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WM 2022 in Katar: Wieder Dutzende Tote auf Baustellen

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WM 2022 in Katar  

Wieder Dutzende Tote auf WM-Baustellen des Wüstenstaates

25.01.2014, 13:36 Uhr | sid, dpa, t-online.de

WM 2022 in Katar: Wieder Dutzende Tote auf Baustellen . Erschöpfte Arbeiter laufen im Januar 2013 am Aspire Dome in Katar vorbei. (Quelle: imago/Fassbender )

Erschöpfte Arbeiter laufen im Januar 2013 am Aspire Dome in Katar vorbei. (Quelle: Fassbender /imago)

Auf den Baustellen für die WM 2022 in Katar hat es in den vergangenen Monaten angeblich mindestens 36 weitere Todesfälle unter den ausländischen Arbeitern gegeben. Das berichtet der "Guardian". Die britische Tageszeitung beruft sich dabei auf Regierungsdokumente aus Nepal. Insgesamt soll sich die Zahl der Toten aus Nepal laut des Berichts bereits auf 185 summiert haben. Dabei stellen die Nepalesen lediglich ein Sechstel der insgesamt rund zwei Millionen Gastarbeiter in Katar.

"Jeder Tote, jeder einzelne Tote jenseits der Zahl null ist inakzeptabel! Jede Praktik, die die Sicherheit, Würde oder Gesundheit eines Menschen angreift, ist für uns nicht hinnehmbar", hatte Hassan Al-Thawadi, Generalsekretär des WM-Organisationskomitees, Mitte November noch gesagt.

Opferzahl viel höher?

Der "Guardian" hatte erstmals im September 2013 über die Missstände auf den Baustellen des WM-Gastgeberlandes berichtet. Allein von Juni bis August 2013 seien 44 nepalesische Arbeiter im Emirat bei Unfällen oder nach Herzattacken aufgrund unmenschlicher Hitze gestorben. Die Gesamtzahl der Opfer dürfte allerdings wesentlich höher liegen. Denn die Regierungsdokumente, die dem "Guardian" vorliegen, stammen nur aus Nepal. Tote aus weiteren Nationen sind also sehr wahrscheinlich.

Plackerei bei 40 Grad: ein "sklavenähnliches System"

In der Folge gab es zahlreiche internationale Proteste gegen die menschenunwürdigen Bedingungen auf den WM-Baustellen. Amnesty International hatte die Arbeits- und Lebensbedingungen als "alarmierendes Ausmaß an Ausbeutung bis hin zu Zwangsarbeit" bezeichnet und prangerte katastrophale Wohn- und Arbeitsbedingungen, indiskutable Hygienebedingungen, nicht bezahlte Gehälter und Perspektivlosigkeit an.

Ligapräsident Reinhard Rauball warnte vor einem "sklavenähnlichen System". Das EU-Parlament appellierte an den Weltverband FIFA, nicht zuzulassen, dass die WM 2022 von "Vorwürfen über Zwangsarbeit oder Sklaverei überschattet" werde. Auch Ex-Nationalspieler Uli Stielike, der seit 2009 in Katar als Trainer arbeitet, zeigte sich geschockt. Es nehme ihn mit, "wie abgeschlafft und kaputt" die Arbeiter nach der Plackerei bei 40 Grad auf den Baustellen in den Bussen säßen.

OK-Chef Al-Thawadi: "Untersuchungen laufen"

OK-Chef Al-Thawadi hatte zuletzt in der "Bild" erklärt, die Unfälle seien nicht auf WM-Baustellen passiert. Die Bauarbeiten würden erst in diesem Jahr beginnen. "Nichtsdestotrotz kann ich Ihnen versichern: Es laufen gerade Untersuchungen zu all diesen Beschuldigungen und ich kann ihnen noch nicht sagen, was falsch und was wahr ist bei diesen Anschuldigungen", sagte er.

Zudem sei eine Charta für den Arbeitsschutz entwickelt worden, die mit Human Rights Watch und Amnesty International besprochen worden sei. In der "Süddeutschen Zeitung" dementierten Sprecher beider Organisationen allerdings, ein entsprechendes Papier gesehen zu haben.

Alarmsignal für die FIFA

Für die FIFA sind diese Zahlen ein Alarmsignal. Denn sie zeigen, dass sich die katarischen Scheichs von den internationalen Protesten kaum irritieren ließen. Sie beuten die Gastarbeiter weiterhin systematisch aus, pferchen sie in armselige Unterkünfte und scheren sich nicht um die Sicherheit auf den WM-Baustellen. Und die Fußballfunktionäre setzen ihnen kaum etwas entgegen.

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