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WM-Affäre: Die Kritik an Franz Beckenbauer ist scheinheilig

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Kommentar zur WM-Affäre  

Die Kritik an Beckenbauer ist vor allem scheinheilig

05.03.2016, 13:00 Uhr | t-online.de

WM-Affäre: Die Kritik an Franz Beckenbauer ist scheinheilig. Franz Beckenbauer ist wohl die Schlüsselfigur in den Ermittlungen zur WM 2006.  (Quelle: dpa)

Franz Beckenbauer ist wohl die Schlüsselfigur in den Ermittlungen zur WM 2006. (Quelle: dpa)

Ein Kommentar von Michael Glang

Franz Beckenbauer hat sicher Fehler gemacht rund um die WM-Bewerbung 2006. Ein Stimmenkauf konnte von der Kanzlei Freshfields im Auftrag des DFB zwar weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Doch es ist der Kaiser, der im Zentrum der dubiosen Millionenzahlungen in Richtung Katar steht. Dass er aber jetzt von vielen aus dem Fußballbereich dafür scharf kritisiert wird, ist vor allem eins: scheinheilig.

Im FIFA-System der Ära Sepp Blatter wurden Titelkämpfe nicht zwingend an das Land mit der besten Bewerbung, den schönsten Stadien oder den frenetischsten Fans vergeben, sondern an das mit dem dicksten Geldbeutel. Wer im Fußball arbeitet, ist sich dessen bewusst, spätestens seitdem das Kartenhaus des Schweizer Sonnenkönigs eingestürzt ist. Und trotzdem haben viele der jetzigen Kritiker damals jubelnd auf der Tribüne gesessen, als Oliver Neuville den Siegtreffer gegen Polen schoss und so das Sommermärchen ins Rollen brachte.

Klar ist wohl auch: Beckenbauer hat sich nicht bereichert und von den dubiosen Geldströmen nicht persönlich profitiert. Er wollte die WM nach Deutschland holen. Und er hat sich auf die FIFA-Spielregeln eingelassen, um dies zu schaffen. Nun macht es das Falsche nicht richtiger, nur weil es aus edlen Motiven geschieht. Aber der Kaiser hat die Drecksarbeit erledigt, um die sich womöglich einige andere gedrückt haben.

Verschwundene Akten nur eine Randnotiz

Der aktuellen DFB-Führung dürfte der Bericht von Freshfields übrigens gut schmecken. Mit Beckenbauer steht jemand im Fokus, den die Leute mit der WM, aber nicht dem Verband in Verbindung bringen. Dabei sind aus der Zentrale des DFB in den letzten Monaten wichtige Dokumente zum Fall verschwunden. Doch das war gestern nur eine Randnotiz.

Sowohl DFB als auch die FIFA haben nach den Skandalen umfangreiche Reformen angekündigt, um Bestechung im Fußball in Zukunft zu vermeiden. Wenn das klappt, ist es ein echter Neuanfang. Beckenbauer könnte dabei helfen: indem er auspackt und sagt, wie die WM 2006 wirklich nach Deutschland kam. Das wäre richtig, das wäre mutig, und er würde auch dem deutschen Fußball einen großen Gefallen tun. Mehr noch als mit einer WM im eigenen Land. 



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