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FC Bayern München ist nur eine schwarze Bestie wie jede andere auch

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Real bittet FCB zum Tanz  

FC Bayern nur eine schwarze Bestie wie jede andere auch

22.04.2014, 11:03 Uhr | t-online.de

FC Bayern München ist nur eine schwarze Bestie wie jede andere auch. Bayern Münchens Bastian Schweinsteiger (li.) enteilt Real Madrids Cristiano Ronaldo. (Quelle: imago/Ulmer)

Bayern Münchens Bastian Schweinsteiger (li.) enteilt Real Madrids Cristiano Ronaldo. (Quelle: Ulmer/imago)

Von Florian Haupt

Ein aktueller Google-Überblick zur "bestia negra": Der FC Barcelona hat seine neueste gerade besiegt, Atlético Madrid ist die aller Europapokalgewinner und klar, dann ist da noch der letzte Satz von Karl-Heinz Rummenigge zum Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid: "Wir haben dort doch den Spitznamen 'la bestia negra'. Da müssen wir unter Beweis stellen, dass wir wieder 'la bestia negra' sind."

Dass eine "bestia negra" auf Spanisch kein exklusives Etikett ist, sondern schlicht das Wort für Angstgegner, dass also Wochenende für Wochenende hunderte solcher schwarzer Bestien über die Spielfelder des Landes wüten, hat sich bis ins polyglotte München offenbar noch nicht herumgesprochen. Ist aber auch egal – die Metapher ist einfach zu schaurig-schön und außerdem trifft sie ja meistens das Geschehen: Alle paar Jahre wird das in diesem Falle also bajuwarische Tier aus dem Käfig gelassen und hinterlässt bei den Madrilenen meist nichts als Katzenjammer.

So stolz sind sie in der bayerischen Landeshauptstadt auf ihren "Spitznamen", dass schon wenige Stunden nach der Auslosung des Halbfinals ein großer Satz neuer T-Shirts und Fanschals ins Merchandising ging. Bedruckt: "Auf nach Lissabon (Champions-League-Finalort, d. Red.). La Bestia Negra, Reloaded". 20 bzw. 15 Euro kostet der Stoff, der FCB kann mit der Aktion also nur gewinnen. Wird Madrid tatsächlich eliminiert, hat man es mal wieder schon vorher gewusst. Scheidet die Mannschaft aus, hat man mit der ganzen Nummer immerhin noch ein bisschen Geld verdient.

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FC Bayern, der Hort des Hochmuts

In Madrid hat man das mit den T-Shirts etwas pikiert, aber nicht allzu überrascht zur Kenntnis genommen. Für die Real-Anhänger fügt sich die Episode nahtlos in ihr Bild von den Bayern als Hort des Hochmuts. Matthäus, Kahn, Effenberg – und zwischendrin immer mal wieder ein paar Belehrungen von Uli Hoeneß: die Haltung des "Mia san Mia" galt hier stets als typisch deutsche Überheblichkeit.

Das Dumme aus madrilenischer Sicht ist halt bloß, dass man die eigene Antipathie nur selten gewinnbringend kanalisieren konnte. Zuhause wurde sie oft zu blindem Übereifer, auswärts konvertierte sie in einen regelrechten Angstkomplex. In München verlor Real von zehn Begegnungen neun und spielte einmal remis.

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Aber das Hinspiel steigt ja erst mal im Estadio Santiago Bernabéu, und außerdem hat man im Pokalfinale mit dem FC Barcelona gerade eine andere "bestia negra" – zumindest der letzten Jahre – besiegt. So sehr man sich der historischen Probleme gegen den FC Bayern bewusst ist, so sehr sich dessen fußballerische Klasse selbst bei größter Klischeeliebe nicht mehr leugnen lässt und großer Respekt vor Trainer Pep Guardiola herrscht – so schnell ist man in Madrid doch auch wieder dabei, sich als der "größte Klub der Welt" zu fühlen. Mit dieser Erinnerung beehrte Präsident Florentino Pérez gerade erst wieder die Spieler bei einem spontanen Besuch am Trainingsgelände.

Nach der Auslosung vor anderthalb Wochen war die Skepsis noch enorm, doch dann folgte Bayerns kapitale Heimpleite gegen Borussia Dortmund und damit ein großes Aufatmen in Madrid, das wenige Tage zuvor ja noch selbst beim BVB unter die Räder gekommen war. Zuletzt wurden vornehmlich entwarnende Neuigkeiten von dem düsteren Wesen verbreitet. "Schwarze Bestie weiter groggy", titelte "Puntopelota" nach dem zähen Münchner Sieg am Wochenende in Braunschweig.

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"Ancelotti eine Folter für die Deutschen"

Andernorts werden einfach schwarze Bestien gegeneinander aufgerechnet. Ja, bei Guardiola handele es sich zweifelsohne um ein besonders gefährliches Exemplar der Gattung, wird dann eingeräumt: immerhin hat er in sieben Gastspielen als Barça-Coach nie im Bernabéu verloren. Andererseits kann Real-Trainer Carlo Ancelotti auf eine ähnlich eindrucksvolle persönliche Bilanz gegen die Bayern zurückblicken: sechs Begegnungen als Übungsleiter des AC Milan, keine Niederlage. "Zwei schwarze Bestien im Angesicht gegen Angesicht", schreibt "Marca": "Guardiola war immer ein Martyrium für die Weißen, und Ancelotti eine Folter für die Deutschen."

Der Italiener soll deshalb gar nicht so unglücklich über das Los gewesen sein, heißt es in der Presse, von wegen Aberglaube im Fußball und so. In der Saison 2005/06 stürzten Ancelottis Mailänder die Bayern im Achtelfinale (1:1, 4:1) so nachhaltig in Selbstzweifel, dass Rummenigge danach reflektierte, der FC Bayern sei in der Champions League künftig eher als Außenseiter wie der FC Porto zu betrachten. Eine Spielzeit später kam es im Viertelfinale erneut zu einem deprimierenden Aus (2:2, 0:2) für die Bayern, die in der Runde zuvor just Real Madrid eliminiert hatten.

Neuer kassiert Retourkutsche von Ramos

Dort hatte es in der Schlussminute eine umstrittene Szene gegeben, als Schiedsrichter Lubos Michel wegen Handspiels dem Treffer eines jungen Madrider Verteidigers die Anerkennung verweigerte, der das Weiterkommen für Madrid bedeutet hätte. Sein Name war Sergio Ramos, neben Iker Casillas sowie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger ist er einer von vier Akteuren der Partie am Mittwoch, die schon beim vorletzten Aufeinandertreffen dabei waren. Ramos sorgte dann auch für den Schlussakt des letzten Duells, als er im Elfmeterschießen des Halbfinals 2012 seinen Strafstoß weit über das Tor jagte, und Schweinsteiger die Bayern ins Finale brachte.

Angesprochen auf sein Studium der Real-Schützen witzelte Manuel Neuer damals: "Ich wusste nicht, dass Ramos lieber drüber schießt." Der Spanier fand das überhaupt nicht lustig und revanchierte sich nach Bayerns verlorenem Endspiel gegen Chelsea: "Ich wusste gar nicht, dass Neuer Finals so gut liegen."

Linguistische Missverständnisse

Eines von vielen Rededuellen im Lauf der Geschichte. In Madrid haben sie sich beispielsweise mal furchtbar aufgeregt über einen Satz von Hasan Salihamidzic: Real habe in München "die Hosen voll" gehabt. Der Bosnier sagte jetzt der Zeitung "As", er sei damals falsch übersetzt worden. Auch mit den linguistischen Missverständnissen geht es also hin und her in dieser Rivalität zweier so großer wie großspuriger Klubs.

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