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Erdogan attackiert Außenminister Gabriel: "Wer sind Sie denn?"

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Erdogan attackiert Gabriel persönlich  

"Wer sind Sie denn? Beachten Sie Ihre Grenzen!"

20.08.2017, 09:51 Uhr | dru, AFP, dpa

Erdogan attackiert Außenminister Gabriel: "Wer sind Sie denn?". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. (Quelle: dpa/Depo Photos/Depo Photos via ZUMA Wire)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. (Quelle: Depo Photos/Depo Photos via ZUMA Wire/dpa)

Die Spannungen in den deutsch-türkischen Beziehungen haben sich am Samstag abermals verschärft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan griff Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) persönlich scharf an. Die Bundesregierung hatte zuvor mit Empörung auf Erdogans Einmischung in den deutschen Wahlkampf reagiert.

Der türkische Staatschef richtete bei einer Rede vor Anhängern in der Provinz Denizli scharfe Worte an Gabriel und warnte ihn vor weiterer Kritik an der Türkei. "Er kennt keine Grenzen", schimpfte Erdogan. Direkt an den deutschen Minister gewandt sagte er: "Wer sind Sie denn, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden? Beachten Sie Ihre Grenzen!"

Gabriel versuche, der Türkei "eine Lektion zu erteilen", empörte sich der Staatschef und fügte hinzu, erneut direkt an Gabriel gerichtet: "Wie lange sind Sie eigentlich in der Politik? Wie alt sind Sie?"

Erdogan mischt sich in deutschen Wahlkampf ein

Erdogans erneute Entgleisung folgte keinen Tag nachdem deutsche Spitzenpolitiker, unter ihnen Gabriel, sich jede Einmischung des türkischen Präsidenten in den deutschen Wahlkampf verbeten hatten. Erdogan hatte zuvor türkischstämmige Wähler in Deutschland aufgefordert, bei der Bundestagswahl nicht CDU, SPD oder Grüne zu wählen.

Am Samstag wiederholte er den Aufruf. Diese Parteien seien Feinde der Türkei, ihnen müsse "die beste Lektion erteilt werden". Gabriel sei "eine Katastrophe". Vor weiteren Reaktionen Deutschlands müsse sich die Türkei nicht fürchten, sagte Erdogan: "Es ist nicht wichtig für uns, ob Deutschland die Türen offen hält oder nicht. Wir haben genug Türen."

In seinem Rundumschlag nahm der türkische Staatschef auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Visier. Er habe "der Dame an der Spitze Deutschlands" eine Liste mit 4500 von der Türkei gesuchter Terroristen gegeben, doch sei diese nicht angenommen worden. Allerdings habe Merkel von ihm gefordert, in der Türkei inhaftierte Deutsche freizulassen. "Es tut mir leid, wenn sie eine Justiz haben, so haben wir hier auch eine", sagte Erdogan.

Ankara lässt Kölner Schriftsteller festnehmen

Am Samstag war außerdem bekannt geworden, dass der deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommen worden war. Akhanli stammt aus der Osttürkei, ist aber deutscher Staatsbürger. Er steht der türkischen Regierung kritisch gegenüber. Nach Angaben seines Anwalts lag gegen ihn ein "Dringlichkeitsvermerk" bei Interpol vor. Die deutsche Botschaft in Madrid bat die spanische Regierung, auf eine Auslieferung zu verzichten. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) schaltete sich persönlich in den Fall ein und telefonierte mit seinem spanischen Amtskollegen Alfonso Dastis.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sprach von einem Vorgang von "wirklich dramatischer Bedeutung". Erdogan greife im Rahmen seines "paranoiden Gegenputsches" nun auch "Bürger unseres Landes auf dem Territorium von Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an". Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", die polizeiliche Zusammenarbeit mit der Türkei müsse einer Neubewertung unterzogen werden. "Offensichtlich arbeitet die türkische Justiz nicht nach rechtsstaatlichen Prinzipien", sagte Özdemir .

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