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US-Luftangriff in Afghanistan: "Mutter aller Bomben" tötete 94 IS-Kämpfer

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Pentagon veröffentlicht Video  

Hier explodiert die "Mutter aller Bomben"

16.04.2017, 11:26 Uhr | dpa, df

US-Luftangriff in Afghanistan: "Mutter aller Bomben" tötete 94 IS-Kämpfer. Das Luftbild der US-Armee zeigt den Moment der Explosion. (Quelle: Reuters)

Das Luftbild der US-Armee zeigt den Moment der Explosion. (Quelle: Reuters)

Ein Luftwaffen-Video zeigt den Einschlag und die gewaltige Kraft der größten nicht-nuklearen Bombe der USA. Ob der Einsatz in Afghanistan ein Erfolg war, ist jedoch umstritten.

Das US-Verteidigungsministerium hat Luftaufnahmen vom Einsatz der riesigen Bombe GBU-43 in Afghanistan veröffentlicht. Auf dem Video ist zu sehen, wie die "Mutter aller Bomben" in einem Tal des Distrikts Achin in der Provinz Nangarhar einschlägt und eine mächtige Druckwelle auslöst.

Anschließend steigt eine gewaltige Staub- und Rauchwolke über dem Ort des Einschlags auf. Schäden sind darauf jedoch nicht zu erkennen. 

Durch den Abwurf der riesigen Bombe der US-Luftwaffe in Afghanistan sollen deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen sein als bislang angenommen. Lokale Behörden sprechen jetzt von mindestens 94 IS-Kämpfern, darunter vier Kommandeure. Zunächst war von 36 getöteten Islamisten die Rede gewesen. 

US-Luftwaffe: 300 Meter langer Tunnel zerstört

Bei dem Angriff sei eine wichtige Kommandozentrale der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) völlig zerstört worden. Die Bombe habe einen 300 Meter langen Tunnel vernichtet.

Der IS dementierte über seine Propaganda-Agentur Amak, dass bei dem Angriff Kämpfer der Terrormiliz getötet worden seien. Es habe auch keine Verletzten gegeben.

"Noch nie einen solchen Knall gehört"

"Ich habe noch nie im Leben einen solchen Knall gehört", sagte Malik Mohammed, ein Stammesältester in Achin. Selbst sieben Kilometer von der Abwurfstelle entfernt sei noch Glas zerborsten. In der Nähe des IS-Höhlenkomplexes hätten sich kaum noch Zivilisten aufgehalten, berichteten andere Älteste.

So sah das Tal vor dem Einschlag der Bombe aus. (Quelle: Reuters)So sah das Tal vor dem Einschlag der Bombe aus. (Quelle: Reuters)

Nach der Detonation steigt eine gewaltige Rauchsäule auf. (Quelle: Reuters)Nach der Detonation steigt eine gewaltige Rauchsäule auf. (Quelle: Reuters)

Afghanische Truppen hatten demnach am Donnerstagnachmittag noch verbliebene Anwohner weggebracht. Auch die Stammesältesten bestätigten, es gebe keine Informationen über zivile Opfer.

Größte nicht-nukleare Bombe

Die Bombe des Typs GBU-43 gilt mit mehr als 8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent als größter nicht-nuklearer Sprengkörper der US-Streitkräfte. Allerdings verfügt die russische Armee über eine noch deutlich größere konventionelle Bombe.

Die GBU-43 wurde nach ihrer Entwicklung 2003 bisher nach US-Medienberichten noch nie bei tatsächlichen Kampfhandlungen eingesetzt. Ihre militärische Bedeutung ist umstritten, sie gilt wegen ihrer schieren Größe und der enormen Druckwelle vor allem als Mittel der psychologischen Kriegsführung.

Abwurf über afghanischer IS-Geburtsstätte

Das Pentagon in Washington hatte den Einsatz der Bombe am Donnerstag bestätigt. Ein US-Kampfflugzeug hatte sie über dem Distrikt Achin abgeworfen. Die Region gilt als Geburtsstätte des IS in Afghanistan.

US-Spezialeinheiten patrouillieren in der Nähe des Zielortes des Bombe. (Quelle: Reuters)US-Spezialeinheiten patrouillieren in der Nähe des Zielortes des Bombe. (Quelle: Reuters)

Präsident Donald Trump lobte die Aktion. "Wir sind sehr stolz auf unser Militär. Es war ein weiterer Erfolg", sagte er in Washington. Ob er den Einsatz persönlich genehmigt hatte, bestätigte er nicht. 

"Jeder weiß genau, was passiert. Also, ich autorisiere unser Militär. Wir haben ihnen volle Befugnis gegeben, und das ist, was sie machen." Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, wollte sich ebenfalls nicht dazu äußern, ob Trump den Abwurf persönlich angeordnet hatte.

Eine Botschaft an Nordkorea?

Auf Fragen, ob der Einsatz der Bombe auch als Warnung an Nordkorea gedacht sei, antwortete Trump, dies mache keinen Unterschied. "Ich weiß nicht, ob das eine Botschaft sendet. Es ist auch egal, ob es das tut oder nicht. Nordkorea ist ein Problem. Das Problem wird gelöst werden."

Der russische Verteidigungspolitiker Franz Klinzewitsch sagte der Agentur Interfax zufolge, der Bombeneinsatz sei nicht nötig gewesen, denn in letzter Zeit habe sich nichts grundlegend an der Situation in Afghanistan geändert. Der Afghanistan-Experte Omar Nessar von der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau sieht in dem Einsatz der riesigen US-Bombe eine Demonstration der Stärke gegenüber Russland. Washington wolle Russlands Einfluss in Afghanistan eindämmen, meint er.

Die Rebellen verstärkten derzeit ihre Verteidigungslinien mit improvisierten Sprengkörpern, Tunnel und Bunkern, hieß es in einer Mitteilung der Nato-Streitkräfte in Afghanistan. "Dies ist die richtige Munition, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Momentum unserer Offensive gegen den IS zu erhalten", so der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson.

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