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Sonnenbrand: Auch Schatten und Wolken schützen nicht

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Vorsicht Sonnenbrandgefahr  

Experte: "Bewölkter Himmel wiegt viele in falscher Sicherheit“

08.07.2016, 14:21 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Sonnenbrand: Auch Schatten und Wolken schützen nicht . Frau hat an der Schulter einen Sonnenbrand.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele unterschätzen die Sonnenbrandgefahr bei bewölktem Wetter. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aktuell klagen viele Menschen über Sonnenbrand trotz Wolken. Denn was viele nicht wissen: Auch, wenn die Sonne nur kurz durch die Wolken scheint, drohen starke Rötungen oder Blasen. Wie ist das möglich? Wir wollten von einem Hautarzt wissen, warum die Sonnenstrahlung aktuell besonders riskant ist.

"Die meisten Patienten unterschätzen die Kraft der Sonne und schützen sich nur unzureichend", sagt Dr. Jörg Bohmeyer, Dermatologe aus Lüdenscheid und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). "Doch auch wenn der Himmel bewölkt ist, kommt die UV-Strahlung durch. Und die ist zurzeit sehr intensiv – trotz der bisher oft kühleren Temperaturen. Da darf man sich nicht täuschen lassen."

Nicht länger als 25 Minuten ohne Schutz in die Sonne

Der Experte schätzt die Eigenschutzzeit für helle Hauttypen aktuell auf maximal 25 Minuten. Länger sollen sie sich auf keinen Fall ungeschützt im Freien aufhalten. "Je öfter und intensiver die Haut der UVA-Strahlung ausgesetzt ist, desto höher ist das Risiko für Hautschäden und die Bildung von Hautkrebs im Alter", erklärt Bohmeyer.

Besonders Kinder seien gefährdet. "Durch Sonne verursachte Hautverletzungen in der Kindheit sind nie wieder rückgängig zu machen. Die Haut vergisst nichts", warnt er.

"Schatten bietet keinen ausreichenden Schutz"

Neben dem Schutz durch Kleidung ist das Eincremen mit einer Sonnencreme die wirkungsvollste Maßnahme, um einem Sonnenbrand vorzubeugen – auch wenn man im Schatten unterwegs ist. "Im Schatten ist es zwar dunkler und kühler, einen wirklichen UV-Schutz haben Sie dort aber nicht. Noch etwa die Hälfte der Strahlung gelangt auf die Haut", so der Dermatologe und empfiehlt, zu Sonnenschutzcremes mit Lichtschutzfaktor 30 zu greifen.

Auch die Morgensonne kann die Haut verbrennen

Zwar ist die Sonneneinwirkung zwischen elf und fünfzehn Uhr am intensivsten, doch auch in den Morgenstunden kann die Haut verbrennen. Besonders empfindliche Haut und helle Hauttypen haben mit der Morgen- und Abendsonne zu kämpfen.

Medikamente machen die Haut anfälliger

Verstärkt wird die Lichtempfindlichkeit zudem durch Medikamente. "Das ist etwa bei Antibiotika der Fall oder bei Johanniskraut", erklärt Bohmeyer. Aber auch Parfumstoffe und Konservierungsmittel in Pflegeprodukten können die Haut schwächen und einen Sonnenbrand begünstigen.

"Vorbräunen bringt nichts"

Von dem Wunsch braun zu werden, nimmt man dem Experten zufolge besser Abstand. Bereits die Bräunung der Haut sei eine Abwehrreaktion und signalisiere, dass zu viel Strahlung auf sie eingewirkt habe. Auch von dem sogenannten "Vorbräunen" hält Bohmeyer nichts. "Damit schützen Sie Ihre Haut nicht. Sie ziehen deren Schädigung lediglich vor. Sonnenstudios sind für die Haut genauso riskant wie die echte Sonne."

Finger weg von Quark

Hat man sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen verbrannt, helfen feuchte, kühle Umschläge, den Schmerz zu lindern. "Nehmen Sie Leitungswasser und lassen Sie die Finger von allem klebrigen wie Quark oder Heilerde", rät der Hautarzt. Auch Eis reize die ohnehin schon strapazierte Haut nur zusätzlich.

Bei Blasenbildung besser zum Arzt

Sind die Rötungen stärker ausgeprägt, helfen leichte Cortison-Cremes. Haben sich Blasen gebildet oder schält sich die Haut, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um Infektionen vorzubeugen. "Der Sonnenbrand zerstört den natürlichen Schutz der Haut und öffnet Keimen den Weg. Hier ist die richtige Pflege wichtig, um Entzündungen und Eiterbildung zu vermeiden", sagt Bohmeyer.

Wer seine persönliche Eigenschutzzeit in der Sonne für seinen Standort ermitteln möchte, dem empfiehlt der Hautarzt die kostenfreie App "UV-Check". Diese wurde vom BVDD zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) entwickelt.

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