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Bundestrainer Joachim Löw spricht über seine "härteste Zeit" als Bundestrainer

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Joachim Löw wehrt sich gegen die Kritik

27.10.2012, 08:41 Uhr | t-online.de

Bundestrainer Joachim Löw spricht über seine "härteste Zeit" als Bundestrainer. Der Gegenwind war für Joachim Löw zuletzt heftig. (Quelle: imago)

Der Gegenwind war für Joachim Löw zuletzt heftig. (Quelle: imago)

Seit dem bitteren Aus im EM-Halbfinale gegen Italien steht Joachim Löw unter Beobachtung. Der Bundestrainer war damals von der bewährten Taktik abgegangen, um die Italiener zu überraschen - ein Schuss, der nach hinten losging. Im Anschluss wurde das Ausscheiden der deutschen Elf am DFB-Coach festgemacht - was nicht spurlos an Löw vorübergegangen ist.

"Ich glaube schon, dass das die härteste Phase meiner Amtszeit ist", sagte der 52-Jährige der "Bild"-Zeitung. Insbesondere die öffentliche Kritik der letzten Monate hat bei Löw Spuren hinterlassen: "Vorher war es fünf, sechs Jahre relativ ruhig. Aber mit unseren vielen Siegen ist der Druck dann immer weiter gestiegen."

Löw: "Es ist frustrierend"

Zuletzt war nach dem irren 4:4 gegen Schweden die Diskussion wieder aufgekommen, ob Löw noch der richtige für den Posten des Bundestrainers sei. "Es ist frustrierend, nach einer 4:0-Führung noch 4:4 zu spielen. Ich möchte unsere offensive Spielweise mit viel Tempo aber nicht aufgeben. Auch wenn das manchmal Risiken birgt", sagte Löw.

Er baut darauf, dass alle Beteiligten aus dem Verspielen des Vorsprungs ihre Schlüsse gezogen haben: "Wir müssen und werden alle aus diesen 30 Minuten lernen, im Streben nach Perfektion und maximalem Erfolg." Ohnehin gehört für Löw seine Elf trotzdem zur absoluten Weltspitze: "Ich orientiere mich an den positiven Momenten unseres Spiels. Und an dem Fakt, dass wir von den vergangenen 25 Qualifikationsspielen 22 gewonnen haben und dreimal Remis spielten."

"Blindes Grätschen nicht gefragt"

Auch die Kritik an der angeblich fehlenden Robustheit der deutschen Abwehr wies der Bundestrainer zurück. Seine Spieler müssten zwar Zweikämpfe gewinnen, dabei komme es aber auf die Art und Weise an. "Blindes Grätschen ist bei uns nicht gefragt", sagte Löw. Sorgen um seinen Job macht sich der DFB-Coach ohnehin nicht. "Weil ich ja sehe, was die Mannschaft zu leisten vermag. Und weil der DFB hundertprozentig hinter mir steht", sagte Löw.

Bleibt Löw über 2014 hinaus?

Deshalb kann sich Löw auch vorstellen, seinen nach der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien auslaufenden Vertrag als Nationaltrainer zu verlängern. "Ich habe nie gesagt, dass ich 2014 aufhöre. Kraft und Motivation sind unverändert groß", sagte er.

Löw hofft weiter darauf, seine Arbeit endlich mit einem Titel zu krönen, fordert aber auch Geduld. "Ich habe mit Spaniens Nationaltrainer del Bosque gesprochen. Er hat mir gesagt, dass Spanien 34 Jahre auf einen Titel gewartet hat. Und dass wir uns nicht verrückt machen lassen und nicht alles an Titeln messen sollen", sagte der 52-Jährige. "Aber ich weiß auch, dass in Italien, Brasilien, Argentinien oder auch Deutschland die Erwartungshaltung immer riesig ist."

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