt der Abnahme gültigen EnEV vorgeschrieben sind – und zwar unabhängig davon, wann der Bauvertrag geschlossen wurde. Es sei denn der Vertrag enthält explizit anders lautende Regelungen.

Wir wohnen in einem Altbau mit sehr dicken Wänden. Brauchen wir da überhaupt noch eine zusätzliche Wärmedämmung?

Dämmen ist grundsätzlich effizienter als nicht dämmen. Und auch eine dicke Wand lässt sich meist noch verbessern. Im Vorfeld muss aber genau geplant und berechnet werden, ob sich das finanziell wirklich lohnt. Das hängt nicht so sehr an der Dicke der alten Wände, sondern von deren Baumaterial ab. Ein wärmeleitender Stein, etwa ein Sandstein, Granit oder Basalt, dämmt nicht besonders gut, er kann die Wärme nicht speichern, dafür aber leiten – und genau das ist nicht erwünscht. Deshalb wurden die alten Burgen auch fast nie warm. Der U-Wert einer Burgmauer, also der Wärmedurchgangskoeffizient, liegt bei rund 1,0 und ließe sich durch heutige Wärmedämmung immerhin um 80 bis 90 Prozent reduzieren.

Woher weiß ich, welche Dämmmaßnahmen in meinem Fall sinnvoll sind und wie gehe ich idealerweise ans Dämmen heran?

Das A und O ist die Beratung vorab. Und zwar die unabhängige, firmen- und produktneutrale Beratung. Dabei erfahre ich, was bauphysikalisch sinnvoll ist, auch, ob es dafür KfW-Zuschüsse gibt und wie ich diese bekomme. Übrigens wird auch die Beratung selbst von der KfW bezuschusst.

Bei 1.000€ Heizkosten pro Jahr - wie soll sich da irgendeine "Investition" in Wärmeschutz rechnen?

Wenn bereits ein so geringer Heizwärmebedarf vorhanden ist, ist es natürlich schwierig, umfangreiche Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich darzustellen. Es gibt aber auch geringinvestive Maßnahmen, die zu nennenswerten Einsparungen führen. Hierzu zählen unter anderem der hydraulische Abgleich oder der Austausch eine Bestandsheizungs-Umwälzpumpe gegen eine so genannte Hocheffizienzpumpe. Solche Maßnahmen können sich auch bei einem recht geringen Heizwärmebedarf in angemessener Zeit rentieren.

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