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Nikotin, Übergewicht und Co.: Was Männer unfruchtbar macht

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Nikotin, Übergewicht, Krankheiten  

Was Männer unfruchtbar macht

11.12.2017, 15:33 Uhr | t-online.de

Nikotin, Übergewicht und Co.: Was Männer unfruchtbar macht. Unerfüllter Kinderwunsch: Die Auslöser für Unfruchtbarkeit sind vielfältig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolbild/gpointstudio)

Unerfüllter Kinderwunsch: Die Auslöser für Unfruchtbarkeit sind vielfältig. (Quelle: Symbolbild/gpointstudio/Thinkstock by Getty-Images)

Nicht nur Hodenhochstand im Kindesalter, Hormonstörungen oder Infektionen können bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen. Paare mit Kinderwunsch unterschätzen vielfach, dass auch manche Genussmittel und Medikamente die Spermaqualität beeinträchtigen können.

Unfruchtbarkeit beim Mann kann viele Gründe haben. Auch Alltagsgifte, Krankheiten und Arzneimittel können eine Rolle dabei spielen. Sie können die Zahl der Spermien, aber auch ihre Beweglichkeit und Fähigkeit, sich mit der Eizelle zu verbinden, beeinträchtigen. Das erläutert Prof. Dr. med. Frank-Michael Köhn, Präsident des Kongresses des Dachverbandes Reproduktionsbiologie und -medizin.

Übergewicht und Diabetes können Unfruchtbarkeit bedingen

"Zunehmende Bedeutung als Ursachen für Störungen der männlichen Fruchtbarkeit bekommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht", so Köhn. In Fettzellen werde das männliche Hormon Testosteron in Östrogen umgewandelt, so dass das Risiko für einen Testosteronmangel steigt, was die Funktion der Hoden beeinträchtigen kann.

"Ein Body-Mass-Index über 25 kann mit schlechterer Spermaqualität einhergehen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Spermien von adipösen Männern mit einem BMI über 30 schlechtere Ergebnisse bei künstlichen Befruchtungen ihrer Frauen erreichen." Zudem geht mit Übergewicht und Diabetes häufig Bluthochdruck einher. Dieser kann die Produktion von Samenzellen in den Samenkanälchen der Hoden ebenfalls stören.

Einfluss von Anabolika und Mitteln gegen Bluthochdruck

Aber auch gängige Arzneimittel gegen einen zu hohen Blutdruck wie zum Beispiel Kalziumantagonisten können Spermienzahl und -funktionen beeinträchtigen. Wer solche Mittel einnimmt und eine Familie plant, sollte deshalb mit seinem behandelnden Internisten gegebenenfalls über einen Wechsel der Medikamente sprechen.

Zu einem Stopp der Spermienproduktion können auch Anabolika führen, die männliche Hormone enthalten. Dem Körper wird durch diese signalisiert, dass ausreichend Testosteron vorhanden ist. Daher unterbleibt die ausreichende Stimulation der Hoden durch die Hirnanhangsdrüse, so dass die Produktion von Samenzellen ausbleibt. Die Folge kann ein Verlust der Fruchtbarkeit sein.

"Bei der Abklärung der männlichen Fruchtbarkeit sollten aber auch Störungen der Sexualität wie Erektions- oder Orgasmusstörungen berücksichtigt werden", sagt Köhn. "Alkohol, Drogen und Psychopharmaka können manchmal die Ursache dafür sein, dass bei einem Mann die Stärke und Dauer der Erektion nicht mehr ausreichen oder sexuelles Verlangen, Orgasmus oder Ejakulation beeinträchtigt sind."

Auch Rauchen kann Spermien schaden

Gravierend seien zudem die Schäden, die Nikotin an den Spermien anrichtet: Es kann die Zahl, Beweglichkeit und Form der Spermien stören, so dass ihre Chancen, überhaupt bis zur Eizelle vorzudringen, erheblich eingeschränkt sind. Außerdem finden sich bei Rauchern häufiger Schäden in der DNA, also im Erbmaterial, das sie transportieren. Auch das kann die Fähigkeit der Spermien deutlich herabsetzen. Untersuchungen aus Deutschland haben gezeigt, dass sich diese Folgen von Nikotinkonsum teilweise erst zwei Jahre nach Beendigung des Nikotinkonsums zurückbilden.

Auch Überwärmung durch Infektionen mit Fieber, durch Krampfadern im Hodensack, viel sitzende Tätigkeit oder Sitzheizungen können sich auf die Fruchtbarkeit auswirken. Besonders schwere Schäden der Spermienproduktion werden durch Chemotherapien verursacht, wie sie bei Krebserkrankungen oder manchmal auch bei Autoimmunkrankheiten eingesetzt werden.

Hodengewebe kann sich von manchen schädlichen Einflüssen erholen

"Die gute Nachricht ist, dass sich das Hodengewebe nach Beendigung schädlicher Einflüsse auch wieder erholen kann. Eindrucksvoll sieht man das, wenn bei hohem Fieber die Spermienzahlen dramatisch abfallen und nach Gesundung in den folgenden Monaten wieder ansteigen", so Köhn. Das erfordere aber Geduld, da die Produktion und Reifung von Samenzellen im menschlichen Hoden und Nebenhoden etwa drei Monate in Anspruch nehmen. "Zudem kann man die Fähigkeit zur Erholung im Einzelfall nicht vorhersagen. So haben wir auch Patienten mit langem Missbrauch von Anabolika gesehen, deren Hoden ihre Funktion nicht wieder aufgenommen haben."

Eine eingeschränkte Spermaqualität ist erst einmal nur ein Symptom und noch keine Diagnose. So, wie der Allgemeinarzt oder Internist bei dem Symptom "Fieber" klären muss, woher es kommt, müssen Andrologen bei eingeschränkter Spermaqualität nach Ursachen suchen. "Die künftigen Eltern selbst profitieren davon, wenn die Diagnose wirklich genau gestellt wird, denn daran werden sich die künftige Behandlung und auch die Einschätzung der Erfolgschancen messen", erklärt Experte Köhn.

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