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Wespennest entfernen und umsiedeln

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Umsiedeln oder bekämpfen?  

Was tun bei einem Wespennest in Haus und Garten?

25.08.2017, 15:05 Uhr | Ralph Wefer sive Evermann, dpa, t-online.de

Wespenforscher Bob Brown gräbt zu Forschungszwecken ein Wespennest aus. (Screenshot: Bit Projects)
Das passiert beim Angriff auf ein Wespennest

Ohne Schutzausrüstung wäre die Aktion wohl lebensgefährlich. Ein Forscher zeigt, was passiert, wenn man einem Wespennest zu nahe kommt.

Das passiert beim Angriff auf ein Wespennest


In der Nähe des Hauses kann ein Wespennest sehr störend sein. Will man ein Wespennest entfernen, gibt es zwei Möglichkeiten: den professionellen Schädlingsbekämpfer oder die weniger bekannte, jedoch oft viel günstigere Umsiedlung des Wespenvolks durch örtliche Umweltschutzorganisationen.

Wespen-Königinnen beginnen mit der Suche nach einem geeigneten Nistplatz und dem Nestbau schon ab etwa Mitte April. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate wächst das Wespenvolk dann bis zum Hochsommer auf Populationen von bis zu 7000 Insekten heran.

Wo man häufig Wespennester finden kann

Für den Menschen lästig werden in der Regel nur zwei der heimischen Wespenarten. Beide – die Gemeine Wespe wie auch die Deutsche Wespe – bevorzugen geschützte Nistplätze in der Erde. Sie nutzen verlassene Mäusenester oder Maulwurfsbauten für den Nestbau. Doch auch dunkle Hohlräume im und am Haus kommen in Frage. Vor allem in Rollladenkästen und auf Dachböden finden sich die Wespennester dann.

Bei einem frei hängenden Nest handelt es sich meist um kurzlebige Völker, die kaum Interesse an unseren Lebensmitteln haben. Hängen sie nicht ausgerechnet unter dem Sturz der Balkontür oder eines Fensters, kann man diese Nester getrost hängen lassen und wird von den Insekten auch nicht weiter behelligt..

Wespen verteidigen ihr Nest

Allerdings sind Wespen bei der Verteidigung ihres Nests wenig zimperlich. Menschen sollten stets einen Mindestabstand von sechs Metern zu einem Nest einhalten. Kommt man ihrer Behausung zu nahe, reagieren Wespen nämlich aggressiv. "Einige Arten können ihre Artgenossen mit Geruchsstoffen alarmieren und sogar den Angreifer damit markieren", warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Kommt man einem Wespennest unbeabsichtigt zu nahe und wird angegriffen, solle man sich zügig aber ruhig und vor allem ohne fuchtelnde Armbewegungen entfernen. Auf keinen Fall darf man das Nest erschüttern oder gar darin herumstochern.

Mieter können die Entfernung eines Wespennests verlangen

Ist die Nutzung des Balkons durch ein Wespennest beeinträchtigt, können Mieter vom Vermieter dessen Beseitigung innerhalb einer angemessenen Frist verlangen. Die Kosten für die Beseitigung des Wespennestes muss der Vermieter tragen und darf sie nicht als Betriebskosten auf die Mieter abwälzen. Wenn von den Wespen eine unmittelbare Gefahr ausgeht, darf der Mieter selbst die Feuerwehr oder einen Kammerjäger beauftragen und die Kosten dem Vermieter in Rechnung stellen.

Schädlingsbekämpfer können ein Wespennest entfernen

Will man das Wespennest loswerden, sollte man sich immer an einen Fachmann wenden. "Versuchen Sie nicht, ein besiedeltes Nest auf eigene Faust zu entfernen", warnt der BUND vor Alleingängen. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, "Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören". Ein solcher vernünftiger Grund ist beispielsweise dann gegeben, wenn Menschen durch die Existenz eines Wespennests gefährdet werden.

"Wir führen eine Schädlingsbekämpfung zum Schutz der Menschen durch", bestätigt Andree Szymanowski, Vertriebsleiter bei der Schädlingsbekämpfungs-Firma Rentokil, im Gespräch mit t-online.de. Wenn es zugänglich ist, werde das Nest zerstört und die Wespen getötet. "Das geht schnell und dauert oft nicht länger als eine gute halbe Stunde", so Szymanowski.

"Viele Nester befinden sich aber in Hohlräumen, zum Beispiel in einem Rollladenkasten oder unter den Dielen einer Holzterrasse." Dann ist die Bekämpfung schwieriger. In einem solchen Fall sei eine sogenannte Schlupfwinkelbehandlung notwendig. An den Ein- und Ausschlupfen werde ein Kontaktinsektizid ausgebracht – zum Beispiel in Form von Pulver oder Schaum. "Die Tiere verenden daran nicht sofort, sondern tragen es bis ins Nest und bis zur Königin", erklärt Szymanowski das Wirkprinzip.

Kosten für die Entfernung durch den Schädlingsbekämpfer

Wie viel Wespengeplagte für die Entfernung eines Nests durch einen Schädlingsbekämpfer ausgeben müssen, hängt vor allem davon ab, wie gut es erreichbar ist. "Für ein frei hängendes, gut zugängliches Nest kann man etwa mit 150 bis 160 Euro rechnen", sagt Szymanowski. Teurer wird es, wenn man das Nest nur schwer erreichen kann, weil der Aufwand dann einfach höher sei. Über 250 Euro müsse man aber nur sehr selten zahlen.

Viele Schädlingsbekämpfer bieten gegen Aufpreis auch einen Notdienst an und entfernen das Wespennest noch am selben Tag. Auch wenn besonderes Gerät – beispielsweise eine Hebebühne – benötigt wird, um an das Nest zu kommen, kann das den Preis nach oben schrauben.

Wespennest umsiedeln lassen

Eine tierfreundliche und zugleich günstige Alternative zum Schädlingsbekämpfer können Umweltschutzorganisationen oder auch Imker sein. Sie siedeln das Wespenvolk um, anstatt das Volk zu töten. Brigitte Martin ist Wespenberaterin beim BUND in Darmstadt und hat schon viele Wespen- und Hornissennester erfolgreich umgesiedelt.

"Dazu ist es notwendig, alle Arbeiterinnen einzufangen und das Nest vorsichtig mit den geringstmöglichen Beschädigungen zu bergen", erklärt sie das Verfahren. Mit einem Sauger, an den ein Fangkasten angeschlossen ist, werden zunächst alle frei fliegenden Wespen eingefangen. Meist dauere es etwa 20 Minuten bis sämtliche Wespen mit Futter oder Nistmaterial den Weg zurück zu ihrer Behausung gefunden haben. "Je nach Volksstärke muss man auch mal länger als eine halbe Stunde einsaugen", berichtet Martin.

Natürlich trägt die Wespenexpertin bei dieser Arbeit einen Schutzanzug, der sie vor Stichen schützt. Doch nicht nur wegen der Ausrüstung sollten Fachunkundige von der Umsiedlung die Finger lassen. "Gut gemeint, ist eben oft nicht gut gemacht", so Martin. Sterben beim Einsaugen zu viele Arbeiterinnen oder wird bei der Bergung das Nest selbst zu stark beschädigt, geht in der Folge das gesamte Wespenvolk ein. "Totsiedeln", nennt das die Umweltschützerin.

Wohin Wespennester umgesiedelt werden

Auch der neue Standort für das Wespennest will wohl gewählt sein. Er müsse mindestens vier Kilometer vom alten Nistplatz entfernt liegen, damit die Insekten den Weg zurück nicht mehr finden und den neuen Standort annehmen, erklärt Martin. "Das erste Nest des Jahres kommt meist in unseren Gartenschuppen", sagt die Expertin. Sie schätzt die Wespen als Nützlinge, die Blattläusen, Mücken und Fliegen den Garaus machen – bis zu einem halben Kilo unerwünschter Insekten und Kleintiere vertilgt ein großer Wespenstaat am Tag.

Die meisten Nester werden aber in Wälder abseits stark frequentierter Wanderwege und pestizidbelasteter Ackerflächen umgesiedelt. Unbedingt notwendig sei ein Schutzkasten um das Wespennest, der die Insekten vor Witterung und Fressfeinden schützt, erklärt die Wespenfachfrau.

Kosten für die Umsiedlung eines Wespennests

Der Preis für die Umsiedlung hängt ebenso wie beim Schädlingsbekämpfer vor allem davon ab, wo sich das Nest befindet und wie schnell es geborgen werden kann. Sie selbst berechne für ihre Arbeitszeit nur den "Mindestlohnstundensatz", sagt Martin. Bei frei zugänglichen Nestern kämen insgesamt meist 30 bis 50 Euro plus Fahrtkosten zusammen. Selbst die Bergung und Umsiedlung eines schwer zugänglichen Nestes – zum Beispiel in einem Rollladenkasten – werde selten teurer als 100 Euro.

Alternativen zum Entfernen des Wespennests

In vielen Fällen können Konflikte zwischen Menschen und Wespen aber auch vermieden werden, ohne das Nest zu entfernen und umzusiedeln. "Hängt beispielsweise ein sichtbares Nest im Gartenschuppen, kann man vor das Nest einfach einen normalen feinmaschigen Vorhang oder ein Betttuch hängen", erklärt Brigitte Martin. Auch passend zugeschnittene Insektengaze können zum Abhängen genutzt werden. "Man muss dabei darauf achten, dass die Tiere ein Ausflugloch in der Nähe haben oder ihnen eines bohren."

Wer das selbst in Angriff nehmen will, sollte sich zum Schutz vor Stichen dicke, langärmlige Kleidung anziehen und hektische Bewegungen vermeiden. Sicherer ist es immer, sich fachkundige Unterstützung bei örtlichen Naturschutzorganisationen oder auch einem Imker mit entsprechender Schutzausrüstung zu holen.

Bei Erdnestern haben sich auch Rohrkonstruktionen bewährt, die mit einer Manschette auf das Erdloch gesetzt werden und das Ausflugloch soweit versetzen, dass die Wespen nicht mehr stören. "Jeden Tag kann man das Rohr um drei Meter in die gewünschte Richtung verlängern", berichtet Martin. Auch diese Arbeit überlässt man aber am besten geübten Profis.

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