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Schwierige Aufgabe: Andrea Nahles soll SPD-Parteisitz übernehmen

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Designierte Parteichefin  

Andrea Nahles vor der schwersten Aufgabe ihrer Karriere

08.02.2018, 12:52 Uhr | dpa, dru

Nahles soll SPD-Perteivorsitz übernehmen (Screenshot: Reuters)
Nahles soll SPD-Parteivorsitz übernehmen

Die SPD-Fraktionsvorsitzende unterstützte während einer Pressekonferenz in Berlin die Ambitionen des Parteichefs auf das Amt des Bundesaußenministers.

Andrea Nahles soll SPD-Parteivorsitz übernehmen: Nachdem Martin Schulz sein Amt als Vorsitzender abgibt, gilt die SPD-Fraktionsvorsitzende als Favoritin auf den vakanten Posten. (Quelle: Reuters)


Dem Durchbruch bei den Koalitionsverhandlungen folgt der Umbau bei den Genossen: Andrea Nahles soll schon Anfang März den SPD-Vorsitz übernehmen. Es wäre die bislang schwerste Aufgabe ihrer Karriere.

Als Andrea Nahles im vergangenen Oktober, wenige Wochen nach dem Debakel bei der Bundestagswahl, nach der Zukunft ihres ramponierten Parteichefs Martin Schulz befragt wurde, wies die 47-Jährige noch jegliche Ambitionen auf den Parteivorsitz von sich. "SPD-Chef ist Martin Schulz, und er bleibt es auch", sagte die 47-Jährige. Anders lautende Spekulationen seien "Unsinn".

Doch spätestens auf dem Parteitag in Bonn hatte sich Nahles endgültig für höhere Weihen empfohlen. Ohne ihre fulminante Rede wäre für Schulz schon Mitte Januar Schluss gewesen, wäre die SPD womöglich gar nicht in Koalitionsverhandlungen gegangen, die die Sozialdemokraten mit aus ihrer Sicht beachtlichen Erfolgen am Mittwoch abschließen konnten.

Nun also macht Schulz selbst den Weg für Nahles frei. Nach dem Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag, das bis Anfang März abgeschlossen sein soll, will er den Vorsitz an die Fraktionschefin abtreten. Es wäre nach Juso-Vorsitz, Bundestagsmandat, Partei-Vizechefin, Generalsekretärin und Ministeramt die unzweifelhaft schwerste Aufgabe ihrer Karriere: Der am Boden liegenden SPD neue Hoffnung zu geben.

Erst wollte er nicht, jetzt doch: t-online.de zeigt das gebrochene Versprechen von Martin Schulz, der kurz nach der Bundestagswahl auf keinen Fall in eine von Angela Merkel geführte Regierung eintreten wollte. (Quelle: t-online.de)

Neue Führungskultur an der Spitze

Schon im Wahlkampf, als die Kampagne von Martin Schulz schon nicht mehr zu retten war, sprach Nahles von der Notwendigkeit einer Neuaufstellung, einer anderen Kultur an der Spitze jenseits dominierender, männlicher Führungsfiguren. Nach dem schmerzhaften Wahlausgang übernahm sie in den Fraktionsvorsitz – und wurde schnell zur zentralen Autorität in der SPD.

Sie war es, die den Jusos im November ins Gesicht sagte, dass sie nichts von deren rigorosem Nein zu einer neuen Groko hält. Sie war es, die auf dem Bonner Sonderparteitag der SPD Klartext redete. "Wir müssen die Probleme jetzt lösen", so Nahles. Sie meinte strategische Fehler, strukturelle Schwierigkeiten – und nicht die heiß diskutierte Frage, ob die SPD wieder regieren soll.

Herzensanliegen der SPD durchgedrückt

Als Ministerin hatte Nahles in der vergangenen großen Koalition sozialdemokratische Herzensanliegen auf den Weg gebracht. Gegen den Widerstand des CDU-Wirtschaftsflügels, der CSU und der Wirtschaftsverbände drückte sie die Lohnuntergrenze und viele andere Gesetze durch. Allerdings waren es Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU), auf die Nahles zur Durchsetzung ihrer Reformen oft setzen konnte. Dabei half ihr, dass sie auch von CDU-Leuten wegen ihrer Verlässlichkeit geschätzt wird.

Die letzte Legislaturperiode begann und endete mit Rentenpaketen von Nahles – von der Rente mit 63 bis zur Ost-West-Angleichung. Dass die SPD die Rente zum zentralen Wahlkampfthema machte, war zwar nicht ihre Idee. Vom damaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel angestoßen lieferte Nahles als Ministerin aber ein Zukunftskonzept zur Rente, das Kandidat Schulz dann fürs Wahlprogramm übernahm.

Pressekonferenz mit Nahles und Schulz: "Generationswechsel" bei der SPD. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)Pressekonferenz mit Nahles und Schulz: "Generationswechsel" bei der SPD. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Nervensägen-Image weitgehend abgelegt

Die Spitzenpolitikerin wirkt oft unter Strom, aber zugleich auch frisch und manchmal fröhlich. Ihre Schnodderschnauze ("Verhandeln, bis es quietscht") lässt dabei oft vergessen, dass die 47-jährige Katholikin eine ziemlich große Entwicklung hinter sich hat. Von der manchmal übereifrigen Juso-Chefin hat sie kaum mehr etwas an sich, auch wenn sich manche immer noch an ihr reiben und ihr Nervensägen-Eigenschaften zumessen.

Nahles ist Parteilinke. Doch dass die heimatverbundene Katholikin keineswegs nur links ist, zeigte sich bereits im Ministeramt. Tarifverträge und sozialpartnerschaftliches Aushandeln liegen dem IG-Metall-Mitglied näher, als dass der Staat selbst alle Dinge in die Hand nimmt. Bauen kann sie auf ein weit verzweigtes Netzwerk und flügelübergreifende Anerkennung.

Nahles legt Wert auf ein Leben jenseits der Politik

Nahles ist SPD-Frau der ersten Stunde in ihrem Heimatort Weiler. Sie pflegt das Bild einer Frau, die Wert auf ein Leben jenseits der Politik legt. Ihre sechsjährige Tochter Ella geht daheim in Rheinland-Pfalz auf eine Zwergschule. Nahles besucht Schulveranstaltungen und ist am Wochenende daheim, wenn es geht.

Dass es eine Riesenaufgabe ist, den SPD-Scherbenhaufen mit aufzukehren und einen Neuaufbau zu versuchen – daran knobelt Nahles nicht erst seit letzten September herum. "Unser Land braucht gerade jetzt mehr denn je eine starke und selbstbewusste SPD", meinte sie nach der Wahl im Herbst. "Dafür werde ich alles mir Mögliche tun."

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Eigene Recherchen

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