Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland > Innenpolitik >

Thomas De Maizière: "Habe keinen muslimischen Feiertag vorgeschlagen"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

De Maizière wehrt sich  

"Habe keinen muslimischen Feiertag vorgeschlagen"

18.10.2017, 08:49 Uhr | dpa, pdi

Thomas De Maizière: "Habe keinen muslimischen Feiertag vorgeschlagen". Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) versucht die Debatte um einen muslimischen Feiertag in Deutschland wieder einzufangen.  (Quelle: dpa)

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) versucht die Debatte um einen muslimischen Feiertag in Deutschland wieder einzufangen. (Quelle: dpa)

Mit wenigen Sätzen zur möglichen Einführung eines muslimischen Feiertages hat Thomas de Maizière eine kontroverse Debatte ausgelöst. Über Tage nahm die Diskussion an Fahrt auf, verselbstständigte sich. Nun versucht der CDU-Mann, die Sache wieder einzufangen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) fühlt sich in der öffentlichen Debatte über einen möglichen muslimischen Feiertag falsch verstanden. "Einen Vorschlag von mir zur Einführung eines muslimischen Feiertages gibt es nicht. Ich werde auch keinen solchen Vorschlag machen", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme de Maizières. Er reagierte damit auf teils heftige Kritik aus den Reihen der Union.

De Maizière hatte sich kürzlich bei einer Veranstaltung in Wolfenbüttel zum Thema Islam-Feiertag geäußert, was eine neue Debatte über die bereits in der Vergangenheit diskutierte Frage ausgelöst hatte. In Wolfenbüttel hatte sich de Maizière offen dafür gezeigt, in bestimmten Regionen Deutschlands einen muslimischen Feiertag zu etablieren. "Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen", hatte er dort erklärt. Allerheiligen sei auch nur dort Feiertag, wo viele Katholiken lebten. "Wo es viele Moslems gibt - warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag nachdenken." Generell seien die Feiertage in Deutschland aber christlich geprägt und das solle so bleiben.

"Über einen muslimischen Feiertag diskutieren"

In den eigenen Reihen kam das nicht gut. Aus der CSU war scharfe Kritik gekommen, ebenso vom - zu der Zeit noch wahlkämpfenden - CDU-Spitzenkandidaten in Niedersachsen, Bernd Althusmann. Der klagte, solche Diskussionen halte er im Wahlkampf für ungeeignet. Viele ordneten de Maizières Äußerung als dessen Vorschlag oder gar Forderung ein. Das will der Minister so nicht stehen lassen.

In seiner Stellungnahme, die der CDU-Politiker auf seiner Abgeordneten-Homepage veröffentlichte, betont de Maizière, er habe sich bei der Veranstaltung in Wolfenbüttel dafür ausgesprochen, dass die Gesellschaft an den christlichen Wurzeln - am Glockengeläut, an christlichen Festen, Feiertagen und vielem mehr - auch weiterhin festhalte. "Das war die Ausgangslage", schreibt er. "Auf diesem Fundament habe ich einen Gedanken aufgegriffen, in Regionen mit einem sehr hohen Anteil von Muslimen über einen muslimischen Feiertag zu diskutieren." Dabei habe er klargemacht, dass die Kultur und auch die Feiertage in Deutschland weiter christlich geprägt und begründet bleiben müssten. "Daraus einen Vorstoß oder Vorschlag für einen muslimischen Feiertag zu machen, ist abwegig."

CSU "fassungslos"

Die Debatte ist aber bereits weit vorangeschritten. In den vergangenen Tagen waren einige Befürworter eines muslimischen Feiertags de Maizière beigesprungen - etwa der Zentralrat der Muslime. Nun folgte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). "In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde - das geschieht viel eher in der Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag).

Dies wiederum rief die CSU erneut auf den Plan. "Ich bin tief bestürzt, ja fassungslos, dass sich jetzt auch noch die Spitze des Zentralkomitees der Katholiken für einen Islam-Feiertag ausspricht", sagte Generalsekretär Andreas Scheuer. Er kündigte an, dass es mit der CSU keinen solchen Feiertag in Deutschland geben werde.

Als Vermittler versuchte sich Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). Er sagte, de Maizière habe nicht für einen muslimischen Feiertag plädiert. "Es ging ihm eher darum, eine solche Debatte nicht von vorneherein abzuwürgen. Das halte ich auch für richtig."

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
News-Video des Tages

Shopping
Shopping
Zwei bügelfreie Blusen im Black & White-Look für nur 59,90 €
zum Walbusch Test-Angebot
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
THEMEN VON A BIS Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017