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Tomatenkrankheiten: Bei Braunfäule unreife Tomaten schnell ernten

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Bei feuchter Wärme droht die Braunfäule

01.07.2016, 10:04 Uhr | sikoe/tos, zuhause.de, dpa-tmn

Tomatenkrankheiten: Bei Braunfäule unreife Tomaten schnell ernten. Feuchtigkeit bedroht die Tomatenernte. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Feuchtigkeit bedroht die Tomatenernte. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Feuchtes Wetter und anschließend Wärme sind die besten Voraussetzungen für eine der gefährlichsten Tomatenkrankheiten: die Kraut- und Braunfäule. Ganze Bestände können dadurch vernichtet werden, warnt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Wie Sie die Tomaten schützen.

Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) ist eine weit verbreitete und häufig auftretende Pilzkrankheit an Tomaten und auch an Kartoffeln, die ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen zählen. Durch braun-schwarze Flecken an Blättern, Stängeln und den Trieben kann der Befall gut erkannt werden. Außerdem ist deutlich sichtbar, dass die Blätter vom Rand her vertrocknen oder sogar faulen.

Auch die Früchte haben graue, leicht eingesunkene Flecken, meist auf der oberen Fruchthälfte, das Fruchtfleisch verhärtet sich und fault. Bei feuchter Witterung entsteht ein weißer Pilzrasen. Die befallenen Früchte kann man nur noch wegwerfen, denn für den Verzehr sind sie ungeeignet.

Eine vorzeitige Ernte rettet wenigstens noch nicht befallene Tomaten. "Nicht infizierte Früchte können abgenommen werden und reifen nach", rät Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Befallene Pflanzen werden am besten gleich entfernt.

Braunfäule bei Tomaten vorbeugen

Vorsicht ist vor allem bei feuchter Sommerwitterung geboten, denn unter solchen Bedingungen breitet sich die Fäule besonders stark aus. "Die Pflanzen werden am besten täglich kontrolliert", rät Wagner. Ideale Voraussetzungen für eine rasante Verbreitung finden die Pilzsporen bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von 15 bis 23 Grad, wie die Gartenakademie verrät. Nicht nur Regen, auch nächtlicher Tau begünstigt eine Erkrankung. Daher müssen vor allem die unteren Blätter der Tomatenpflanzen regelmäßig kontrolliert werden. Die Pflanzen müssen am Boden gut belüftet sein, damit Feuchtigkeit schnell abtrocknen kann.

Um der Braunfäule vorzubeugen, empfiehlt die Gartenakademie diese Maßnahmen:

  • Tomaten nie von oben gießen.
  • Mulch am Boden verhindert, dass Pilzsporen mit den Regentropfen vom Boden auf die unteren Blätter geschleudert werden.
  • Untere Blätter wegen der besseren Belüftung entfernen.
  • Bei Regen Tomaten mit Folie abdecken. Die Pflanzen müssen aber ausreichend belüftet werden.
  • Pflanzenstärkungsmittel einsetzen.

Als Pflanzenstärkungsmittel eignen sich Pflanzenauszüge, die jeder selbst herstellen kann. Tipps dazu gibt die  Stiftung Warentest in ihrem Ratgeber "Pflanzenschutz im Gemüsebeet"*. Gegen Pilzkrankheiten helfen zum Beispiel Brühen und Jauchen aus Ackerschachtelhalmkraut. Mit Farnkraut oder Zwiebelschalen und -blättern lassen sich Jauchen herstellen, Knoblauchzehen wirken als Tee. Schafgarbe soll als Kaltwasserauszug helfen. Gegen alle möglichen Krankheiten hilft auch das sogenannte "Hexengebräu".

Bei der Herstellung gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Für eine Brühe weichen Sie die Pflanzenteile 24 Stunden in kaltem Wasser ein, dann das Ganze 20 bis 30 Minuten bei geringer Hitze sieden lassen.
  • Für einen Tee übergießen Sie die Pflanzenteile mit kochendem Wasser und lassen es 10 bis 15 Minuten lang ziehen.
  • Bei einem Kaltwassserauszug legt man die Pflanzen einfach ein bis zwei Tage in kaltes Wasser.
  • Für die Jauche werden die Pflanzen in einer Tonne mit Wasser übergossen. Das Gefäß sollte in der Sonne stehen. Das Gemisch gärt mehrere Tage lang, täglich umrühren. Wenn das Gebräu nicht mehr schäumt, kann es verwendet werden.

Als Faustregel gilt: Auf 100 bis 150 Gramm frische beziehungsweise 10 bis 20 Gramm getrocknete Pflanzenteile gibt man einen Liter Wasser. Für den Knoblauchtee nimmt man 70 Gramm frische Zehen.

Jauche und Brühe aus Ackerschachtelhalm verdünnen Sie mit Wasser 1:5, Knoblauchzehen-Tee und Farnkraut-Jauche wird unverdünnt gespritzt, Schafgarbenauszug verdünnt man 1:10.

Im Baumarkt gibt es außerdem spezielle Tomatenhäuser in verschiedenen Größen, die mit zwei Seitenwänden und einem Dach die Pflanzen schützen. 

Trockenes Wetter bannt die Gefahr nicht völlig

Bei trockenem Wetter kann sich die Pilzkrankheit nicht weiter ausbreiten. Die Sporen brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Doch kann der Pilz mehrere Wochen lang in den Pflanzen überdauern - und sich beim nächsten Regen erneut vermehren.


*Stiftung Warentest: Pflanzenschutz im Gemüsebeet, Autor: Joachim Mayer, ISBN 978-3-86851-421-6

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