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Privatinsolvenz: Wie beantrage ich eine Privatinsolvenz?

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Schluss mit Schulden  

Privatinsolvenz beantragen - Was Sie dazu brauchen

| nz (CF)

Eine Privatinsolvenz zu beantragen, ist eine schwierige Entscheidung. Das Verfahren dauert lange. Doch am Ende dieser Zeit werden Sie von Restschulden befreit und können in ein neues Leben starten. 

Privatinsolvenz: Bin ich gefährdet?

Wenn die monatlichen Ausgaben das Nettoeinkommen auf Dauer übersteigen, sollten Sie dies als erstes Warnzeichen deuten. Bedenklich wird es, wenn der Dispositionskredit um mehr als zwei Monate überzogen ist und Sie zahlungsunfähig sind. Dann sollten Sie eine Schuldnerberatung aufsuchen. Zunächst wird von der Schuldnerberatung versucht, eine außergerichtliche Einigung zu finden. Missglückt dieser Versuch, dürfen Sie Privatinsolvenz anmelden.

Privatinsolvenz: Wie beantrage ich eine Privatinsolvenz?. Eine Privatinsolvenz zu beantragen, ist eine schwierige Entscheidung. (Quelle: imago)

Eine Privatinsolvenz zu beantragen, ist eine schwierige Entscheidung. (Quelle: imago)

Wie Privatinsolvenz beantragen? Der Anfang einer schwierigen Zeit

Während einer Privatinsolvenz müssen Sie sich an viele Regeln halten und viele Verpflichtungen erfüllen. Denn das Ziel ist, am Ende eine Restschuldbefreiung zu erlangen. So können Sie schuldenfrei werden und in ein neues Leben starten.

Das Verfahren beginnt damit, dass Sie einen Antrag ausfüllen, in dem Sie Privatinsolvenz beantragen und beim Amtsgericht einreichen. Sie müssen darin alle persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen, die aktuell vorliegen. Bei Berufstätigen sind Angaben zum Arbeitgeber sowie zum Einkommen Pflicht. Beantragen Sie Privatinsolvenz, geben Sie auch den Verfahrensbevollmächtigten, einen Anwalt oder Schuldnerberater, an. Dieser muss eine Bescheinigung ausfüllen, die nachweist, dass eine außergerichtliche Einigung bereits angestrebt wurde, aber gescheitert ist.

Ein Anwalt, der das Verfahren begleitet, kostet zusätzlich Geld. Eine Alternative bieten deshalb die kostenlosen Schuldnerberatungen der Kommunen. Laut der "Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerbratung e.V." ist das Netz der bundesweiten Beratungsstellen der aktuellen Nachfrage nicht gewachsen. Doch das Warten auf einen Termin lohnt sich. Denn im Gegensatz zur Vertretung durch einen Rechtsanwalt werden bei einer Beratungsstelle keine weiteren Schulden angehäuft.

Was brauche ich für den Antrag zur Privatinsolvenz?

Wenn Sie Privatinsolvenz beantragen, müssen Sie eine Abtretungserklärung ausfüllen. In dieser erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Einkommen zur Tilgung der Schulden verwendet werden darf. Das Existenzminimum bleibt davon unberührt. Im Falle einer sogenannten Restschuldbefreiung unterliegen Sie sogar noch strengeren Auflagen. So wird zum Beispiel vorhandenes Erbe zu 50 Prozent zum Abbau von Verbindlichkeiten herangezogen. Außerdem muss der Schuldner einer angemessen Tätigkeit nachgehen oder sich um Arbeit bemühen. Er darf keine zumutbare Tätigkeit ablehnen.

Unterlagen und Dokumente für die Privatinsolvenz ordentlich aufbewahren

Für einen ordnungsgemäßen Ablauf sollten Sie alle Papiere, die mit Ihren Schulden und dem Insolvenzverfahren zu tun haben, optimal ordnen. So behalten Sie und der Verfahrensbevollmächtigte stets den Überblick und übersehen keine ausstehenden Zahlungen oder Verbindlichkeiten. Kontoauszüge, Gehaltsnachweise und Rechnungen – all diese Papiere helfen Ihrem Verfahrensbevollmächtigten, die Erfüllung der Anforderungen zu prüfen.

Im Übrigen fallen nicht alle Schulden unter die Privatinsolvenz, die der Schuldner verursacht hat. Offene Schulden, die zum Beispiel durch Straftaten entstanden sind oder zinslose Darlehen, müssen nach dem Insolvenzverfahren noch abgetragen werden. Zinslose Darlehen können etwa zum Begleichen von Insolvenzschulden gewährt werden.

Weiterer Ablauf: Was macht ein Treuhänder?

Nachdem Sie Privatinsolvenz angemeldet haben, wird Ihr gesamtes Vermögen von einem Treuhänder verwaltet. Sie haben die Pflicht, den Treuhänder genau zu informieren. Teilen Sie ihm mit, welches Einkommen Sie nichts für das tägliche Leben brauchen. Auch jede Veränderung, ob Einkommensverhältnisse oder eine neue Adresse, muss der Treuhänder erfahren.

Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass der Treuhänder dazu berechtigt ist, über vieles in Ihrem Leben zu entscheiden, bis Sie wieder schuldenfrei sind. So darf er beispielsweise festlegen, ob Sie Ihr Auto verkaufen müssen oder es aufgrund Ihres Jobs behalten dürfen. Auch der Besitz von Fernseher, Stereoanlage oder Handy wird vom Treuhänder entschieden.

Dauer der Privatinsolvenz

Die sogenannte "Wohlverhaltensperiode" beginnt, sobald der Treuhänder vorhandenes Vermögen verteilt hat. Während dieser Phase haben Sie sich an die fünf Obliegenheiten (Pflichten) zu halten:

  1. Suche bzw. Ausübung einer Erwerbstätigkeit
  2. Abgabe eventueller Erbschaften
  3. Angaben über Wechsel des Wohnsitzes
  4. Angaben über Einkommen und Vermögen
  5. Zahlungen an den Insolvenzverwalter

Nach Ablauf von drei Jahren und Einhaltung der Obliegenheiten, ist die Wohlverhaltensperiode vorüber und die Restschuldbefreiung wird gewährt. Dann dauert es weitere drei Jahre, bis auch ihr Schufa-Eintrag gelöscht wird. Sie müssen also mit einer Gesamtdauer von sechs Jahren rechnen. Vor Beginn der Privatinsolvenz können zudem Verzögerungen des Eröffnungsverfahren hinzukommen. Im schlimmsten Fall zieht sich eine Privatinsolvenz bis zu sieben oder acht Jahre hin.

Diese Kosten kommen bei einer Privatinsolvenz auf Sie zu

Auch wenn Sie keinen Anwalt bezahlen: Bei Schuldenbereinigung und Insolvenzverfahren entstehen Kosten, die von Ihnen getragen werden müssen. Wenn Sie über kein oder ein sehr geringen Einkommen verfügen, können Sie einen Beratungshilfeschein beantragen. Wird dies abgelehnt, richten sich die Kosten für die Schuldenbereinigung in der Regel nach der Anzahl der Gläubiger und nach der Höhe der Schuldensumme. Es handelt sich dabei meist um überschaubare Beträge.

Die Gesamtkosten der Privatinsolvenz entstehen beim Gericht und beim Treuhänder. Sie können in Raten abbezahlt werden. Am Ende der Insolvenz kommen Verfahrenskosten hinzu, die ebenfalls per Ratenzahlung getilgt werden können.

Sollten Sie kein Einkommen haben, deckt die Beratungshilfe alle Kosten, die Ihnen bei einer Privatinsolvenz entstehen. Dafür müssen Sie einen Nachweis erbringen, dass Sie aktuell kein Einkommen haben. Reichen Sie zusätzlich einen Antrag auf Beratungshilfe beim Gericht ein. Die Kosten für die Privatinsolvenz fallen so gering aus, damit der Schuldner direkt nach dem Verfahren nicht erneut in Schulden gerät. Es soll ein schuldenfreier Neustart ermöglicht werden. Dies bietet dem Schuldner eine zweite Chance.

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