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Donald Trump ist "rassistisch, unamerikanisch und spalterisch"

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Trumps "Dreckslöcher"  

Der unamerikanische Präsident

Ein Kommentar von Fabian Reinbold, Washington

12.01.2018, 17:56 Uhr
Donald Trump ist "rassistisch, unamerikanisch und spalterisch" . Donald Trump: Seine Sätze zur Einwanderungspolitik sorgen für Entsetzen. (Quelle: AP/dpa/Manuel Balce Ceneta)

Donald Trump: Seine Sätze zur Einwanderungspolitik sorgen für Entsetzen. (Quelle: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa)

Eine Äußerung zur Einwanderungspolitik entlarvt Donald Trump erneut als Rassisten. Ein Rassist kann aber kein guter Präsident der Vereinigten Staaten sein.

Man muss nicht zu jeder geschmacklosen Äußerung Donald Trumps einen Leitartikel verfassen. Man sollte auch nicht tagelang Ferndiagnosen über seinen geistigen Zustand anstrengen, wie es Amerikas Medien derzeit tun.

In der Beurteilung des US-Präsidenten sollte man sich auf seine Amtsführung konzentrieren. Doch in manchen Momenten sind es eben seine Äußerungen, die zeigen, dass ihm eine gute Amtsführung nicht gelingen wird. Der gestrige Donnerstag war so ein Moment.

Trump verursachte Chaos im Kongress, weil er binnen weniger Stunden zweimal seine Meinung zu einem abzustimmenden Geheimdienstgesetz änderte. Er fabulierte über einen Deal mit F52-Kampfflugzeugen, wobei dieses Modell nur in einem Computerspiel existiert. In einem Interview gab er zu Protokoll, dass er ein hervorragendes Verhältnis zu Kim Jong Un habe – also jenem Diktator, den er regelmäßig als „Raketenmännchen“ verspottet und ihm mit Atomschlägen droht.

"Menschen aus Drecksloch-Ländern"

Da war es erst Nachmittag in Amerika, und dann kamen Senatoren ins Weiße Haus, die mit Trump das geplante Einwanderungsgesetz besprechen wollten. Aus dem Treffen drang nach außen, dass sich Trump über Flüchtlinge aus bestimmten Gebieten aufregte. "Warum lassen wir all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern herkommen?", sagte der Präsident. Dabei sei es um temporär Schutzbedürftige aus El Salvador, Haiti und afrikanischen Ländern gegangen, berichtet die „Washington Post“. Trump sagte dann, er wolle lieber Einwanderer aus Ländern wie Norwegen.

Das Weiße Haus dementierte die Sätze nicht, sondern wollte sie so interpretiert sehen: Trump gehe es nun mal um Qualifikation und Integrationsfähigkeit bei der Zuwanderung. Doch davon sprach Trump nicht.

  • Seine Sätze sind rassistisch, denn sie bedeuten, dass Trump für die USA nur weiße Einwanderer will, also keine Schwarzen, keine Latinos.
  • Seine Sätze sind unamerikanisch, denn das Land hat Einwanderer fast immer danach beurteilt, was sie für Amerika leisten und nicht, in welchem Land sie geboren wurden. Einst hat es sich unabhängig erklärt mit der Maxime, dass alle Menschen das Recht auf Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück besitzen (von Norwegern war keine Rede).
  • Und seine Sätze sind spalterisch. Ob man es mag oder nicht, in den USA sind so viele Ethnien verwoben, dass jeder Rassismus der Staatsspitze das Land weiter spaltet. Dieser Präsident schert sich nicht um die Belange von Latinos, die bald ein Fünftel der amerikanischen Gesellschaft stellen, oder der Afroamerikaner. 

Als die „Washington Post“ über Trumps Äußerungen berichtete, saß dieser schon im nächsten Termin. Er zeichnete eine Ansprache für den Martin Luther King Day auf.  An diesem nationalen Feiertag gedenkt Amerika dem schwarzen Bürgerrechtler.

Was ist eine Ansprache eines Präsidenten zu Ehren Kings wert, wenn er kurz zuvor in seinem Büro klarmacht, dass er nur weiße Einwanderer will?

Die Sätze sind vor allem kein Ausrutscher, sondern typisch Trump. In einem früheren Treffen zur Einwanderungsreform soll er mit den Sätzen aufgefallen sein, Haitianer hätten allesamt Aids und Nigerianer würden niemals in ihre Hütten zurückgehen (der Bericht der „New York Times“ wurde anders als der gestrige dementiert, erscheint nun aber umso glaubwürdiger). Und als es zu gewaltsamen Protesten beim Rassistenaufmarsch im vergangenen August in Charlottesville kam, sah Trump auch aufseiten der Nationalisten und Neonazis „sehr gute Leute“.

Kein guter Präsident für alle Amerikaner

Trumps berühmt-berüchtigte Basis, die von konservativen Republikanern bis zu offenen Rassisten reicht, mag solche Sprüche. Doch ein Präsident, der nur seine Wählerbasis sieht, ist kein guter Präsident für alle Amerikaner.

Es mag sein, dass Trump einen Deal beim Einwanderungsgesetz hinbekommt, für den er sich später als großer Reformer feiert. Es ist auch möglich, dass Trump ein erfolgreicher Präsident wird, der im Jahr 2020 von seiner Basis wiedergewählt wird. Doch solange er sich von rassistischen Instinkten leiten lässt, wird er für seine Nation kein guter Präsident sein.

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