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WM 2014: Das Image von Joachim Löw in Brasilien

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Image von Löw in Brasilien  

Vom Nasenbohrer zum gefürchteten Strategen

19.05.2014, 10:15 Uhr | t-online.de

WM 2014: Das Image von Joachim Löw in Brasilien. Bundestrainer Joachim Löw hat in Brasilien einen exzellenten Ruf. (Quelle: Reuters)

Bundestrainer Joachim Löw hat in Brasilien einen exzellenten Ruf. (Quelle: Reuters)

Von Ricardo Da Silva Campos

Bei der WM 2010 in Südafrika konnte Joachim Löw in Brasilien nur bedingt Image-Punkte sammeln. Die Südamerikaner hatten sich damals über den in der Nase bohrenden "Bundes-Jogi" amüsiert, als dieser beim Kantersieg im Achtelfinale gegen England in Bloemfontein an der Seitenlinie vor Aufregung vergaß, dass Kameras auf ihn gerichtet waren. Um das aktuelle Bild des Bundestrainers ist es hingegen um einiges besser bestellt.

Damals waren in Brasilien über den größten TV-Sender "Rede Globo" kuriose Bilder des Bundestrainers um die Welt gegangen: Auf dem Videomaterial, das zweimal vor einem 25-Millionen-Publikum wiederholt wurde, war ein sichtlich nervöser DFB-Coach zu sehen, wie er intensiv mit dem Zeigefinger in der Nase bohrte.

Und schon war es um das öffentliche Bild von Löw in Brasilien geschehen. Und das trotz guter Leistungen seines Teams und einer tollen WM mit Prestige-Erfolgen gegen England (4:1) und Argentinien (4:0). Erst der spätere Weltmeister Spanien konnte die DFB-Elf im Halbfinale stoppen (0:1).

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Lob von Scolari, Cafu und Romario

Seitdem hat sich allerdings viel verändert. Nationaltrainer Löw genießt im Land des WM-Gastgebers bei Fans und Experten längst allerhöchsten Respekt. "Joachim Löw liefert richtig gute Arbeit ab. Er hat den Stil der Deutschen geändert und Technik mit Physis verbunden. Außerdem ist das Team trotz vieler junger Spieler schon viel reifer als 2010", sagte Brasiliens aktueller Nationaltrainer Felipe Scolari in einem Interview mit der "Bild am Sonntag".

Auch Cafu, Brasiliens Rekordnationalspieler und zweimaliger Weltmeister, ist voll des Lobes für Löw und das DFB-Team, formulierte es in einem Interview mit der Zeitung "Folha de Sao Paulo" allerdings etwas gewöhnungsbedürftig: "Deutschland hat dieses Militärregime beendet, in dem jeder Spieler mit soldatischer Disziplin eine Aufgabe erfüllte. Das ist das Werk von Löw."

Brasiliens ehemaliger Weltklasse-Stürmer Romario geht sogar noch weiter: "Deutschland wird den Titel holen", sagte der Weltmeister von 1994 im Interview mit der Zeitung "O Globo". "Löw ist ein genialer Architekt, der eine Strategie entwickelt hat, die seinesgleichen sucht. Die Offensive ist so variabel, dass er sich auf alle Teams perfekt einstellen kann."

Pelé schwärmt von DFB-Elf

Die deutschen Nationalspieler genießen bereits seit Jahren hohes Ansehen in Brasilien. "Die können dribbeln, tödliche Pässe spielen, überraschende Momente kreieren. Es macht Spaß, denen zuzusehen", sagte Brasiliens Fußball-Legende Pelé in einem Interview von "Rede Globo".

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Interessant ist, dass die meisten Brasilianer neben der Selecao, Argentinien und Uruguay nur Deutschland als einzigen europäischen Vertreter unter den WM-Favoriten nennen. "Der viermalige Weltmeister Italien, Welt- und Europameister Spanien oder Vizeweltmeister Niederlande gehören im Gastgeberland eher zum erweiterten Dunstkreis der Titelanwärter", sagt Val Gomes, Journalist und ausgewiesener Fußball-Fachmann aus Sao Paulo.

"Brasilianer wollen neue, frische Spieler sehen"

Gomes führt dies auch auf die mutige Mannschaftszusammenstellung von Löw zurück: "Den Brasilianern imponiert eine junge Truppe wie die der Deutschen mehr als ein Team aus Alteingesessenen, die sich bereits bewiesen haben - so wie Spanien. Sie wollen lieber neue, frische und erfolgshungrige Spieler sehen. Ihnen gefällt die Vorstellung, dass ein Trainer das Durchschnittsalter drastisch senkt und damit auch noch Erfolg hat."

Daher vollziehe auch die Selecao derzeit einen Generationswechsel. Der Trend gehe eindeutig hin zu jüngeren Spielern wie Neymar (FC Barcelona), Bernard (Schachtjor Donezk) oder Oscar (FC Chelsea). "Scolari ist bekennender Löw-Fan, auch er hat ehemalige Stars wie Ronaldinho, Robinho oder Kaká nicht nominiert", sagt Gomes. Zudem hätte Brasilien viel zu viele gute Spieler - daher sei es nur fair, dass auch mal andere zum Zuge kämen.

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