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Buchsbaum: Tipps zum Standort, Pflegen und Schneiden

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Gartenarbeit  

Buchsbäume richtig pflegen und schneiden

02.10.2017, 13:05 Uhr | sj, zuhause.de

Buchsbaum: Tipps zum Standort, Pflegen und Schneiden. Buchsbäume lassen sich gut in Form schneiden. (Quelle: imago/Science Photo Library)

Buchsbäume lassen sich gut in Form schneiden. (Quelle: Science Photo Library/imago)

Buchsbäume sind dankbare Pflanzen für die Gartengestaltung. Sie sind äußerst pflegeleicht und machen sowohl als Hecke als auch als Einzelgewächs im Kübel eine gute Figur. Leider sind die Gewächse empfindlich für Krankheiten. Besonders ein Pilz macht dem Buchsbaum zu schaffen. Was Sie generell bei der Pflege Ihres Buchsbaums beachten sollten, haben wir hier zusammengestellt.

Hier zur kurzen Übersicht der Tipps

Welcher Buchs für welchen Zweck?

Es gibt etwa 70 verschiedene Buchsbaumsorten, hierzulande sind aber je nach Verwendungszweck meist nur wenige davon im Einsatz. Für niedrige Hecken eignen sich schwach wachsende Sorten wie "Suffruticosa" oder der "Blaue Heinz", die allerdings anfällig für Cylindrocladium buxicola sind. Der Blaue Heinz gilt dafür als besonders frosthart.

Universell einsetzbar ist der "Buxus sempervirens". Er kann sowohl für Hecken als auch als Solitär gepflanzt werden. Als Solitär ist auch "Rotundifolia" mit seinen großen runden Blättern gut geeignet.

Buchsbaum vermehren mit Setzlingen

Da sie sehr langsam wachsen, sind große Buchsbäume vergleichsweise teuer, wenn man sie im Gartencenter kauft. Dabei lassen sich die Büsche recht einfach über Stecklinge selbst vermehren. Dazu schneidet man im Herbst einen etwa zehn Zentimeter langen, nicht mehr ganz jungen Zweig ab. Die Rinde sollte an der Schnittstelle schon leicht bräunlich sein.

Man entfernt die untersten Blätter und steckt den Setzling flach in die Blumenerde, damit noch möglichst viel Sauerstoff an die Schnittstelle kommt. Bei Zimmertemperatur, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung fängt der Setzling bald an zu wachsen. Dann kann er in einen Topf gesetzt und im Frühjahr ausgepflanzt werden.

Vor dem Einpflanzen ausgiebig wässern

Der Boden für den Buchsbaum sollte möglichst kalkhaltig und humusreich sein. Am besten mischt man Blumenerde mit etwas Kompost. Bevor man den Buchsbaum pflanzt, sollte man ihn ordentlich wässern. Dann kann er am neuen Standort schon von einem Wasservorrat in seinen Wurzeln zehren. Bis der Busch vollständig angewachsen ist, braucht er täglich Wasser. Die Erde darf in dieser Zeit auf keinen Fall vollständig austrocknen.

Buchsbäume im Kübel sollten feucht, aber nicht zu nass gehalten werden. Im Sommer braucht der Buchsbaum im Topf jeden Tag Wasser, im Winter reicht einmal die Woche.

Buchsbaum nicht ganz austrocknen lassen

Eigentlich kann der Buchsbaum selbst bei Trockenheit lange überleben – sofern er nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist. Trotzdem sollte man möglichst dafür sorgen, dass der Wurzelballen niemals komplett austrocknet. Das gilt vor allem für den Winter. Die immergrünen Pflanzen verdunsten auch in der kalten Jahreszeit über ihre Blätter Wasser. Besonders bei trockener, sonniger Kälte, wenn aus dem gefrorenen Erdreich kein Nachschub kommt, drohen Trockenschäden. Dann werden die Blätter braun und ganze Triebe sterben ab.

Egal zu welcher Jahreszeit fühlen sich Buchsbäume im Schatten oder Halbschatten am wohlsten – allerdings bringt Sonne die robusten mediterranen Gewächse auch nicht um. Ist es längere Zeit warm, freut sich der Strauch über eine gelegentliche Dusche, die den Staub von den Blättern spült.

Ab August nicht mehr düngen

Die meisten Buchsbäume wachsen nur sehr langsam. Deshalb braucht die Pflanze vergleichsweise wenig Nährstoffe – zumindest wenn sie im Freiland sitzt. Dann genügen ihr Kalk, Eisen und einige Hornspäne.

Michael Kutter, Vizepräsident des Bundes deutscher Baumschulen, warnt vor Stickstoff-betonten Düngerpräparaten, da sie die Gefahr einer Pilz-Infektion erhöhen. "Optimal ist es, Ende August und Anfang September einen Kalimagnesia-Dünger auszubringen", rät der Gartenbau-Ingenieur.

Als Topfpflanze hat der Buchsbaum einen höheren Nährstoffbedarf. Von Mitte April bis August darf man ruhig wöchentlich ein wenig Dünger mit dem Gießwasser verabreichen.

So schneidet man den Buchsbaum richtig in Form

Ob Kugeln, Pyramiden oder gar komplizierte Tierfiguren – der Buchsbaum lässt sich problemlos in nahezu jede Form zurechtstutzen. Deshalb spielt er seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der Gartenkunst. Er eignet sich zum Schnitt deshalb so gut, weil er auch kräftige Rückschnitte verträgt und sogar im Inneren noch grüne Blätter hat.

Der beste Zeitpunkt für den Buchsbaumschnitt

Die besten Bedingungen für den Buchsbaumschnitt herrschen an einem trockenen aber bedeckten Tag. Ist es zu heiß, werden die Schnittstellen braun, ist es zu nass, droht Pilzbefall. Der Zentralverband Gartenbau rät, die Hecken im Hausgarten bis Ende August zu schneiden und in Form zu bringen. Ein Heckenschnitt rege immer zu neuem Wachstum an.

Später besteht die Gefahr, dass die nach dem Schnitt ausgebildeten Neutriebe nicht mehr rechtzeitig vor dem Wintereinbruch ausreifen und erfrieren.

Allgemein gilt: je häufiger ein Buchsbaum geschnitten wird, desto besser.

Die richtige Schere für den Formschnitt finden

Bei der Wahl der Heckenschere muss man die jeweiligen Bedingungen abwägen: Das Gewicht zum Beispiel macht sich bei einer längeren Hecke auf jeden Fall bemerkbar. Folgende Heckenscheren stehen zur Auswahl:

  • Elektrische Heckenscheren: leichter und leiser als benzinbetriebene Geräte, allerdings wird je nach Standort des Buchsbaumes ein sehr langes Kabel benötigt

  • Akku-Scheren: Leicht, handlich, und leise. Allerdings nicht geeignet für lange Hecken, da der Akku meist nicht einmal eine Stunde hält
  • Benzin-Heckenscheren: Die leistungsfähigste Schere zum Schneiden von Buschbäumen - jedoch schwerer und lauter als die oben genannten Möglichkeiten

Die Schere sollte zudem möglichst scharf sein, damit die Triebe nicht gequetscht werden. Wenn man den Buchsbaum vor dem Schnitt gießt, schneidet es sich leichter.

Formschnitt für den Buchsbaum

Die elektrische Heckenschere sollte man zuerst jeweils an den Seiten von unten nach oben führen, damit man sieht, wie man schneidet. Beim Einsatz von Handscheren kann es hilfreich sein, immer auf die Spitze des Gerätes zu schauen. Im Zweifelsfall gilt, lieber weniger abzuschneiden, damit kein Loch entsteht, und später noch einmal nachschneiden.

Bei geometrischen Formen behilft man sich mit einer Schablone. Für eine Kugel kann man sich eine Pappschablone anfertigen, die die Form eines Halbkreises hat und dann an verschiedenen Stellen am Busch angelegt wird. Die jeweils überstehenden Triebe schneidet man ab. Im Gärtnerreibedarf gibt es vorgefertigte Drahtschablonen – auch für kompliziertere Figuren.

Auch wer keine besonderen Figuren herausarbeiten will, sollte trotzdem die Triebe vom vergangenen Jahr zurückschneiden. Dann wird das Blattwerk dichter. Vertrocknete Zweige müssen ebenfalls entfernt werden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Buchsbaum Krankheiten: Pilze und Schädlinge

Vom Pilz Cylindrocladium buxicola befallener Buchbaum. (Quelle: dpa)Im Anfangsstadium färbt der Pilz die Blätter braun.(Quelle: dpa)Vor allem bei anhaltend feuchter Witterung findet der Pilz-Erreger Cylindrocladium buxicola optimale Bedingungen, wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen warnt. Die Sporen werden durch Wind verbreitet und dringen in die Triebe und Blätter ein. Gerade nach einem Rückschnitt ist der Buchsbaum besonders empfindlich. Die Folge sind braune Blattflecken an den Trieben. Danach sterben ganze Triebe, Äste und die Pflanzen ab.

Die Braunfärbung der Blätter als erstes Befallssymptom ist schwer zu erkennen. Wenn die Blätter abfallen und ganze Triebe absterben, ist der Befall bereits weit fortgeschritten. Dann hilft nur noch ein kräftiger Rückschnitt. Die Schnittwerkzeuge sollten nach Gebrauch gründlich desinfiziert werden. Dafür eignet sich zum Beispiel 70-prozentiger Alkohol. Erkrankte Pflanzenteile müssen über den Hausmüll entsorgt werden, das gilt auch für herabgefallenes Laub. Auch die oberste Erdschicht sollte entfernt werden, da der Pilz mehrere Jahre im Boden überdauern kann. Stark erkrankte Buchsbaumpflanzen sollten komplett beseitigt werden, rät die Landwirtschaftskammer.

Mehr Informationen zu Buchsbaum-Krankheiten und was Sie dagegen tun können, finden Sie hier.

Richtige Buchsbaumsorte schützt vor Erkrankung

Gegen den Pilz können Gärtner sich bis zu einem gewissen Grad mit der richtigen Sorte schützen. "Der traditionelle Einfassungsbuchs (Buxus sempervirens 'Suffruticosa') ist eine der empfindlichsten Sorten", sagt Heinrich Beltz, Leiter des Versuchswesens Baumschule der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Ebenso sei die Sorte 'Blauer Heinz' häufig betroffen. Widerstandsfähiger gegen Krankheiten ist die Standardsorte Buxus sempervirens var. arborescens, sogar verhältnismäßig unempfindlich sind 'Faulkner' und 'Herrenhausen'.

Gefahr durch den Buchsbaumzünsler

Schaden durch den Buchsbaumzünsler. (Quelle: zuhause.de)Schaden durch Buchsbaumzünsler. (Quelle: zuhause.de) Auch von Schädlingen droht dem Buchsbaum immer wieder Gefahr. Die Pflanze verkraftet schlechte Pflege zwar recht gut, gegen den Buchsbaumzünsler ist das robuste Gewächs allerdings machtlos. Der aus China stammende Schädling konnte sich in den vergangenen Jahren hierzulande verstärkt ausbreiten, da er hier keine natürlichen Feinde hat.

Innerhalb kurzer Zeit verwandeln die gefräßigen Raupen den Busch in ein kahles Gerippe. Dabei ernähren die Schädlinge sich nicht nur von den Blättern, sondern fressen bei Bedarf auch die Rinde ab. Sobald man erste Anzeichen für einen Befall bemerkt, sollte man sorgfältig die Raupen absammeln. Auch die Gespinste, in denen die Raupe überwintert hat, muss man entfernen.

Weitere Möglichkeiten gegen den Buchsbaumzünsler vorzugehen, finden Sie hier.


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