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Sprossen selber ziehen: ganz einfach mit dem Sprossenglas

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Eine einfache Anleitung  

Sprösslinge selber ziehen

30.11.2017, 12:00 Uhr | dpa-tmn

Sprossen selber ziehen: ganz einfach mit dem Sprossenglas. Sprossen lassen sich leicht selbst ziehen. (Quelle: dpa)

Sprossen lassen sich leicht selbst ziehen. (Quelle: dpa)

Auch im Winter muss niemand auf frisches Grün verzichten. Sprossen lassen sich ganz einfach auf der Fensterbank ziehen. Wie man ein Sprossenglas selber macht und worauf man der Gesundheit zuliebe unbedingt achten muss.

"Keimlinge stellen eine schmackhafte und wertvolle Ergänzung zur winterlichen Gemüseversorgung dar", erklärt Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. "Sie haben gegenüber den Samen mehr Vitamine und Ballaststoffe."

Die Gartenkresse ist wohl aufgrund ihrer Bekanntheit die ungekrönte Königin der Sprossen. "Aber auch Getreide wie Weizen, Roggen, Hafer und Gerste sowie Luzerne und Senf lassen sich sehr gut zu Keimlingen heranziehen", sagt Seitz. Als essbar gelten auch die Jungpflanzen von Rettich und Radieschen, Buchweizen, Lein, Sonnenblumen und Sesam. Bei Hülsenfrüchten empfehlen sich Sojabohne, Mungbohne, Linsen, Kichererbsen und Erbsen.

Sprossenglas selber machen

Keimsprossen sind in der Anzucht anspruchslos: Sie benötigen lediglich Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad, genügend Feuchtigkeit, indirektes Licht und ausreichend Luft. Sie lassen sich in einem mehrstöckigen Keimgerät oder einem Sprossenglas heranziehen. Letzteres lässt sich aus einem Einmachglas, einem Fliegengitter oder Kunststoffgaze sowie einem Gummiband auch selbst bauen: Das Fliegengitter wird mit dem Gummiring über der Glasöffnung befestigt. "Tagsüber stellt man das Glas mit der abgedeckten Öffnung schräg nach unten, sodass sich keine Staunässe bildet, das Wasser ablaufen und Luft einströmen kann", erklärt Seitz.

Samen vor dem Keimen gründlich spülen

Vor dem Keimprozess sollten die Samen gründlich gewaschen und verlesen werden. Über Nacht quellen sie mit der zwei- bis dreifachen Menge abgekochtem Wasser im Einmachglas vor. Am darauffolgenden Tag werden die nicht gequollenen und leeren Samenschalen aussortiert und das Keimgut erneut gründlich gespült. "Dadurch kann das beim Keimen entstehende Kohlendioxid entweichen und die Keimlinge werden mit frischem Wasser und Sauerstoff versorgt", beschreibt Seitz den idealen Prozess. Außerdem werden hierbei Schimmelpilze und Bakterien abgewaschen.

Dieser Spülvorgang sollte jeden Morgen und Abend wiederholt werden - aus hygienischen Gründen am besten mit abgekochtem Wasser. "Manche Hülsenfruchtsamen wie Kichererbsen und Sojabohnen müssen sogar drei- bis viermal täglich gespült und belüftet werden", sagt Seitz. Sobald die Keimlinge zu sehen sind, kommt das Sprossenglas an einen hellen Ort: "Dadurch steigt der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen, und der Nitratgehalt sinkt."

Wann Sprossen gefährlich werden können

Trotz all der positiven Eigenschaften sind Keimsprossen mit Vorsicht zu genießen. Das Gremium für biologische Gefahren der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält Sprossen für mikrobiologisch bedenklich: Das Saatgut könne mit Erregern kontaminiert sein, die sich durch die feucht-warmen Bedingungen vermehren können, heißt es in einer Stellungnahme von 2011. Laut dem Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind auch verschiedene Bakterienarten, Hefen und Schimmelpilze eine Gefahr. Besonders gefürchtet sind Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC), Salmonellen und das Bakterium Listeria monocytogenes.

Personen mit nicht ausgebildeter oder geschwächter Immunabwehr, Kleinkinder, Schwangere, alte und kranke Menschen sollten Sprossen daher grundsätzlich nur nach ausreichender Erhitzung verzehren, rät das BfR. Aber auch für alle anderen gilt das als Empfehlung.

Bei der Anzucht und Verarbeitung sollte unbedingt auf die Hygiene geachtet werden. Das Institut empfiehlt, ausschließlich Sprossensamen zu verwenden, die nur zu diesem Zweck vertrieben werden. Die Keimlinge sollten in sauberen Gefäßen wachsen und am besten getrennt von anderen Lebensmitteln lagern – im Kühlschrank zwischen vier und sechs Grad. Die Behälter sollten anschließend in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden.

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