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Trump: Friedliche Lösung im Korea-Konflikt könnte scheitern

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Vorwürfe im Nordkorea-Konflikt  

Donald Trump knöpft sich Russland vor

18.01.2018, 11:55 Uhr | rtr

Trump: Friedliche Lösung im Korea-Konflikt könnte scheitern. US-Präsident Donald Trump spricht im Rosengarten des Weißen Haus in Washington (USA): In einem Interview wetterte Trump gegen Nordkorea und Russland. (Archivbild) (Quelle: AP/dpa/Pablo Martinez Monsivais)

US-Präsident Donald Trump spricht im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington (USA): In einem Interview wetterte Trump gegen Nordkorea und Russland. (Archivbild) (Quelle: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa)

Es ist gut möglich, dass eine diplomatische Lösung des Korea-Konflikts scheitert. Das sagte Donald Trump in einem Interview. Auch gegen Russland teilte der US-Präsident kräftig aus.

US-Präsident Donald Trump geht davon aus, dass eine diplomatische Lösung möglicherweise nicht gelingt. Zwar hoffe er, dass die Krise friedlich gelöst werden könne, sagte Trump: "Aber es ist sehr gut möglich, dass dies nicht gelingt." Der amerikanische Präsident äußerte sich am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters zu dem Thema. 

Schwere Vorwürfe gegen Russland

Außerdem erhob der US-Präsident schwere Vorwürfe gegen Russland. Die Regierung in Moskau helfe Nordkorea dabei, die internationalen Sanktionen zu unterlaufen: "Russland hilft uns bei Nordkorea überhaupt nicht." Dagegen lobte er China für die Bemühungen, die Öl- und Kohlelieferungen an das kommunistische Land zu unterbinden – auch wenn die Regierung in Peking mehr tun könnte. Russland schränke den Erfolg der chinesischen Hilfe aber stark ein: "Russland macht einen Teil dessen zunichte, was China leistet."

Noch sei Nordkorea nicht in der Lage, die USA mit Raketen anzugreifen, ergänzte Trump: "Sie sind noch nicht soweit, aber sie sind nah dran. Und jeden Tag kommen sie dem näher." Nachdem die nordkoreanische Führung im November erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet hatte, erklärte sie, das gesamte Gebiet der USA läge in der Reichweite nordkoreanischer Atomangriffe.

Trump "nicht sicher, ob Gespräche zu irgendetwas Sinnvollem führen könnten"

Während des knapp einstündigen Interviews äußerte Trump Zweifel, ob ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un den Konflikt entschärfen könnte. "Ich bin nicht sicher, ob Gespräche zu irgendetwas Sinnvollem führen könnten", sagte Trump. Auch die Verhandlungen seiner Vorgänger hätten Nordkorea nicht dazu gebracht, bei seinem Raketen- und Atomprogramm einzulenken: "Sie haben 25 Jahre gesprochen." Laut Trump hat Nordkorea die "früheren Präsidenten ausgenutzt". Außerdem sagte der US-Präsident: "Ich würde mich hinsetzen, ich weiß aber nicht, ob das das Problem lösen würde."

In der Vergangenheit hatte Trump direkte Gespräche mit Kim nicht ausgeschlossen. Letzte Woche erschien im "Wall Street Journal" sogar ein Interview, in dem er erklärte, er hätte wahrscheinlich ein sehr gutes Verhältnis zu Kim. Er wich aber der Frage aus, ob er bereits mit dem nordkoreanischen Machthaber gesprochen habe. Die beiden Staatschefs lieferten sich in den vergangenen Monaten einen rhetorischen Schlagabtausch, der die Spannungen erheblich verstärkt hatte.

"Putin kann eine Menge tun"

Mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärte Trump: "Er kann eine Menge tun." Leider gebe es aber kaum Beziehungen zu Russland. Momentan ermittelt das FBI, ob die russische Regierung Einfluss auf die Präsidentenwahl genommen haben könnte. Trump kritisierte die Untersuchungen. Diese schadeten den russisch-amerikanischen Beziehungen, argumentierte der Präsident.

Im Dezember erfuhr Reuters aus westeuropäischen Sicherheitskreisen, dass russische Tanker in den vergangenen Monaten mindestens dreimal Nordkorea mit Treibstoff versorgten. Dabei sei die Ladung auf hoher See übergeben worden. Der Verkauf von Öl- und Ölprodukten nach Nordkorea verstößt gegen UN-Sanktionen. Das abgeschottete Land ist aber auf Treibstofflieferungen angewiesen, um seine schwer angeschlagene Wirtschaft am Laufen zu halten. Russland wies die Vorwürfe zurück.

"Wir spielen ein sehr, sehr hartes Poker-Spiel"

Trump begrüßte die jüngsten Entspannungssignale der beiden koreanischen Staaten. Der Norden will Athleten zu den Olympischen Winterspielen entsenden, die im Februar im Süden stattfinden. Die Einigung ist das Ergebnis von einwöchigen Verhandlungen – den ersten direkten Gesprächen seit mehr als zwei Jahren. Seit dem Krieg von 1950 bis 1953 befinden sich Nord- und Südkorea formell noch immer im Kriegszustand. Die Annäherung könnte dabei helfen, die Krise zu entschärfen, sagte Trump.

Nicht direkt äußern wollte sich der US-Präsident auf die Frage, ob er einen begrenzten Präventivschlag gegen Nordkorea erwogen habe: "Wir spielen ein sehr, sehr hartes Poker-Spiel und dann willst du dir nicht in die Karten schauen lassen."

Quelle:
- Reuters

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