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Alle EU-Energielabel mit Erklärungen im Überblick

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Die EU-Energielabel im Überblick

16.09.2015, 16:54 Uhr | Ralph Wefer sive Evermann, , t-online.de

Alle EU-Energielabel mit Erklärungen im Überblick. Für Kühl- und Gefrierschränke gelten die Effizienzklassen A+++ bis D. (Quelle: imago/blickwinkel)

Für Kühl- und Gefrierschränke gelten die Effizienzklassen A+++ bis D. (Quelle: blickwinkel/imago)

Immer mehr Produkte müssen das EU-Energielabel tragen. Seit Anfang 2015 gilt die Kennzeichnungspflicht auch für den Online-Handel. Ab September 2015 wird auch für Heizungen das Energielabel eingeführt. Doch am bestehenden Labelsystem entzündet sich auch immer wieder Kritik. Verbrauchern, die sich auskennen, können sie aber wichtige Hinweise für ihre Kaufentscheidung liefern. Deshalb zeigen und erklären wir die EU-Energielabel für alle Produktgruppen in unserer Foto-Show.

"Die Idee des Energielabels ist großartig", lobt die Stiftung Warentest. Anhand einer Farbskala und der ausgewiesenen Energieeffizienzklasse sollen Verbraucher auf den ersten Blick erkennen, wie viel Strom ein Gerät im laufenden Betrieb verbraucht. Stehen zwei etwa gleich teure Kühlschränke zur Auswahl, würden sie sich dann schon aus finanziellen Motiven für den sparsameren entscheiden. Davon würde nicht nur der Verbraucher, sondern auch die Umwelt profitieren.

Kritiker halten die EU-Energielabel für verwirrend

Trotzdem sind viele Verbraucherschützer unzufrieden mit den bestehenden Regelungen. "Das Kennzeichen ist kompliziert und intransparent", moniert beispielsweise Elke Dünnhoff von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (VZ-RLP). Kritisiert wird etwa, dass die Kennzeichnungen der Effizienzklassen bei unterschiedlichen Produktgruppen nicht einheitlich ist. So werden zum Beispiel die sparsamsten Staubsauger mit einem A gekennzeichnet, Waschmaschinen hingegen mit einem A+++. Eine Maschine der Klasse A landet hier nur noch im Mittelfeld. Die Verbraucherzentralen fordern zur einfacheren Orientierung einheitliche Energieeffizienzklassen für alle Produktgruppen.

Haushalt 
Verwirrung um die Energielabel

Immer mehr Haushaltsgeräte müssen mit den Labeln gekennzeichnet werden. Laut EU dienen sie dem Verbraucherschutz. Doch von der Stiftung Warentest hagelt es Kritik. Video

Einheitliche Effizienzklassen in der Praxis kaum umsetzbar

Eine Vereinheitlichung ist deshalb nicht ganz leicht, weil sehr unterschiedliche Produktgruppen gekennzeichnet werden. "Die unterschiedlichen Bestklassen resultieren aus dem Konflikt, dass dem Verbraucher auf dem Label eine eindeutige Zuordnung einzelner Produkte aus einem dynamischen Marktumfeld gegeben werden soll", erklärt Annegret-Claudine Agricola, Bereichsleiterin Energiesysteme und Energiedienstleitungen bei der Deutschen Energie-Agentur (dena), gegenüber t-online.de. "Weil sich aber die Technologien und damit die Energieeffizienz der Produktgruppen unterschiedlich entwickeln, erfolgt die Reskalierung der Klassen zu verschiedenen Zeitpunkten." 

Bei einigen Produktgruppen, die schon länger mit dem EU-Label gekennzeichnet werden, fielen dank technischer Weiterentwicklung bereits einige Jahre nach Labeleinführung die Mehrzahl der auf dem Markt befindlichen Geräte in die Energieeffizienzklasse A. Man habe sich "auf EU-Ebene aus unterschiedlichen Optionen für die Einführung der Plus-Klassen entschieden, um eine weitere Differenzierung innerhalb der Energieeffizienzklasse A zu ermöglichen", so Agricola. 

Unterschiedliche Energielabel für dieselben Produkte

Für die dena-Expertin überwiegen die Vorteile der bestehenden Label: "Vor allem durch die bereits seit Einführung bestehenden Farbskalen, die dem Verbraucher eine konstante Möglichkeit der Orientierung bieten. Neben den roten bis grünen Balken, die sich europaweit auf allen kennzeichnungspflichtigen Geräten finden, können Verbraucher direkt ablesen, welche Energieeffizienzklasse für die jeweilige Produktgruppe die höchste ist."

Anlass zu Kritik bietet an der Stelle aber das Nebeneinander unterschiedlicher Label für dieselben Produktgruppen. Werden neue Energieeffizienzklassen eingeführt, gilt für Hersteller eine Übergangsfrist, in der sie ihre Ware auch noch mit dem alten Label in Verkehr bringen können. Noch wichtiger: Produkte, die bereits im Handel sind, müssen nicht neu etikettiert werden. Verbraucherschützerin Dünnhoff sieht darin ein Problem: "Ein Nebeneinander alter und neuer Label erschwert den Vergleich." Die Verbraucherzentralen fordern eine Pflicht des Handels zur Umetikettierung, wenn neue Label eingeführt werden.

Änderungen am EU-Energielabel geplant

Tatsächlich würde die EU-Richtlinie, welche der Label-Pflicht zugrunde liegt, demnächst überarbeitet, stellt Agricola in Aussicht. Ziel sei eine einheitliche Praxis in der EU. "Angesichts der sehr unterschiedlichen Energieeffizienzentwicklung in den verschiedenen Produktgruppen ist eine vollständige Vereinheitlichung mittelfristig eher unwahrscheinlich", dämpft die Expertin der dena jedoch allzu hohe Erwartungen.

Noch in diesem Jahr soll aber eine Lösung für Produktgruppen erarbeitet werden, in denen sich bereits die meisten neuen Geräte in der Klasse A+++ befinden. Das betreffe beispielsweise Waschmaschinen. "Es ist nicht vorgesehen, über die Klasse A+++ hinaus weitere Pluszeichen zu vergeben", so Agricola. "Darin sind sich alle Verantwortlichen einig und die EU-Richtlinie lässt dies auch nicht zu."

Energielabel weisen nicht nur die Effizienzklassen aus

Bis dahin bleibt aber erst einmal alles, wie es ist. Verbraucher sollten die Energielabel deshalb kennen und verstehen. Zumal sie zusätzlich zur Effizienzklasse noch weitere Angaben zum jeweiligen Produkt machen. So finden sich oft Angaben zum exakten Stromverbrauch oder zur Geräuschentwicklung im laufenden Betrieb. Informationen, welche für die eigene Kaufentscheidung durchaus von Bedeutung sein können. Sowohl die Verbrauchsangaben als auch die Piktogramme auf den Etiketten würden aber von vielen Verbrauchern gar nicht verstanden, monieren Verbraucherschützer.

Die VZ-RLP verweist in dem Zusammenhang etwa auf die Ergebnisse einer eigenen repräsentaiven Umfrage, laut der "mehr als 60 Prozent der Interviewten die Angabe zum Stromverbrauch pro Jahr auf dem Label nicht verstehen, da sie die Angabe 'per annum' (pro Jahr) nicht kennen". Die Verbrauchsangabe müsse in die jeweiligen Landessprachen übersetzt und die Verständlichkeit der Piktogramme überprüft werden, so die Forderung. Um Ihnen die Orientierung schon heute zu erleichtern, zeigen und erklären wir für Sie die EU-Energielabel für alle Produktgruppen in unserer Foto-Show.

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