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USA-Deutschland: Joachim Löw muss schwaches Mittelfeld neu besetzen

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Lahm und Khedira schwächeln  

Löw muss Mittelfeld gegen USA neu besetzen

23.06.2014, 15:42 Uhr | , t-online.de

USA-Deutschland: Joachim Löw muss schwaches Mittelfeld neu besetzen. Sami Khedira (li.) und Philipp Lahm (Quelle: dpa)

Sami Khedira (li.) und Philipp Lahm müssen sich im WM-Verlauf noch steigern. (Quelle: dpa)

Aus Fortaleza (Brasilien) berichtet Thomas Tamberg

Es goss in Strömen in der Nacht als das DFB-Team von ihrem zweiten WM-Gruppenspiel aus Fortaleza in sein Quartier nach Santo André zurückkehrte. Nach dem wilden 2:2 gegen Ghana schienen auch die Götter irritiert zu sein und empfingen die Nationalmannschaft mit einem ordentlichen Sauwetter. Auch der Tag danach war wolkenverhangen. Keine schöne Zeit für Hula-Hoop am Strand, vielmehr ein Moment, um sich zurückzuziehen und zu grübeln. Vor allem über das Dreier-Mittelfeld. Ausgerechnet das ehemalige deutsche Prunkstück gibt derzeit Anlass zur Sorge.

Was waren das noch für Zeiten, als bei der WM 2010 nach der Verletzung von Michael Ballack sich Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger vom ersten Spiel an als neues Traumpaar auf der Doppelsechs bewährten und über das komplette Turnier hinweg außerhalb jeglicher Diskussion standen. 2014 in Brasilien ist alles anders.

Alles ist nicht so wie es sein soll

Das System hat sich geändert. Aus 4-2-3-1 wurde ein 4-3-3, in dem es nur noch einen ausgewiesenen defensiven Mittelfeldspieler gibt. Und auf dieser Position spielt weder Khedira noch Schweinsteiger, sondern mit Philipp Lahm ein Akteur, der ursprünglich für diese Rolle gar nicht vorgesehen war. Und ausgerechnet Deutschlands seit Jahren zuverlässigster Spieler schwächelt plötzlich.

Bereits gegen Portugal leistete sich Lahm einige Unaufmerksamkeiten, diese gingen angesichts des 4:0-Erfolges im allgemeinen Jubel allerdings unter. Doch gegen die aggressiv zu Werke gehenden Spieler aus Ghana trat Lahms neue Unsicherheit offen zu Tage. Negativer Höhepunkt war das 1:2, das er mit einem Fehlpass einleitete. "Ich konnte heute einige meiner Stärken nicht komplett ausspielen", gab Lahm offen zu.

Löw nimmt Kapitän in Schutz 

"Philipp hatte dieses Mal zwei, drei Fehler, die wir von ihm nicht gewohnt sind", sagte Bundestrainer Joachim Löw und konnte sich das nur mit dem "stumpfen Rasen" erklären. Auf dem Spieler mit enger Ballführung wie Lahm so ihre Probleme hätten. 

Natürlich darf sich auch Lahm einmal einen schwächeren Auftritt erlauben. Wenn nicht er, wer sonst? Aber der Zeitpunkt während einer WM ist natürlich nicht der beste. Zumal hinzukommt, dass Nebenmann Khedira viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um für seinen Kapitän in die Bresche zu springen.

Khedira spielt sich aus der Mannschaft 

Noch unsicherer als Lahm wirkte nämlich der Star von Real Madrid. In der Hitzeschlacht von Fortaleza wurde offensichtlich wie groß der Rückstand nach gerade überstandenem Kreuzbandriss noch ist. Eigentlich ist es bewundernswert, dass es Khedira überhaupt bis zur WM geschafft hat und dann noch in die Startformation. Auch wenn Zahlen im Fußball oft nicht immer das richtige Bild widerspiegeln, sagt eine gewonnene Zweikampfquote von 30 Prozent und eine Passquote von 78 Prozent viel über den aktuellen Leistungsstand Khediras aus. 

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Zu allem Überfluss hat sich der 27-Jährige gegen Ghana am Innenband des nicht kreuzbandgeschädigten Knies verletzt. Ein Einsatz gegen die USA soll laut Manager Oliver Bierhoff zwar nicht in Frage stehen, doch auch so würde über seine Personalie diskutiert werden. Zumal sein Vertreter Bastian Schweinsteiger nach seiner Einwechslung mit solcher Vehemenz Einfluss auf das deutsche Spiel nahm, dass Löw fast schon nicht mehr länger am Bayern-Star vorbeikommt.

Für wen entscheidet sich Löw? 

Doch auch dieser ist nach längerer Verletzungspause noch nicht bei hundert Prozent und der schnellste ist er obendrein nicht. Muss er mit Tempo nach hinten arbeiten wird er gerne mal überlaufen. Es macht es nicht besser, dass auch Toni Kroos in dieser Disziplin nicht gerade seine ureigene Stärke besitzt. 

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Khedira angeschlagen und nicht in Topform, Lahm schwächelt überraschend und Schweinsteiger fehlt die Spielpraxis. Was also soll der Bundestrainer tun, um das Mittelfeld wieder ins Rollen zu bringen? Das Aufstellungspuzzle wird nicht leichter durch die Tatsache, dass sich mit Jerome Boateng ausgerechnet der Spieler mit muskulären Problemen herumplagt, der auf der eigentlichen Lahm-Position als rechter Außenverteidiger agiert und der für ihn vorgesehene Ersatzmann Mustafi gegen Ghana erkennen musste, dass auch einem Senkrechtstarter Grenzen gesetzt sind. 

Lahm bleibt im Mittelfeld 

Dass Löw seinen Kapitän Lahm auf die rechte Außenverteidigerposition zurückbeordern wird, steht wohl nicht zur Diskussion, er braucht ihn längst im Mittelfeld. Mit Christoph Kramer steht für diese Mittelfeldpositionen nur noch ein absolutes Greenhorn als Ersatz parat. 

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Und so deutet vieles darauf hin, dass gegen die USA das Mittelfeld von dem Bayern-Trio Schweinsteiger, Kroos und Lahm gebildet wird. Vielleicht wird sich Lahm, der gegen Ghana immerhin eine Zweikampfquote von 100 Prozent vorweisen konnte, verstärkt um die Defensive kümmern, um Schweinsteiger etwas den Rücken frei zu halten. "Er wird für uns noch eine ganz wichtige Rolle spielen", sagte Löw über seinen emotionalen Leader. Nun scheint die Zeit reif zu sein.  

Stellt Löw die Systemfrage? 

Ob der Coach vom eigens für dieses Turnier ausgearbeiteten 4-3-3-System abgehen wird und wieder zur 4-2-3-1-Spielweise zurückkehrt, ist eher unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen. Der wilde Auftritt in der Schlussphase gegen Ghana dürfte bei der Analyse sicherlich für viel Gesprächsstoff sorgen. Allerdings gilt Löw nicht als ein Mann, der einen zuvor ausgetüftelten Plan gleich beim ersten Gegenwind wieder verwirft.

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