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Wurde der Ex-Bundesliga-Profi Kevin Hansen zum Drogendealer?

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Gescheiterte Karriere  

Wurde der Ex-Bundesliga-Profi Kevin Hansen zum Drogendealer?

28.12.2013, 21:02 Uhr | kb, t-online.de

Wurde der Ex-Bundesliga-Profi Kevin Hansen zum Drogendealer?. Kevin Hansen spielte für Hansa Rostock in der Bundesliga. (Quelle: imago/Avanti)

Kevin Hansen spielte für Hansa Rostock in der Bundesliga. (Quelle: Avanti/imago)

"Er hatte die beste Schusstechnik, die ich jemals bei einem meiner Spieler gesehen habe", hat Armin Veh einmal über Kevin Hansen gesagt. Hansen war Spieler des heutigen Trainers von Eintracht Frankfurt beim FC Hansa Rostock. Er erzielte sein erstes Profi-Tor für die Rostocker gegen Bayern München kurz vor der WM 2002 – ausgerechnet gegen Oliver Kahn, den damaligen Welttorhüter. 2010 landete er in Untersuchungshaft, dann in einem Zeugenschutzprogramm und wurde schließlich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Doch was war passiert seit dem Tor gegen Kahn und seiner Festnahme knapp acht Jahre später?

Die Karriere des heute 34-Jährigen verlief alles andere als wunschgemäß. Nach etlichen Verletzungen und neun Operationen, ebenso vielen Bundesliga-Spielen und 18 Einsätzen in der 2. Bundesliga für Hansa ist 2008 Schluss mit der Karriere. Schmerzfrei Fußball spielen kann er nicht mehr auf hohem Niveau. Er wird Sportinvalide, geht zurück in seine Heimat Hamburg und schließt sich dem Bezirksligisten Hamm United an. Dort wurde er zum Kapitän und Leistungsträger, traf viele Freunde aus Jugendzeiten wieder. Doch abseits des Platzes lief etwas schief.

Angeklagter und Zeuge zugleich

Die Festnahme im Frühjahr 2010 war ein Schock für das Umfeld des Fußballers. Plötzlich gehörte er zu den Angeklagten in einem der größten Drogenprozesse Deutschlands. Gleichzeitig diente er der Staatsanwaltschaft als einer der Hauptbelastungszeugen. Am Hamburger Hafen war mehr als eine Tonne reines Kokain mit einem Verkaufswert von rund 40 Millionen Euro auf einem Frachter aus Paraguay beschlagnahmt worden. Mit den Drahtziehern des Transports verkehrte Hansen regelmäßig. Daran bestand kein Zweifel. Hansen wurde vorgeworfen, Drogengeld in seiner Wohnung aufbewahrt zu haben. Es soll sich um Millionen von Euro gehandelt haben.

Wie viel wusste der ehemalige Profi wirklich? War er einfach nur naiv?

In seinem Leben war von einem Tag auf den Anderen nichts mehr so, wie es vorher war. Hansen musste untertauchen und vorerst jede seiner Bewegungen mit der Zeugenschutzdienststelle des Hamburger Landeskriminalamts abstimmen. Er war bereit auszusagen.

"Ich hatte keine Geldsorgen"

Der Ex-Profi bestritt seine Mitwisserschaft vor Gericht. "Warum hätte ich da überhaupt mitmachen sollen? Ich hatte keine Geldsorgen", sagte er im Gespräch mit dem Magazin "11 Freunde". Einen finanziellen Engpass hatte er wohl tatsächlich nicht, rund 3000 Euro soll er aufgrund seiner Sportinvalidität monatlich von der Berufsgenossenschaft erhalten haben.

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Wegen Beihilfe zum Drogenhandel wurde Hansen schließlich zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Seine Unschuld hat der Mann, der zwischenzeitlich sogar für den Chef der Bande gehalten worden war, stets beteuert.

Ausbildung zum Bürokaufmann

Inzwischen liegt die Wahrheit wieder auf dem Platz von Hamm United in der Landesliga Hamburg. Hansen ist frei. Sein Klub hatte stets zu ihm gestanden. Sogar das Trikot mit Hansens Nummer 14 war für ihn aufbewahrt worden. "Bis zum letzten Tag, an dem ich ihn gesehen habe, hat Kevin mir nicht den geringsten Anlass zu dem Verdacht gegeben, dass er irgendwas mit Drogen zu tun hat", sagte Florian Simon, der die Kapitänsbinde nach der Festnahme des Mitspielers übernahm, damals. Davon sei er weiterhin überzeugt.

Hansen arbeitet mittlerweile an seiner zweiten Karriere und macht eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Außerdem würde er gerne den Trainerschein erwerben. Junge Talente könnten dann von seinen Erfahrungen profitieren, sowohl von den positiven als auch den negativen. Und besonders von dem Gefühl, im vollbesetzten Olympiastadion Oliver Kahn zu bezwingen. Das kann Kevin Hansen keiner nehmen und auch nicht mehr nachmachen.

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