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So hilft Homöopathie bei Haut- und Halsbeschwerden

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Homöopathie  

Bewährte Therapie bei Halsbeschwerden und Hauterkrankungen

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„Prinzipiell lässt sich jede Krankheit, die mit Medikamenten behandelbar ist, auch mit homöopathischen Arzneien behandeln“, sagt der österreichische Homöopathie-Experte und Universitätsdozent Dr. Anton Rohrer. Das gilt insbesondere für chronische Erkrankungen.

Bei chronischer Erkrankung: Fragen Sie Ihren Arzt und Homöopathen

Da Homöopathie die körpereigenen Steuerungs- und Abwehrkräfte anregt, kann es zu einer grundlegenden und damit langfristigen Heilung kommen. Konventionelle Arzneien dagegen lindern oft nur die Symptome, die nach dem Absetzen der Arznei wieder auftreten können.

So hilft Homöopathie bei Haut- und Halsbeschwerden . Bei Atemwegsbeschwerden können homöopathische Mittel wirksam sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Atemwegsbeschwerden können homöopathische Mittel wirksam sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In die Kategorie chronischer Krankheiten fallen auch Halsbeschwerden – darunter Mandel- und Kehlkopfentzündungen. Ebenso zählen dazu Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Ekzeme oder Schuppenflechte. Aber Achtung: Eine chronische Erkrankung gehört immer in die Hände eines Arztes, der im besten Fall schulmedizinisch und homöopathisch ausgebildet ist.

„Der Arzt kann entscheiden, ob die Homöopathie alleine oder begleitend zur konventionellen Medizin eigesetzt wird“, sagt Dr. Cornelia Batic, erste Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) in Berlin. Denn der Homöopathie sind Grenzen gesetzt. Diese sind immer dann erreicht, wenn eine Selbstheilung nicht (mehr) möglich ist. Ist der Organismus für eine Aktivierung der körpereigenen Abwehr bereits zu geschwächt, lässt sich die Krankheit nur mit Mitteln der konventionellen Medizin wirksam bekämpfen – etwa dann, wenn chirurgische Eingriffe oder bestimmte Medikamente erforderlich sind.

HNO-Erkrankungen: Gerade Kinder profitieren von der Homöopathie

Wegen der nachgewiesenen Heilerfolge hat sich die Homöopathie vor allem in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde etabliert. Speziell „akute eitrige oder virale Mittelohrentzündungen, Erkältungsneigungen bei Kindern mit vergrößerten Polypen (Adenoiden), Mandel- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Pfeiffersches Drüsenfieber, Kehlkopfentzündungen und Heiserkeit“ können gut behandelt werden, so der homöopathische HNO-Arzt Dr. Joachim Mayer-Brix. Gute Ergebnisse würden auch bei der homöopathischen Behandlung von Gehörgangsentzündungen, Heuschnupfen und Allergien erzielt.

Halsschmerzen lassen sich mit Hilfe homöopathischer Arzneien besonders wirkungsvoll behandeln. Obwohl Bakterien bzw. Viren bei insgesamt 80 Prozent der Halsentzündungen – darunter Mandelentzündungen oder das Pfeiffersche Drüsenfieber - als Erreger gelten, gilt eine Antibiotikatherapie wegen der zahlreichen Nebenwirkungen vor allem bei Kindern nicht als erste Wahl bei der Behandlung.

Honigbienen und Tollkirsche: bewährte Mittel gegen Halsentzündungen

Zum Einsatz bei Mandel- und Kehlkopfentzündungen kommen beispielsweise Arzneien auf der Basis von Apis mellifica, die aus ganzen Honigbienen hergestellt werden. Bienengift gilt in der Naturheilkunde als bewährte Arznei, wobei bei der Herstellung darauf geachtet wird, dass die Tiere nicht leiden, wie "globuliwelt.de" berichtet. Auch Belladonna, die Essenz der Tollkirsche, wird bei Fieber, Mittelohrentzündung oder Kopfschmerzen in entsprechender Potenz verabreicht. 

Homöopathische Heilungserfolge mit Studien belegt

Den Erfolg homöopathischer Behandlungen im HNO-Bereich belegt auch eine im Jahr 2007 veröffentlichte HNO-Vergleichs-Studie mit über 1577 Patienten. Teilnehmer waren 57 medizinische Erstversorgungseinrichtungen aus acht Ländern, darunter Deutschland, Russland Großbritannien und den USA. Deren Patienten wurden entweder homöopathisch oder konventionell (schulmedizinisch) behandelt.

Das Ergebnis: Bei der Behandlung akuter Beschwerden der oberen Atemwege und Ohren erzielte die homöopathische Behandlung ebenso gute Erfolge wie die konventionelle Medizin. Dabei verbesserten sich innerhalb der ersten sieben Tagen die Beschwerden der homöopathisch behandelten Patienten signifikant stärker als die in der konventionellen Kontrollgruppe. Gleichzeitig waren sie frei von den Nebenwirkungen, unter denen acht Prozent der konventionell Behandelten litten.

Stößt die Homöopathie an ihre Grenzen, übernimmt die konventionelle Medizin

Allerdings müssen auch die Grenzen der Homöopathie beachtet werden. „Etwa 60 Prozent der akuten Anliegen in der HNO-Praxis wie Schnupfen, Husten, Fieber und Ohr- oder Halsschmerzen sind homöopathisch gut behandelbar“, erklärt Mayer-Brix.

„Bei rund 40 Prozent handelt es sich um bakterielle Erkrankungen oder schwerwiegende Krankheiten wie Hörstürze oder eine Innenohrschwerhörigkeit. Hier muss ein erfahrener, homöopathischer HNO-Arzt genau abwägen, ob nicht doch die schulmedizinische Behandlung die bessere Alternative ist.“

Neurodermitis: Ganzheitliche Therapie begünstigt den Heilungserfolg

Auch bei der Behandlung von Neurodermitis kann die Homöopathie erfolgreich sein. Laut einer Statistik des Bundesverbandes Neurodermitiskranker in Deutschland (BNKD) leiden rund sechs Millionen Menschen in Deutschland an der Hauterkrankung – mit steigender Tendenz. Basis der Erhebung sind die Zahlen der Krankenkassen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass allein 8,1 Prozent der Jungen und 7,3 Prozent der Mädchen von Neurodermitis betroffen sind. Sie leiden an unterschiedlichen Ausprägungen des in der Regel in Schüben auftretenden Ekzems. Es kann trocken sein, schuppig, nässend oder sogar Blasen bilden und sich an verschiedenen Körperregionen ausbreiten. Wegen des permanenten Juckreizes neigen gerade Kinder dazu, sich ständig zu kratzen. Dadurch verschlimmert sich der Zustand der Haut ebenso wie der psychische Leidensdruck.

Homöopathie: Stark durch ganzheitlichen Therapieansatz

Eine homöopathische Therapie wird immer ganzheitlich betrachtet. Das bedeutet, dass ein behandelnder Arzt die Wechselwirkung mit anderen Krankheitsbildern kennt und im Kontext der gegenseitigen Ursache-Wirkungs-Mechanismen behandelt. Der Begriff „Atopie“ in der konventionellen Medizin beschreibt beispielsweise das Phänomen, dass Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma bronchiale gemeinsam oder im Wechsel auftreten können. Ein konventioneller Kinderarzt würde in diesem Fall zunächst die Haut und anschließend das Asthma, also die Symptome der Reihe nach, behandeln.

Das sehen homöopathische Ärzte anders. „Die Haut ist die äußerste Schicht des Körpers. Treten ausschließlich hier Beschwerden auf, ist der Betroffene noch relativ gesund. Wir behandeln die Erkrankung dann homöopathisch so, dass die Krankheit gar nicht erst nach innen schlägt und dort Asthma verursacht“, erläutert die Ärztin und Homöopathin Dr. Beatrix Geßner aus Konstanz.

Die Dosierung der homöopathischen Arznei dem Krankheitsverlauf anpassen

Dieser ganzheitlichen Sichtweise entspricht auch der Ansatz, bei der Diagnostik sowohl die physischen als auch die seelischen Ursachen der Krankheit zu betrachten sowie die homöopathischen Heilmittel der jeweiligen Krankheitsphase anzupassen. „Saisonale Effekte wie Pollenflug, Nahrungsmittelallergien und psychische Belastungssituationen können das Hautbild wieder verschlimmern“, erläutert Beatrix Geßner.

Diese externen Faktoren berücksichtigt ein Arzt bei der Arzneimittelwahl und der Dosierung. So könne gerade in der Pollenzeit eine höhere Arzneimittel-Dosierung nötig werden. Zur Anwendung kommen Wirkstoffe wie Natrium muriaticum (Kochsalz), Sulfor (Schwefel), Rhus toxicondendron (Giftsumach), Psorinum (Krätzenosode) oder Petroleum.

Dank dieser Vielzahl dokumentierter Heilungserfolge von Neurodermitis-Patienten macht BNKD-Geschäftsführer Jürgen Pfeiffer keinen Hehl aus seiner Präferenz für die Komplementärmedizin: „Wir raten von einer Behandlung mit Kortison und insbesondere mit Zytostatika ab, da diese Immunsuppressiva nachweislich Krebs erregen können.“

Seine Empfehlung basiert auf Rückmeldungen der Mitglieder aus den vergangenen 25 Jahren. Er sagt: „Wir prüfen auch die Nachhaltigkeit von Therapien und befragen unsere Patienten sechs und 18 Monate nach einer Behandlung erneut. “Erfolge durch eine homöopathische Behandlung seien nachweislich beständiger als Therapien, bei denen Symptome nur kurzfristig ausgeschaltet würden. Sein Fazit lautet: „Es ist immer einen Versuch wert, sich an einen guten homöopathischen Arzt zu wenden.“

Die alternative Heilmedizin hat viele Kritiker. Diese werfen der Homöopathie fehlende Wirksamkeit vor und gehen davon aus, dass maximal ein Placebo-Effekt eintritt. Größter Kritikpunkt ist, dass die Heilmethode auf starke Verdünnung setzt – und zwar so stark, dass keine Moleküle der angeblichen Wirksubstanzen mehr im Endprodukt enthalten sind. In der Tat fehlen wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von Homöopathie. Zugleich gibt es Studien, die die positiven Effekte beschreiben. Deshalb muss jeder für sich selbst – oder noch besser in Absprache mit seinem behandelnden Arzt – entscheiden, ob das eine Behandlungsform für ihn ist. 

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